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In Wyk : Fußgängerzone soll attraktiver werden

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Im Vergleich zur Mittelstraße wirkt die Große Straße ungemütlich und lädt nicht zum Einkaufsbummel ein. Nun wird die Meile zwischen Sandwall und Glockenturm runderneuert.

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erstellt am 03.Jun.2017 | 10:00 Uhr

Unsere Innenstadt soll schöner werden. So könnte das Motto lauten, unter dem Wyks Politiker gemeinsam mit dem Föhrer Handels- und Gewerbeverein (HGV) und Anwohnern derzeit nach Lösungen suchen, die Mittel- und die Große Straße attraktiver zu machen. Dass insbesondere Letztere dringend einer kosmetischen Behandlung bedarf, ist bei allen Beteiligten Konsens. „Die Mittelstraße ist mit den Häusern, der Breite und wie sie gewachsen ist gemütlicher“, stellt der HGV-Vorsitzende Bernd Wigger dem parallel verlaufenen kleineren Pendant ein gutes Zeugnis aus. Ganz anders die Meile zwischen Sandwall und Glockenturm, die mit ihrer geraden Führung ohne jede Besonderheit zum Durchfahren einlade, nicht aber zum Schlendern und Verweilen.

Das Problem ist lange bekannt, neue Erkenntnisse gibt es nicht. Denn alle Beteiligten diskutieren dieses Thema seit rund sieben Jahren in regelmäßigen Abständen. Doch nun soll die Theorie der Praxis weichen, soll die Große Straße runderneuert werden. Grundlage hierfür sind gestalterische Ideen, die in den Reihen des HGV gesammelt wurden, und eine Planung von Dr. Jörn Wagner. Mit der hatte der Kieler Landschaftsarchitekt 2010 den von der Stadt ausgeschriebenen Ideenwettbewerb „Grenzenloses Stadterleben“ gewonnen.

Da die Umgestaltung die gesamte Fußgängerzone mit Ausnahme des Sandwalls betrifft, sind mehrere Etappen geplant. Wobei man für den Bereich um den Glockenturm noch in der Ideenfindung sei, sagt Paul Raffelhüschen. Dabei hat Wyks Bürgermeister einen Vorschlag von Bernd Wigger aufgegriffen. Der sieht vor, auf dem Platz vor der Bücherei eine Kleinkunstbühne zu installieren, um Aktionen von der Strandpromenade in die Innenstadt verlagern zu können. Dies könnte eine flexible Multifunktionsfläche sein, die leicht umgebaut und unterschiedlich arrangiert werden kann, so Wigger. Weitere Schritte sind der Platz am Rosenbeet, den heute die Stadtsäule ziert und der sich in die künftige Gestaltung einfügen soll, sowie die Mittelstraße.

Priorität aber hat die Große Straße. Inwieweit sich hier die Vorstellungen decken, bleibt abzuwarten. Denn während Paul Raffelhüschen dazu tendiert, die Aufhübschung auf die Pflasterung und eine lockere Begrünung zu beschränken, hat der HGV weiterreichende Vorstellungen. „Wenn die Straße neu gemacht wird, muss sie am Ende so aussehen, dass Autofahrer gar nicht erst auf die Idee kommen, sie zu befahren“, sagt Wigger. Dann wäre die gewünschte Erneuerung erreicht. Auch müsse die Dynamik in der Fußgängerzone erhöht werden. „Wir brauchen ein Erscheinungsbild, das die Einkaufsstruktur unterstützt wie auf dem Sandwall oder in der Mittelstraße. Wenn nur die Pflasterung verändert wird, kann auch alles so bleiben, wie es jetzt ist.“ Die jetzige Durchgangsstraße müsse gemütlich werden, mit Bepflanzungen und kleinen Inseln im Verlauf, die das Auge erfreuen und zum Weitergehen animieren. Dazu kämen Halte- und Parkbuchten, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Versorgungsstationen für Hundekot-Tüten und Papierkörbe. Dies alles müsse parallel zu einem Konzept diskutiert werden, das den Verkehr am Ende auf ein Minimum reduziere.

Doch auch Gemeinsamkeiten sind zu erkennen. So sind sich Wyks Bürgermeister und der HGV-Vorsitzende einig, dass auf Lichtstelen oder Lichtbänder und Walfisch- oder andere Intarsien verzichtet werden soll. Alleinstellungsmerkmale, die Teil des Konzeptes von Jörn Wagner waren. Wie auch eine Granitpflasterung, die nach Vorstellung der Wyker Politiker einer Beton-Variante weichen soll. Damit würde der Entwurf, für dessen Umsetzung der Architekt rund vier Millionen Euro veranschlagt hatte, um einiges günstiger werden.

Nun gilt es, eine für alle verträgliche Lösung zu finden. Eine gemeinsame Begehung mit Anwohnern, Geschäftsleuten und Politikern in der Großen Straße in dieser Woche muss noch ausgewertet werden; für die Mittelstraße steht ein Termin für einen solchen Rundgang noch nicht fest. Geplant ist zudem eine Einwohnerversammlung, in der die Bürger informiert werden sollen und Anregungen einbringen können. Dann käme wieder Jörn Wagner ins Spiel, der die Vorstellungen der Stadt in seine Pläne einarbeiten muss.

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