Lösung gesucht : Föhrer DLRG sucht ein Zuhause

Wenig einladend und nicht sicher: Die Halle ist marode, feucht und für jedermann zugänglich.
Wenig einladend und nicht sicher: Die Halle ist marode, feucht und für jedermann zugänglich.

Ortsverein hadert mit Unterbringung im maroden Fritsch-Hof und fühlt sich im Stich gelassen. Alternative im Gewerbegebiet möglich.

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16. Juni 2018, 15:30 Uhr

Seit gut zweieinhalb Jahren ist der Föhrer Ortsverein der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) jetzt mit den Föhrer Politikern im Gespräch. Hintergrund ist die Suche nach einem geeigneten Ort für Schulungen und Ausrüstung. Zwei Autos, ein Quad und zwei Boote sowie demnächst auch ein Rettungswagen gehören zum Fuhrpark der Lebensretter, der derzeit im Fritsch-Hof untergebracht ist. Doch die hier genutzte Halle ist marode und die Feuchtigkeit macht dem Material zu schaffen. Zudem sind die Räumlichkeiten aufgrund fehlender Toiletten und Wasseranschlüsse für Schulungen ungeeignet. Diese werden derzeit im Kurgartensaal, in der Dänischen Schule, im Helu-Heim, in der Awo-Begegnungsstätte in der Linge oder im Utersumer Taarepshüs durchgeführt; das benötigte Schulungsmaterial muss jeweils aufwendig hin- und hertransportiert werden.

Eine einvernehmliche Lösung, an der aus Sicht der Stadtvertreter auch Föhr-Land beteiligt sein muss, ist noch immer nicht in Sicht, auch wenn ihm seitens der Politiker immer wieder Handlungsbedarf bescheinigt werde, sagt der DLRG-Vorsitzende Brar Nissen. Er ist enttäuscht, dass sich nichts bewegt, und Wyks Stadtvertreter sind genervt von der Hartnäckigkeit des DLRG-Chefs. Der tingelte in der vergangenen Wahlperiode durch zahlreiche Ausschüsse, schilderte sein Problem und machte Vorschläge. Tatsächlich gab es einen Hoffnungsschimmer: Die Stadt will das demnächst frei werdende Zollgebäude am Hafen vom Bund erwerben. Doch auf das Konzept, das er auf Anregung Michael Lorenzens (Grüne) im Wyker Finanzausschuss erstellt habe, kam nie eine Reaktion, sagt Nissen.

Aus gutem Grund: Die Stadt favorisiert für das Gebäude längst eine andere Nutzung. Dies bestätigt Wyks scheidender Bürgermeister Paul Raffelhüschen (CDU), der einräumt: „Der Informationsfluss ist unglücklich gelaufen, zumal wir schon seit längerer Zeit wissen, dass die Stadt Bürogebäude braucht.“ Allerdings eigne sich das Zollgebäude ohnehin nicht für die DLRG. Die Räume seien klein, die Garage reiche nicht für die Fahrzeuge und ein An- oder Umbau sei nicht möglich, da das Haus unter Denkmalschutz stehe. Dass die Stadt nicht reagierte, begründet Raffelhüschen mit der zeitlichen Abfolge. „Das Zollgebäude wird Ende Juni vakant und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erst tätig, wenn der Pächter seinen Pachtvertrag erfüllt hat.“

Auf die fehlende Eignung der Räume verweist auch SPD- Fraktionssprecher Peter Schaper, der den Fritsch-Hof nach entsprechenden Umbaumaßnahmen als ausreichende Lösung sieht. Hier seien die Fahrzeuge gut untergebracht und Schulungen könnten weiterhin an externen Orten stattfinden. Dass das Thema bisher wenig offensiv behandelt wurde, begründet auch Schaper mit dem Zeitplan. Erst Mitte Mai sei die Frist abgelaufen, für das Grundstück einen möglichen Käufer zu finden. Nun müsse die weitere Nutzung geklärt werden. „Möglich ist ein Abriss, oder eine Lösung für wenig Geld, um die DLRG vernünftig unterzubringen.“

Derweil kündigt Brar Nissen an, den Ortsverein aufzulösen, „wenn wir den Fritsch-Hof räumen müssen und keine Alternative haben“. Das würde die Stadt Geld kosten. Denn die Insel-DLRG stellt zwar keine Wachgänger in der Saison, die allesamt über den DLRG-Landesverband Niedersachsen in Bad Nenndorf gebucht werden. Aber die Föhrer Lebensretter decken für fast alle Veranstaltungen der Stadt die Sanitätsdienste ab – vom Hafenfest über das Tauziehen und Föhr on Fire bis zum Jahrmarkt. Dies müsste dann eine Firma von Festland übernehmen. Ein Kostenfaktor, den Raffelhüschen sportlich sieht: „Dann wird es halt teurer, das kann durchaus sein.“

Ob der Fritsch-Hof abgerissen wird, steht derzeit in den Sternen. Eine mögliche Alternative rückt für den Ortsverein aber in greifbare Nähe. So soll der Hafenbetrieb, der selbst über Boote verfügt, in nächster Zeit ausgesiedelt werden. „Im Gewerbegebiet wäre eine gemeinsame Nutzung einer neuen Halle plus Sozialraum durch Hafenbetrieb und DLRG denkbar“, sagt Betriebsleiter Ulrich Koch, sofern es politisch gewollt sei und baurechtlich keine Einwände gebe.

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