Bergwaldprojekt : Frühjahrs-Aktion auf Amrum

Die Freiwilligen leisten einen Beitrag zum Erhalt des Waldes.
Die Freiwilligen leisten einen Beitrag zum Erhalt des Waldes.

Mehr als 50 Ehrenamtliche im Einsatz für einen stabilen Inselwald. Ziel ist, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten.

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06. März 2018, 08:30 Uhr

Seit dieser Woche bis zum 17. März ist das Bergwaldprojekt erneut auf Amrum im Frühjahrseinsatz. Insgesamt zirka 50 freiwillige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland pflanzen unter professioneller Anleitung standortheimische Laubhölzer und pflegen bereits gepflanzte Kulturen auf der Nordseeinsel. Ziel des Einsatzes ist es, die ökologische Situation am Projektstandort zu verbessern und die Teilnehmenden auch über die Projektwochen hinaus für eine nachhaltige Lebensweise zu sensibilisieren.

Der Orkan Christian hatte im November 2013 größere Schäden im Altwald der Insel hinterlassen. Die Freiwilligen leisten einen persönlichen Beitrag zum Erhalt des Waldes und zum ökologischen Umbau der Bestände. Finanziert wird der Einsatz über die Kooperation mit dem Versandhändler Otto, der den naturnahen Waldumbau auf Amrum schon einige Jahre unterstützt. Anja Dillenburg, Leiterin der Corporate Responsibility des Unternehmens, dazu: „Das Projekt ist Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Wir engagieren uns zusammen mit dem Bergwaldprojekt für den ökologischen Waldumbau auf Amrum, um ein Beispiel zu geben, dass gemeinsames gesellschaftliches Handeln für den Erhalt der natürlichen Grundlagen möglich ist.“

Unter Anleitung der Projektförster Christoph Wehner und Sebastian Hiekisch und unter der Regie von Bezirksförster Walther Rathkens werden die Freiwilligen vor allem Pflegemaßnahmen in älteren Kulturen durchführen und standortheimische Laubhölzer in den Sturmwurfflächen anpflanzen.

Die Freiwilligen sind im Haus Amrum in Norddorf untergebracht und fahren täglich mit Fahrrädern zur Arbeit. Auch der kulturelle Hintergrund kommt mit dem Besuch des Friesenhauses nicht zu kurz. Neben der körperlichen Arbeit wird während der Projektwoche viel Wissenswertes über die Zusammenhänge im Wald und die Abhängigkeit des Menschen von den natürlichen Lebensgrundlagen vermittelt.

„Aufgrund der Erfahrungen in den Projektwochen entwickeln die Ehrenamtlichen oftmals neue Beziehungen zum Wald und zur Natur. Dies bestärkt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihren Alltag umweltverträglicher und ressourcenschonender zu gestalten. Sie tragen somit zum dringend notwendigen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Welt bei“, sagt Christoph Wehner vom Bergwaldprojekt.

Das Bergwaldprojekt mit Sitz in Würzburg bringt mit seinen Einsatzwochen allein in Deutschland jedes Jahr mehr als 2000 Menschen in die Natur. 2018 finden 102 Projektwochen an 46 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt. Ziel der Arbeitseinsätze ist es, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen. Der Verein finanziert sich größtenteils aus Spenden.

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