Studio in den Räumen der Ferring-Stiftung : Friesen-Radio: Landesvater gibt den Startschuss

Peter Harry Carstensen läutet die Ära des Friesischen Radios ein.  Foto: len
Peter Harry Carstensen läutet die Ära des Friesischen Radios ein. Foto: len

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28. September 2010, 06:37 Uhr

Alkersum | Ein Termin ganz nach dem Geschmack von Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen war offensichtlich der Sendestart des Friisk Funk Westküste in der Ferring-Stiftung, mit dem ein lange gehegter Wunsch der Friesen nach einem eigenen Radiosender in Erfüllung gegangen ist. Carstensen strahlte mit der Sonne um die Wette und ließ es sich nicht nehmen, das neue Studio genauestens zu inspizieren, aus dem der friesische Sender jeden Morgen von 8 bis 9 Uhr auf der UKW-Frequenz 96,7 von Meldorf bis Niebüll und von Bredstedt bis Steenodde zu hören sein wird.

Der Ministerpräsident charakterisierte dieses Projekt als "wegweisend für den Erhalt der friesischen Sprache" und als Ausdruck der Kultur und Identität nicht nur der Friesen, sondern des ganzen Landes Schleswig-Holstein. "Es war ein langer Weg bis zum Friisk Funk", so Carstensen weiter, der es als großes Glück bezeichnete, dass die Ferring-Stiftung, der Offene Kanal Schleswig-Holstein (OKSH) sowie der Friesenrat dieses Radio auf die Beine stellen konnten, das den Minderheiten mehr Gehör verschaffen wird. Dabei dankte er besonders Professor Dr. Frederik Paulsen dafür, dass die Ferring Stiftung das Projekt maßgeblich finanziert.

Ohne Frederik Paulsen, die Landesregierung und die Friesen selbst, so Jutta Kürtz, Vorsitzende des Beirats des OKSH, hätte dieser seit Jahren ersehnte Sender nicht entstehen können. "Die Medienanstalt Schleswig-Holstein und der OKSH haben perfekt zusammengearbeitet," so Kürtz weiter, die den Einsatz von Peter Willers (OKSH) und Professor Dr. Volkert Faltings, dem Vorsitzenden der Ferring-Stiftung, hervorhob. Dank der Partnerschaft des Friisk Funk mit dem Norddeutschen Rundfuk (NDR) und Radio Schleswig-Holstein (RSH) sei eine glückliche Verbindung von Privat- und öffentlich-rechtlichem Funk gelungen.

Auch Erk Hassold, Vorsitzender des Friesenrates, verbindet den neuen Sender mit großen Hoffnungen für den Erhalt der Sprache. Er freute sich auch darüber, dass mit dem Friisk Funk auch Arbeitsplätze für friesisch-sprechende Journalisten geschaffen wurden.

Trotz aller Freude über das Erreichte machte Jens Quedens, Vorsitzender des Radiobeirates des Friisk Funk, darauf aufmerksam, dass dem jungen Sender und seinen zwei Redakteurinnen anstrengende Zeiten bevorstehen. "Sie müssen bei Null anfangen, alle friesischen Dialekte bedenken, ohne alle Akteure in Nordfriesland zu kennen." Der Beirat, das versprach Quedens, bemühe sich, als Schnittstelle zu dienen und werde sich um weitere Co-Finanzierung bemühen, denn auf Dauer sei der Sendebetrieb mit zwei halben Stellen kaum denkbar. "Es werden Fehler unterlaufen, wir werden nur kleine Schritte machen können", ist Jens Quedens überzeugt. "Der Friisk Funk braucht in Zukunft keine Meckerer, sondern Unterstützer", meinte der Redner abschließend, denn: "Falls dieser Sender scheitern sollte, werden wir keine zweite Chance bekommen".

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