zur Navigation springen

Volkstrauertag : „Frieden ist noch lange nicht“

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

In den Gottesdiensten und Gedenkstunden auf beiden Inseln sind die aktuellen Ereignisse in Paris allgegenwärtig.

Mit feierlichen Gottesdiensten und Gedenkstunden wurde am gestrigen Volkstrauertag auch auf den Inseln Föhr und Amrum der Toten von Kriegen und Gewaltherrschaft gedacht. Auf allen Inselfriedhöfen wurden an den Mahnmalen für die Toten der beiden Weltkriege Kränze niedergelegt.

Und ob in Boldixum, Süderende oder Nieblum sowie auf dem Friedhof in Nebel, die jüngsten Terror-Anschläge in Frankreich waren allgegenwärtig und das Unfassbare schien die Menschen an diesem Tag noch näher zusammenrücken zu lassen.

Feierlich war es in Süderende, wo der Männergesangverein Föhr-West für die musikalische Untermalung sorgte, feierlich war es in Nieblum, wo unter anderem aktuelle Fluchtgeschichten den Rahmen bildeten, und feierlich war es auch in Nebel. Hier hieß Diakonin Andrea Hölscher den kleinen Kreis der Gemeinde in der St.-Clemens-Kirche willkommen. Hölscher vertrat den aus Krankheitsgründen verhinderten Pastor Georg Hildebrandt. Das Evangelium wurde von Doris Müller verlesen, die in der Kirche ebenfalls sehr engagiert ist und so auch an diesem besonderen Tag Andrea Hölscher unterstützen konnte. „Die Erinnerung reicht nicht aus und mit dem heutigen Tage ermahnen wir uns. Die Welt um uns herum bröckelt enorm.“ Bei diesen Worten zitterte die Stimme von Andrea Hölscher, die die grausamen Ereignisse in Paris ebenfalls erwähnte.

Gemeinsam ging man nach dem feierlichen Gottesdienst zum Ehrenmal. „Frieden und Freiheit, das sind die Grundlagen jeder menschlichen Existenz.“ Mit diesen Worten des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, erinnerte Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus an die schlimmsten Zeiten deutscher Geschichte, an die beiden Weltkriege und jene, die ihnen zum Opfer fielen. „Die Frage nach Krieg und Frieden ist aktuell geblieben. Und der Krieg, alle Konflikte dieser Welt, werden uns jeden Abend frei Haus mit der Tagesschau ins Wohnzimmer geliefert. Flüchtlingsströme aus aller Welt sind unterwegs und machen eines deutlich: Frieden ist noch lange nicht.“

Deutliche und mahnende Worte, mit denen Jürgen Jungclaus die Wichtigkeit des Volkstrauertages als Gedenktag unterstrich. Feierlich legten die Bürgermeister von Nebel und Norddorf, Bernd Dell Missier und Peter Koßmann, schließlich den Gedenkkranz am Ehrenmal nieder.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Nov.2015 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen