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Der Erste Weltkrieg : Gefallen auf dem östlichen Kriegsschauplatz

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Iwer Bonnichsen arbeitete als Bäckermeister in Wyk. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, musste er an die Front.

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erstellt am 06.Nov.2015 | 20:00 Uhr

Im Boldixumer Holm 17 betrieb der Schuster Peter Bonnichsen aus Kleiseerkoog seine Werkstatt. Im Jahr 1925 hatte er das Haus von Nanning Arfsten gekauft, dessen Maueranker „A“ noch heute am Giebel zu sehen ist. Zu der Zeit des Kaufs befanden sich im Haus noch Wandbetten und Fliesenwände wie „eine ganze Wand mit blauen Landschaften.“

Das nicht weit entfernte „Erdbeerparadies“ wurde in diesen Jahren von Paul Boye aus Altona geführt. Dessen Tochter Lisa Döhler erzählt im Föhrer Seniorenbuch von 1986 über Peter Bonnichsen: „Ich glaube , den hab ich nur auf dem Schusterbock gesehen. Aber lange konnte ich da zuschauen, wenn die kleinen Holznägel doppelreihig in die Ledersohle geschlagen wurden. Zum Schuster Bonnichsen zog es uns Kinder immer hin, denn dort waren fünf Kinder in unserem Alter.“

Vielleicht waren es auch sechs Kinder, denn die kleine Johanna gehörte auch zur Familie, obwohl der Schuster Peter Bonnichsen nicht ihr leiblicher Vater war. Der hieß zwar auch Bonnichsen, aber mit Vornamen Iwer. Als Bäckermeister arbeitete er in Wyk, als der Erste Weltkrieg ausbrach und er an die Front musste. Bekannt ist nur, dass Iwer Bonnichsen „auf dem östlichen Kriegsschauplatz“ fiel, wie es damals hieß. Zwei Monate später erschien seine Todesanzeige in der Zeitung, unterzeichnet von den Familien Bonnichsen von Föhr und Sammann aus Drelsdorf. Von dort stammte Iwer Bonnichsen Frau Ida, deren Vater in Drelsdorf Bäckermeister war.

Vier Jahre nach dem Tod ihres „heißgeliebten Mannes“ heiratete Ida Bonnichsen ihren Schwager, den Schuster aus Boldixum. Ein Jahr später kam das erste gemeinsame Kind zu Welt: Irma, verheiratete Majchczack.

Und was geschieht auf den Inseln?

Heinrich Arpe, Lehrer in Norddorf, schreibt zirka zehn Jahre nach Kriegsende eine Chronik der Geschehnisse auf der Insel Amrum während der Jahre von 1914 bis 1918 und erinnert sich an 1915: „Da in aller Morgenfrühe ein Flugzeug auf Kniepsand niedergehen wollte, hatte ich mich freiwillig dem Wachhabenden, Bauunternehmer Köhn aus Wyk, zur Hilfeleistung beim Auslegen einer die Windrichtung bezeichnenden Flagge zur Verfügung gestellt. Er weckte mich, und wir gingen ans Werk. Das Flugzeug traf pünktlich aus Flensburg ein.“

Bei dem genannten Wyker Bauunternehmer Köhn handelt es sich um Franz Köhn, der drei Jahre nach Kriegsende, 1921, an den Folgen des Ersten Weltkriegs starb. Er war verheiratet mit Emilie, geb. Cortzen, und gründete zusammen mit Broder Brodersen, genannt „Muurmann“, das spätere Bauunternehmen „Brodersen und Hassold“. Hans Köhn aus der Wyker Friedrichstraße war der Sohn von Franz und Emilie Köhn.

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