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Polio : Föhrer Ärzte informierten: Rotary-Aktion gegen Impfmüdigkeit

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Kinderlähmung soll ausgerottet werden. Dr. Jörn Harder und Dr. Joachim Wulf berieten Insulaner und Gäste.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2013 | 19:10 Uhr

Sie heißen zwar Kinderkrankheiten, machen aber vor keinem Alter Halt und können gerade Erwachsene manchmal viel heftiger treffen als die Kleinen. Hohen Schutz bieten Impfungen, die etwa Kinder gleich bei den Vorsorgeuntersuchungen erhalten können.

Erwachsene werden häufig nachlässig – ein Anlass für den Rotary-Club der Insel Föhr, auf die allgemeine Impfmüdigkeit aufmerksam zu machen. Dr. Jörn Harder, ärztlicher Direktor der Insel-Klinik Föhr-Amrum und selbst aktiver Rotarier, bot einen Nachmittag lang eine kostenlose Impfberatung an. Unterstützung erhielt er dabei von seinem niedergelassenen Kollegen und Allgemeinmediziner Dr. Joachim Wulf.

Einige Einheimische wie Urlauber nutzten die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre – Kaffee und Kuchen spendierten ebenfalls die Rotarier – ihren Impfpass von einem Fachmann auf „Lücken“ untersuchen zu lassen. Es sei das Ziel, mit dieser Aktion zu zeigen, wie sich eine Infektionskrankheit in ihre Schranken weisen lässt, wenn weltweit dagegen vorgegangen werde, so Harder, der in diesem Zusammenhang auf die internationale Rotarier-Kampagne zur Ausrottung der Kinderlähmung (Polio) hinwies.

„Seit 25 Jahren treiben Rotary und die Weltgesundheitsorganisation mit großer finanzieller Unterstützung der Bill- und Melinda-Gates-Foundation die Impfkampagne gegen Polio an“, so Harder. Mit Erfolg, wie die Zahlen belegen. Bis dahin erkrankten jährlich 350 000 Menschen, im Jahre 2011 wurden „nur“ 650 Neuinfizierte registriert. Die sich auf die Länder Afghanistan, Pakistan und Nigeria beschränken, ist dem Rotary-Flyer „End Polio Now“ zu entnehmen. Eine endgültige Entwarnung könne es aber erst geben, wenn es für die viralen Erreger der Krankheit keine Rückzugsorte mehr gebe.

„Wenn weniger als 80 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, kann es zu einer Epidemie kommen“, warnt Harder und ergänzt, dass das für Masern und Keuchhusten genauso gelte wie für Polio.

Joachim Wulf gab zu bedenken, dass gerade im Internet Anti-Impfkampagnen zu finden seien und rät jedem, genau zu schauen, wer sich zu Nutzen und Risiko einer Impfung äußert, häufig versteckten sich unqualifizierte Personen dahinter.

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