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Musikalische Unterstützung : Frischer Wind in alten Mauern

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Versuchsballon: Eine Benefizveranstaltung zugunsten des Wrixumer Mühlenvereins könnte Auftakt einer Konzertserie in lockerer Folge sein.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2017 | 12:30 Uhr

Die Idee zu einer musikalischen Unterstützung des Wrixumer Mühlenvereins hatten die Interpreten des abendlichen Konzertes in den Räumlichkeiten der ehemaligen Gastätte „Zur Mühle“ selbst. „Man muss die besten Ideen nicht immer allein haben“, fand Heidi Braun, Wrixumer Bürgermeisterin und Vereinsvorsitzende, treffend die einführenden Worte. „Hauptsache, irgendjemand hat sie.“

So wandte sich das Duo, bestehend aus Wolfgang Philipp (Geige) und Annamaria Cserepka (Piano), an die Vorsitzende, um mit dem Konzert ihre Unterstützung anzubieten und um einen „Versuchsballon“ zu starten, ob weitere musikalische Auftritte folgen werden. „Auf jeden Fall bringen wir in diesem Sommer wieder frischen Wind in die alten Gemäuer mit Reisegesellschaften, Hochzeiten und der Kinder-Uni“, erläuterte Heidi Braun. „Wir hoffen aber auch sehr auf eine Fortführung der kulturellen Ereignisse.“

„Wieder ist ein kleiner Schritt zur Sanierung unserer Mühle getan, denn die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz hat die Zusage für eine Förderung gegeben. Es ist zwar weniger Geld als wir erhofft hatten, aber somit ist der Eigenanteil der Zahlungen gewährleistet und wir können weiter Gas geben“, resumierte Braun. In Zweiwochenfrist solle es dann zu einer ersten Beurteilung des Mühlenbaus durch einen Spezialkonstrukteur aus Niedersachsen kommen. Braun hat sich für die Betreuung der Baufragen prominente Hilfe an ihre Seite geholt, denn mit dem Buchautoren und Müller- und Mühlbautechniker Rüdiger Hagen aus Wedemark steht ihr eine absolute Koryphäe in Sachen archaische Windkraft zur Verfügung. „Herr Hagen wird uns auch helfen, weitere Firmen zu finden, denn laut Gesetz brauchen wir drei Kostenvoranschläge zur Vorlage. Das alles kostet Geld und deshalb sind Abende wie dieser so wichtig, denn jeder Euro zählt.“

Trotz der sehr kurzfristigen Ankündigung fanden sich mehr als 50 Gäste ein, um eine musikalische Mixtur aus einerseits Klassik und Moderne und andererseits Ohrwürmern und völlig Unbekanntem zu genießen.

Schon beim ersten Lied, einem Menuett von Ludwig van Beethoven, stellte sich eine kleine Überraschung ein, denn die Räumlichkeiten in der Mühle erwiesen sich als akustisch durchaus brauchbar – eine Qualität, mit der man vor Konzertbeginn nicht hatte rechnen können. Ob der Vertrautheit der „Träumereien“ von Robert Schuman geriet das Publikum schon früh an diesem Abend ins leichte Schunkeln und zeigte dem Musikerduo, wie genussvoll auch ein Konzert in Kleinstbesetzung sein kann. Anhaltende Applausstrecken waren das dankbare Zeichen dieses Wohlgefallens.

Wo es inhaltlich Sinn machte, ergänzte Wolfgang Philipp das eigentliche Musikstück mit zusätzlichen Informationen, historischen Eingliederungen und Anekdoten. So erfuhr das Publikum von einem fast tragischen Erlebnis Philipps mit dem Weltstar John Neumeier, erlebte eine musikalische Lektion über das am Piano simulierte Pizzicato aus einer Joseph-Haydn-Serenade, die eigentlich für ein Streichquartett konzipiert ist, und lernte, dass die Wiener Pianistin, Sängerin, Komponistin und Musikpädagogin Maria Theresia von Paradis seit früher Kindheit blind und trotzdem zu Zeiten der Wiener Klassik extrem populär war und sogar auf Europatournee ging.

Die Künstler verstanden es immer wieder, nach eindringlichen oder traurigen Stücken wie der Titelmelodie von „Schindlers Liste“ von John Williams oder „Liebesleid“ von Fritz Kreisler erneute Leichtigkeit in den Abend zu bringen mit Liedern wie dem Adagio in B-Dur von Johann Sebastian Bach oder Haydns „Drei deutsche Tänze“. Auch auf eine Zugabe war das Musik-Team vorbereitet und entließ die Gäste des Abends mit Sergei Rachmaninoffs „Vocalise“ in die Nacht.

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