Der erste Weltkrieg : Gefallen an der Westfront

Die Ruinen von Verdun im Jahr 1916. Die Schlacht gilt als eine der verheerendsten im Ersten Weltkrieg .
Die Ruinen von Verdun im Jahr 1916. Die Schlacht gilt als eine der verheerendsten im Ersten Weltkrieg .

Volkert Julius Arfsten erliegt bei Reims einem Granatschuss. Sein Bruder Simon Theodor fällt in Verdun.

shz.de von
28. Juli 2018, 19:00 Uhr

Ende September 1944 erfuhren die Insulaner vom frühen Tod des Boldixumers Simon Theodor Arfsten (geb. 1895), der zirka 30 Jahre zuvor in Verdun schwer verletzt worden war und an den Folgen daran gestorben sein soll. Verheiratet war Simon Theodor Arfsten mit Oline geb. Braren aus Süderende. Zu ihren zwei Söhnen und vier Töchtern gehört Oluf Arfsten vom Wrixumer „Inselhotel“.

Simon Theodor Arfstens jüngerer Bruder Volkert Julius (geb. 1899) kam nicht aus dem Krieg zurück. Er fiel durch einen Granatschuss am 26. Juli 1918 an der Westfront, nachdem er im Februar des gleichen Jahres einberufen worden war. Der väterliche Hof der Brüder Arfsten ist der Holm 8 in Boldixum, der von ihrem Urgroßvater Sönne Arfsten wohl 1809 erbaut wurde.

Der elterliche Grabstein der Brüder Arfsten steht noch auf dem nordwestlichen Teil des Friedhofs von St. Nicolai in Boldixum. Vor dem Stein von Sönne Arfsten und seiner Frau Christine geb. Andersen aus Midlum steht eine Gedenkplatte für ihren bei Reims/Frankreich gefallenen Sohn Volkert Julius. Begraben wurde dieser auf dem Soldatenfriedhof von St. Gilles in Fismes, westlich von Reims. „Allzufrüh und fern der Heimat – Gruben sie Dir Dein Grab, während ahnungslos wir hofften – Dass ein wiedersehn es gab“, steht als letzter Gruß unter der Todesanzeige des Gefallenen, für den Ende September 1918 ein Trauergottesdienst stattfand.

Im gleichen Jahr kaufte Sönne Arfsten das Haus in der Ocke-Nerong-Straße 2 von den Eltern des gefallenen Volkert Martin Carstensen, die dort eine Kaffeerösterei betrieben hatten. Ida, die ledige Tochter von Sönne Arfsten, lebte in späteren Jahren in dem Haus, das nach ihrem Tod von Bäckermeister Hermann Hansen gekauft wurde.

Und was geschieht auf Föhr?

Der Wyker Arzt Dr. Carl Haeberlin, der seit der Mobilmachung als Feldarzt tätig war, kam zu einem mehrwöchigen Urlaub nach Föhr, meldete die Zeitung am 25. Juli1918. Seine Vertretung war zu dieser Zeit eine Frau Dr. Dora Hochdorf, die als „langjährige Assistentin großer Krankenhäuser“ vorgestellt wurde. In den Kriegsjahren 1914 bis 1918 versahen 26 292 Ärzte ihren Dienst in den Lazaretten. Ärztinnen, 46 an der Zahl, wurden nur für kurze Zeit im Frühjahr 1915 zugelassen.

Emilie Göttmann, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Mittelstraße ein Geschäft für Kinder- und Damenwäsche führte, betätigte sich auch immer wieder als Schriftstellerin und Dichterin. Im August 1918 veröffentlichte die „Föhrer Zeitung“ ihr Gedicht „Der Kinder Gebet“, in dem es unter anderem heißt: „Und Mutti das Allerschönste schick, Das ist der Vater, den schick zurück. Stets will ich auch brav und folgsam sein, Nur laß uns nicht immer so allein.“

1914 - 1918: Die Opfer
Vor 100 Jahren brachte der Erste Weltkrieg unendliches Leid über die Menschen in den beteiligten Staaten – auch für Föhr hatte dieser Krieg weitreichende Folgen.  Viele Insulaner zogen begeistert in die Schlacht,  etliche kehrten nicht mehr zurück.  Die Historikerin Dr. Karin de la Roi-Frey  hat den Schicksalen der Kriegstoten von 1914 bis 1918 nachgespürt, deren Namen auf dem  Ehrenmal des Boldixumer Friedhofs stehen.  In einer Serie erinnert sie – jeweils zum 100. Todestag – an diese Menschen.

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