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Diskussion : "Fußgängerzone den Fußgängern lassen"

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Niemandem wird zu viel zugemutet, wenn er sein Rad in der Wyker Fußgänger-Zone zu schieben hat. Sagen die Wyker Senioren und fordern, das Radfahren nachts und außerhalb der Saison nicht zu erlauben.

Wyk | Soll das Radfahren in der Fußgängerzone künftig nachts und außerhalb der Saison erlaubt sein? Bevor der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am Donnerstag erneut über dieses Thema berät, hat der Seniorenbeirat seine Kritik an diesem Vorhaben noch einmal formuliert. Den Ausschussmitgliedern liegt ein Schreiben des Beirats vor, in dem Volker Kahl auf die Gefahren und Risiken eingeht, die durch Radfahrer für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit ausgehen. "Wie dicht und oft völlig überraschend Radfahrer an einem vorbeihuschen, weiß im Grunde jede und jeder von uns" so der pensionierte ehemalige Wyker Pastor, der sich heute im Beirat für die Belange seiner Generation einsetzt.
Auch Gefahr für kleine Kinder

Auch das von Wyker Politikern vorgebrachte Argument, dass man zu Zeiten, wo Lieferwagenverkehr zugelassen ist, das Radfahren nicht verbieten könne, stößt beim Seniorenbeirat auf Kritik - es sei denn, es handelt sich um ausdrücklich gekennzeichnete Lieferfahrräder. Niemandem, so die Wyker Senioren, werde zuviel zugemutet, wenn er sein Rad in der kleinen Wyker Fußgängerzone schieben müsse. Weiter verweist der Seniorenbeirat auf die Fördergelder zum Ausbau des Sandwalls, die unter der Voraussetzung gezahlt wurden, dass die Flaniermeile barrierefrei ausgebaut wurde. Der Beirat stellt den Antrag an die Stadtvertretung, die Befahrensregelung nicht zu ändern.

Bei der jüngsten Seniorenversammlung herrschte unter den Teilnehmern Einigkeit darüber, dass sie sich durch oftmals rücksichtslose Radfahrer verunsichert und gefährdet fühlten. Und auch für kleine Kinder stellten Radfahrer eine Gefahr da. "Kinder hören Autos herankommen, Fahrräder hören sie nicht", gab Friedel Engelland zu bedenken. "Wie kann es angehen, dass in einer Kurstadt eine Fußgängerzone außer Kraft gesetzt wird", wunderte sich Ingrid Kainz, während eine andere Rednerin androhte, die Stadt zu verklagen, sollte sei einmal von einem Radfahrer angefahren werden.
"Die bedanken sich freundlich und steigen ab"

Dr. Manfred Nohl riet dagegen zur Selbsthilfe: Wenn ihm im Fußgängerbereich Radfahrer entgegenkämen, würde er sie freundlich auf das Fahrverbot hinweisen und ihnen erzählen, dass hinter der nächsten Ecke jemand vom Ordnungsamt von Radfahrern 10 Euro kassiere. "Die bedanken sich freundlich und steigen ab".

"Wir haben zwar kein Stimmrecht, aber eine Stimme", appellierte Kahl an die Wyker Politiker, die Bedenken der Senioren zu berücksichtigen. Das Radfahren im Winter zu erlauben, könne vielleicht noch toleriert werden, aber nicht in der Saison. "Wen man das Radfahren bis 10 oder 11 Uhr erlaubt, fahren die den ganzen Tag", ist sich Kahl sicher.

Sitzung
Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen tagt Donnerstag, 4. Juni. Um 18 gibt es einen Ortstermin zur Verkehrsregulierung im Bereich Feldstraße/Gartenstraße – Rebbelstieg/Halligweg – Feldstraße, Treffpunkt ist an der Kreuzung Feldstraße/Gartenstraße. Gegen 18:45 Uhr geht es im Sitzungssaal der Amtsverwaltung mit folgender Tagesordnung weiter: Befahrensregelung Fußgängerzone für Radfahrer; Standortabbau von öffentlichen Fernsprecheinrichtungen durch die Telekom; Bewachung Strand und Innenstadtbereich.

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erstellt am 04.Jun.2009 | 09:39 Uhr

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