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Friesenmuseum : Für die Zukunft gewappnet sein

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Zweckverband will in den nächsten Jahren kräftig investieren. Im Haus Jansen soll neben dem Depot ein Café entstehen.

Wenn auch das Wyker Dr.-Carl-Häberlin-Friesenmuseum seinem Leitbild entsprechend das historische Gedächtnis der Insel Föhr darstellt, bedeutet dies noch lange nicht, dass hier alleine die Vergangenheit im Mittelpunkt steht. Vielmehr ist den Verantwortlichen bewusst, dass es auch für ein Museum keinen Stillstand geben darf, und so stellten die Mitglieder des Zweckverbandes bei ihrer jüngsten Sitzung die Weichen für eine Weiterentwicklung der Einrichtung.

Wie die Leiterin des Museums, Jutta Kollbaum-Weber, in ihrem Bericht deutlich machte, stellte die erfolgreiche Zertifizierung des Friesenmuseums im vergangenen Jahr nicht nur eine Überprüfung des Hauses durch Fachleute dar. „Das Zertifikat kann eine Argumentationsgrundlage für Zuwendungen darstellen. Es ist quasi eine Bescheinigung, dass wir nach den internationalen Standards für Museen arbeiten“, so Kollbaum-Weber. Diese Argumentationshilfe wird das Friesenmuseum schon bald benötigen, denn die Mitglieder des Verbandes billigten einstimmig einen Projektantrag für die zukünftige Ausrichtung dieser Einrichtung.

Verbandsvorsteher Christian Roeloffs erinnerte daran, dass zwei Bauabschnitte, nämlich ein Anbau an das historische Museumsgebäude sowie die Umgestaltung des benachbarten Haus Jansen schon seit einiger Zeit im Gespräch seien. „Wir können auf einen Zuschuss von 200  000 Euro von der Stiftung Sven Paulsen hoffen und etwas Eigenkapital nutzen“, so Roeloffs, der weiter informierte, dass „Annemarie Lübcke mit ihrem Faible für Gelder“ bei der weiteren Antragstellung für Landeszuschüsse mitwirke.

„Es geht auch darum, das Friesenmuseum für den Fremdenverkehr nachhaltig aufzustellen“, erläuterte Jutta Kollbaum-Weber weiter. Da beide Bauabschnitte nicht auf einmal realisiert werden können, habe man sich dafür entschieden, als erstes das Haus Jansen in Angriff zu nehmen. Da ein Neubau nicht finanziert werden könne, habe man sich für eine Renovierung des Gebäudes entschieden, wofür rund 500  000 Euro benötigt werden. Dabei sollen im Erdgeschoss ein Café und behindertengerechte Toiletten entstehen, während das Obergeschoss als Magazin für sensible Museumsstücke genutzt werden soll. „Wir platzen aus allen Nähten und benötigen dringend Platz für weitere Exponate“, so die Museumsleiterin.

„Bereits seit einiger Zeit laufen die Bemühungen, das Museum zukunftsfähig zu gestalten“, ergänzte Annemarie Lübcke. So komme ein Förderprogramm der Landesregierung wie gerufen, da es unter anderem der Förderung eines nachhaltigen Kulturtourismus gelte. Es handle sich dabei um einen Wettbewerb, in dessen erster Stufe die Inhalte dargestellt werden müssen. In der zweiten Stufe müssten dann konkrete Planungen vorgelegt werden. „Das Museum hat Dank seines Leitbildes und der Zertifizierung gute Karten in diesem Wettbewerb“, so Lübcke.

In seiner Versammlung billigte der Museumszweckverband den Haushalt für das laufende Jahr, wobei die Föhrer Gemeinden eine Verbandsumlage von knapp 196  000 Euro aufbringen müssen.

In einem allgemeinen Rückblick auf das vergangene Jahr berichtete Kollbaum-Weber, dass die Besucherzahlen mit knapp 28  000 Menschen in etwa denen des vorangegangenen Jahres entsprechen. Die besucherstärksten Tage seien auch 2014 wieder die Sonderveranstaltungen im Sommer und vor dem Weihnachtsfest gewesen. Die Museumsleiterin konnte weiter vom ehrenamtlichen Einsatz zahlreicher Menschen berichten. Besonders erwähnte sie in diesem Zusammenhang die Aktivitäten des Gartenbaumeisters und Rosenzüchters Thorsten König aus dem westfälischen Herdecke, der nicht nur eine Rose mit dem Namen „Föhr“ gezüchtet hat, die im vergangenen Sommer von Friede Springer im Museumsgarten getauft wurde. König hat auch den Catharinen-Rosengarten beim Museum wieder auf Vordermann gebracht hat und außerdem neue Rosen angepflanzt, womit nun 100 verschiedene Sorten präsentiert werden können.

Zum Abschluss ihrer Ausführungen machte Jutta Kollbaum-Weber deutlich, dass weitere Entwicklungen im Museum oft nicht am Geldmangel, sondern an zu wenig Arbeitskräften scheitern. Dabei stelle es schon eine gewisse Entlastung dar, dass sich das Museum mit dem Friisk Funk eine Mitarbeiterin im freiwilligen sozialen Jahr – Kultur – teilen könne.

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erstellt am 16.Feb.2015 | 12:30 Uhr

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