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Amrum : Für aufwändige Reparaturen gerüstet

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Mit dem jetzt getauften Bakensetzboot "Butt..." verfügt das Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning über vier Arbeitsschiffe.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 08:17 Uhr

Amrum | "Butt..." heißt das neue Bakensetzboot des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Tönning, das jetzt auf Amrum getauft wurde. "Mit dem Neubau verfügt das WSA Tönning in seinen beiden Außenbezirken über vier solcher Arbeitsboote und ist dadurch auch für aufwändige Reparaturen bestens gerüstet", erklärte Amtsleiterin Christina Ruddeck. Mit den besten Wünschen für eine immer gute Fahrt ließ Verena Wolf, Mitarbeiterin des nautischen Büros in Tönning, die Sektflasche am geschmückten Rumpf des neuen Bootes zerschellen. Mit einem imposanten Konzert der Signalhörner der großen Schiffe im Hafen wurde der Zuwachs standesgemäß begrüßt.

"Wir sind glücklich, dass dieses Spezialschiff in Wittdün stationiert wird", betonte der Leiter des Amrumer WSA-Außenbezirks, Wolfgang Stöck, und wies darauf hin, dass ein Schiffsneubau in der heutigen Zeit knapper Finanzen für einen Bundesbetrieb nicht zur Selbstverständlichkeit gehöre.

Rund 149 000 Euro hat der knapp acht Meter lange Neubau gekostet, der zweite dieser Art von der Deters-Werft in Berne an der Weser. Das Schiff verfügt über eine Hochleistungspumpe zum Einspülen der Pricken und Baken und einen 66 Kilowatt starken Diesel-Innenbordmotor. Das 2,6 Tonnen schwere Schiff hat bei einer Beladung von 500 Kilogramm und vier Mann Besatzung nicht mehr als 50 Zentimeter Tiefgang. "Durch den Festsetzpoller, der zum Fixieren des Schiffes in den Meeresboden abgesenkt wird und so das Halten der Position ermöglicht, vergrößert sich das Zeitfenster, in dem wir in den sogenannten Prickenwegen sicher arbeiten können, erheblich", so Stöck.

Gegenüber der früheren Methode, als noch sechs Personen mit der Arbeit beschäftigt waren, reichen nun vier Mann Besatzung aus. Hafenmeister Frank Bergert erinnert sich zu gut an die früheren Arbeitsweisen mit einem einfachen Hafenboot ohne eigene Pumpe und Festsetzpoller. "Das war teilweise abenteuerlich und für das Personal überaus kräftezehrend, ein Mann musste im Wasser stehend das Boot auf Position halten, während die anderen mit dem Einspülen auf dem schwankenden Schiff beschäftigt waren."

Christina Ruddeck sieht in dem Neubau eine konsequente Weiterentwicklung der Technik und das Einfließen von Erfahrungen aus dem täglichen Arbeitsbetrieb. Selbst zu dem baugleichen Boot, dass 2012 abgeliefert wurde, gibt es wieder Veränderungen. "Bei diesem Neubau wurde auf eine noch konsequentere Umsetzung der galvanischen Trennung zwischen Aluminium und Eisenmetallen Wert gelegt", erklärt Maschinenbauingenieur Jörg Conradsen. Er hatte die Ausschreibung für den Neubau zusammengestellt und die Fertigung des Spezialbootes begleitet.

"Das Boot ist komplett aus Aluminium, aber Teile am Motor, der Pumpe und anderen Aggregaten sind aus Eisenmetallen und Kupfer gefertigt. Bei den bisher in Dienst gestellten Bakensetzbooten mussten wir leidvoll erfahren, wie zerstörerisch galvanische Ströme und vorhandene Feuchtigkeit auf das Aluminium einwirken", berichtet Wolfgang Stöck aus Erfahrung.

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