Föhr : Für echte Inselkinder

Freuen sich über die Spende: Hebamme Kerstin Lauterberg und Inselgeburt-Vorsitzende Susanne Keisat mit Andrea Arfsten, Christine Eberlein und Resi Levsen vom Gospelchor (v. li.).
Freuen sich über die Spende: Hebamme Kerstin Lauterberg und Inselgeburt-Vorsitzende Susanne Keisat mit Andrea Arfsten, Christine Eberlein und Resi Levsen vom Gospelchor (v. li.).

Spenden und Arbeitseinsätze: Der Geburtshaus-Bau hat viele Unterstützer.

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17. Juli 2018, 14:00 Uhr

Standing ovations gab es, als der Gospelchor der St.-Nicolai-Gemeinde sein 25-jähriges Bestehen mit einem Konzert feierte – tosenden Applaus nicht nur für die Sängerinnen und Sänger, tosenden Applaus auch für die Ankündigung, dass die Spenden, die nach dem Konzert gesammelt wurden, an den Verein Inselgeburt für den Bau des Föhrer Geburtshauses gehen sollten. „Die Leute haben laut gejubelt, das war schon unglaublich“, berichtet Inselgeburt-Vorsitzende und Chorsängerin Susanne Keisat, die gestern die Spende für das Geburtshaus entgegennehmen durfte. 1000 Euro kamen zusammen, einige Konzertbesucher hatten sogar richtig große Scheine in den Kollektenkorb geworfen.

Die Spende des Gospelchores ist eine von vielen, über die sich Keisat und ihr Team freuen können, seit sich herumgesprochen hat, dass es mit dem Geburtshaus Ernst werden soll, in dem schon bald wieder Inselkinder auf der Insel geboren werden können, was im Wyker Krankenhaus seit der Schließung der Geburtshilfeabteilung im Herbst 2015 nicht mehr möglich ist. „Leute spenden bei Todesfällen, bitten bei Geburtstagsfeiern um Geldspenden für uns anstelle von Geschenken, wir bekommen unglaublich viel Unterstützung“, berichtet Keisat.

Und nicht nur die Mitarbeiter des neuen Hotels an der Gmelinstraße (wir berichteten) sondern auch viele andere Insulaner bieten ganz praktische Hilfe beim Ausbau des Reetdachhauses am Wyker Grünstreifen an, in dem das „Babynest“ entsteht. So hat ein pensionierter Fliesenleger professionell den Boden verlegt und just während der Spendenübergabe kam gestern Nachmittag Gerd Jakobsen vom Wyker Hafenamt mit einigen Grün-Bau-Mitarbeitern vorbei, um das Außengelände des zukünftigen Geburtshauses zu inspizieren. „Die spenden uns für einige Tage ihre Arbeitskraft, um den Boden, auf dem Stellplätze entstehen sollen, und den Rettungsweg zu präparieren“, freut sich Hebamme Kerstin Lauterberg.

Während auf der Baustelle selbst im Moment nicht mehr so viel Betrieb herrscht, wie noch vor einem Monat, geht es mit dem Genehmigungsverfahren voran. So hat der Rettungsdienst des Kreises Nordfriesland die Räume inspiziert. „Die kamen gleich mit einem Rettungswagen an und haben ausprobiert ob die Trage um die Ecken, durch die Türen und durch das Fenster passt, das wir als Notausgang eingebaut haben“, berichtet Keisat.

Und dass die Brandschutzvorschriften eingehalten wurden, wurde auch bereits akribisch untersucht. Als die entsprechende Behörde ihren Termin auf der Hotelbaustelle hatte, wurde auch gleich ein Abstecher zum Grünstreifen gemacht.

Schon in wenigen Wochen hofft Kerstin Lauterberg im „Babynest“ loslegen zu können – das dann angesichts der vielen Helfer und Spender nicht nur ein Projekt des Vereins Inselgeburt, sondern ein Projekt der ganzen Insel sein wird.

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