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1. Weltkrieg : Gefallen am letzten Tag der Schlacht

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Heinrich Dabelstein starb vor 100 Jahren. In einer Serie erinnern wir an die Soldaten, deren Namen auf dem Boldixumer Ehrenmal verewigt sind.

Als angesehener Meister seines Fachs und Erbauer vieler stattlicher Häuser in Wyk, zu denen auch das 1906 am Sandwall, Ecke Feldstraße, erbaute Postamt gehört, begeht Hannes Dabelstein 1942 seinen 80. Geburtstag. Seine Frau Sophie, Tochter eines Wyker Schiffers, wird 1950 ihren 87. Geburtstag feiern. Mehr als eine Generation ist es zu diesem Zeitpunkt her, dass das Ehepaar Dabelstein den einzigen Sohn verlor.

Der Architekturstudent Heinrich Dabelstein stirbt „auf dem Felde der Ehre den Heldentod“, heißt es in der Traueranzeige. Während der Marneschlacht vom 5. bis 10. September 1914 verliert der junge Wyker Soldat Dabelstein in den Kämpfen um Soissons sein Leben – am 10. September 1914 und damit am letzten Tag dieser Schlacht. Er ruht in fremder Erde. Am 27. September 1914 wird in der St. Nicolai-Kirche eine Gedächtnisrede für den „innigst geliebten Sohn, Bruder und Enkel“ Heinrich Dabelstein gehalten. Sein Name steht auf dem Ehrenmal des Boldixumer Friedhofs.

Die Schlacht an der Marne markiert eine Zäsur des Ersten Weltkriegs. Nach dem Vormarsch der deutschen Armee Richtung Paris durch Belgien und Nordfrankreich gerät der Bewegungskrieg durch britisch-französische Truppen ins Stocken. Der jahrelange Stellungskrieg in den Schützengräben Frankreichs beginnt.

Heinrich Dabelsteins Schwester Amanda (1870-1941) heiratet den Wyker Goldschmied Georg Hansen (1869-1940), der bekannt ist für seinen Trachtenschmuck. Der Sohn Emil Hansen(1896-1979) führt später am Sandwall ein Zigarettengeschäft.


Und was geschieht auf Föhr?


Die Nieblumerin Christina Martens (1902-1982) erinnert sich, dass das Extrablatt des Vortages über den Kriegsverlauf vom Lehrer vorgelesen wurde. Kleine Fähnchen auf einer großen Landkarte wurden entsprechend der Truppenbewegungen weiterbewegt. „Da mir lange Zeit dieses Amt zustand, lernte ich die umstrittenen Landesteile mit allen Ortschaften, Anhöhen, Flüssen und sonstigen Besonderheiten gründlicher als sonst kennen.“

In Wyk ist die Schlachterei von Volkert Friedrichs (1873-1964) wegen seiner Einberufung seit August geschlossen. In einer Zeitungsanzeige dankt er der Kundschaft für das entgegengebrachte Vertrauen und Wohlwollen. Er bittet, „dieses auch für die Dauer der Abwesenheit zu bewahren.“ Ende Dezember 1914 steht er wieder hinter dem Ladentisch.



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