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Föhr-Amrumer Krankenhausförderverein : Geburtshilfe zentrales Thema

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Mitglieder hatten bei ihrer Versammlung auf Informationen der Klinikleitung gehofft. Doch der Verwaltungschef sagte kurzfristig ab.

von
erstellt am 04.Mai.2016 | 12:15 Uhr

Nicht nur die Ausstattung des Kreißsaals oder den Sterilisator hat der Krankenhausförderverein dem Wyker Krankenhaus spendiert, sondern auch viele andere Dinge, die Mitarbeitern und Patienten Arbeit und Leben leichter machen. Über drei Millionen Euro hat der Verein seit seiner Gründung im Jahr 1989 für die Inselklinik aufgebracht und ist so für den bekanntlich in finanzielle Schieflage geratenen Krankenhausträger ein wichtiger Partner.

Im vergangenen Herbst allerdings, so erfuhren die Mitglieder jetzt bei ihrer Jahresversammlung von der Vorsitzenden Sibylle Franz, waren Gelder für die Wyker Klinik erst einmal auf Eis gelegt worden. Hintergrund war die im September von der Geschäftsführung bekannt gegebene Schließung des Wyker Kreißsaals. „Eine unruhige Zeit“ für den Vereinsvorstand, erinnerte sich Franz. „Es gab viele Gespräche und Briefwechsel, wir haben versucht Einfluss zu nehmen, aber das Ergebnis war gleich Null“, so die Vorsitzende. Der Verein habe weder von Landrat Dieter Harrsen noch von Klinik-Chef Frank Pietrowski Antworten auf seine Fragen bekommen. „Wir mussten die Schließung nur zur Kenntnis nehmen.“

Antworten hätten sich die anwesenden Vereinsmitglieder vom Verwaltungsleiter der nordfriesischen Krankenhäuser, Christian Volquardsen, erwartet, der bei der Jahresversammlung einen Situationsbericht geben sollte. Doch Volquardsen hatte seine Teilnahme kurzfristig am Morgen des Versammlungstages abgesagt – „aus organisatorischen Gründen, die ich leider nicht erläutern kann“, wie Sibylle Franz berichtete.

Um handlungsfähig zu bleiben, sollte eine Lösung zur Wiedereröffnung der Geburtshilfeabteilung gefunden werden, habe man den Auszahlungsstopp verhängt, berichtete sie weiter. 4000 Euro habe man dann im Herbst aber doch noch für die Klinik locker gemacht – für die Reparatur des erst fünf Jahre zuvor vom Förderverein für 100  000 Euro angeschafften Sterilisators. Der war im vergangenen Sommer wegen Problemen mit der Wasserleitung, an die er angeschlossen war, stillgelegt worden. Andere Mittel, die der Förderverein für 2014 bereitgestellt hatte, waren vom Krankenhausträger erst gar nicht abgerufen worden, weil er für seinen Anteil an den geplanten Anschaffungen kein Geld habe, erfuhren die Mitglieder von Kassierer Christian Christiansen.

Trotzdem will der Verein in diesem Jahr wieder 90  000 Euro für die Inselklinik locker machen. Die größten Brocken bei den Investitionen sind ein neues Ultraschallgerät, an dem er sich mit bis zu 40  000 Euro beteiligen will, und eine neue optische Einheit für die Endoskopie im Wert von 36  000 Euro. Außerdem stehen zwei moderne Krankenbetten für zusammen 5800 Euro auf der Liste.

Breiten Raum nahm in der Versammlung die von den Insulanern immer noch bekämpfte Schließung der Geburtshilfeabteilung und die Sorge um den Klinikstandort Wyk ein. Dessen Zukunft – so wurde vor allem Beiratsmitglied Dr. Reinhard Raabe nicht müde zu betonen – sei durch den Sicherstellungszuschlag für Insel-Kliniken gewährleistet, „so sicher wie das Amen in der Kirche“.

Und auch der ärztliche Direktor der Wyker Klinik, Dr. Jörn Harder, wusste Beruhigendes zu berichten: „Wir sind im Bettenbedarfsplan des Landes, da kann der Kreis uns nicht so einfach zumachen, ohne das Land zu fragen.“ Trotzdem: „Wir haben dazu heute auf substanzielle Aussagen von Herrn Volquardsen gewartet“, bedauerte Sibylle Franz dessen Absage.

„2015 war für uns eines der schwierigsten Jahre“, begann Jörn Harder seinen Bericht, in dem er nach einem kurzen Überblick über die Patientenzahlen (1341 stationäre – und damit nur vier weniger als im Vorjahr – sowie 7000 ambulante) und die Personalsituation ausführlich auf die Schließung der Geburtshilfeabteilung einging, in der es, wie er betonte, in Jahrzehnten keine Probleme gegeben habe. Doch im Juli 2014 habe der Rechtsanwalt des Krankenhauses, Markus Keubke, bei Klinik-Chef Pietrowski eine Überprüfung der Geburtshilfeabteilung gefordert. Am 3. September 2014 seien dann zwei Gutachter vor Ort gewesen. Auszüge dieses Gutachtens – dessen kompletten Inhalt Pietrowski und Harrsen bekanntlich bis heute unter Verschluss halten – seien den Gynäkologen und dem ärztlichen Direktor am 15. September 2014 zugesandt worden. Auf den Tag genau ein Jahr später wurde die Schließung der Abteilung bekanntgegeben. „Das Gutachten kann nicht so schlecht gewesen sein, sonst hätte nicht ein Jahr vergehen dürfen“, meinte Harder auf Nachfragen von Christian Christiansen. „Da stimmt doch was nicht“, brachte der frühere Vorsitzende des Krankenhausförderveins, Hark Gereke, das Misstrauen der Insulaner auf den Punkt.

Gewählt wurde schließlich an diesem Nachmittag auch noch: Christian Christiansen, der allerdings angekündigt hatte, dass er sich über einen Nachfolger freuen würde, wurde einstimmig im Amt des Kassierers bestätigt, ebenso einstimmig wiedergewählt wurde Kassenprüferin Karin Boetius.

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