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Fering Ferian : Föhrer Friesen feierten ihr Fest

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Auch Gäste vom Festland besuchten den traditionellen Fering Inj. Viele Trachtentänze standen im Mittelpunkt des Abends.

„Loonslidj, huuch a harten! Rüme’m ei at fial, stridj’em för jau hiligst, wäärtfolst arewdial! (Landsleute, hoch die Herzen! Räumt nicht das Feld, streitet für euer heiligstes, wertvollstes Erbteil!)”, so lautet der kämpferische Beginn eines Liedes, das gleich zu Beginn des Fering Inj gesungen wurde. Und getreu dem Titel und Refrain dieses Liedes von Lorenz Conrad Peters „Frinjer, leet’s bewaare üsens fering spriik!“ (Freunde, lasst uns bewahren unsere friesische Sprache), feierte der Fering Ferian mit zahlreichen Gästen sein Jahresfest.

Dabei standen die Trachtentänze der Kindertrachtengruppe (Leitung Maja Ketelsen) und der vielen Trachtentänzerinnen aus allen Dörfern der Insel im Mittelpunkt. Hier war unverkennbar, dass die Tänzerinnen viel Spaß dabei hatten, sich über gelungene Folgen freuten und sich über kleine Fehler amüsierten. Viel Applaus und der Dank des Vorsitzenden Carl „Charly“ Rickmers war ihnen sicher.

„Ihr seid noch gar nicht richtig angekommen“, bescheinigte Jens Quedens vom Öömrang Ferian launig dem Wyker Bürgermeister Paul Raffelhüschen und Amtsdirektorin Renate Gehrmann in Anspielung auf die Tatsache, dass sie ihren Redebeitrag ohne ein Hoch beendet hätten. Natürlich wurden sie ebenso herzlich begrüßt wie auch Ilse Johanna Christiansen, Erk Hassold und Frank Nickelsen vom Friesenrat, Gudrun Fuchs vom Nordfriesischen Verein, Ommo Wilts als langjähriger Mitarbeiter der Friesischen Wörterbuchstelle in Kiel und Schneidermeisterin Tina Staupe, die zum wiederholten Male einen speziellen Trachtennähkurs auf Föhr angeboten hatte.

Christiansen berichtete von ihrem Besuch beim Bundespräsidenten und unterstrich einmal mehr, dass die Friesen für sich selbst streiten und kämpfen müssten. Sie wies darauf hin, dass das Biiken auf die Liste der deutschen immateriellen Kulturgüter gesetzt und damit viel Aufmerksamkeit für die Friesen erreicht worden sei. Einige Insulaner machten aber keinen Hehl daraus, dass das Biiken zunehmend zu einem touristischen Event werde, zu dem immer weniger Hiesige gingen.

Charly Rickmers fragte sich, wo denn die Friesen in einer sich immer schneller drehenden Welt stünden. „Sollen wir zufrieden sein mit dem, wo wir stehen? Können wir damit leben?“ Zusammen mit seinen Mitstreitern von Friesenrat und Nordfriesischem Verein setzt er sich ein für die friesischen Belange in Kreis, Land und Bund.

Für diesen Einsatz ließ Roluf Hennig die anwesenden Ehrenamtler noch einmal hochleben, die sich mit viel Engagement und hohem Zeitaufwand für die friesische Minderheit einsetzen. Er selbst trug mit passender Musik und Gesang zum Gelingen des Festes bei; ganz nach den Zeilen des anfangs genannten Liedes, in dem es über die friesische Sprache heißt:„Jü täär hör ei skööme, as so smok an rik, klangt üs, hiar’f hör bütjlun, sweter üüs musik. (Sie braucht sich nicht zu schämen, ist so hübsch und reich, erklingt uns, hören wir sie im Ausland, süßer als Musik).“

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