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effektiver klimaschutz : Föhr soll eine Vorzeige-Insel werden

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Nach dem letztjährigen Nieblumer Ideenworkshop von „Wibadiwum“ zum Weltumbau, haben nun im Wyker Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt die ersten konkreten Bemühungen stattgefunden.

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erstellt am 03.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Nach dem letztjährigen Nieblumer Ideenworkshop von „Wibadiwum“ zum Weltumbau, haben nun im Wyker Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) die ersten konkreten Bemühungen auf dem Weg zur Vorzeigeinsel Föhr stattgefunden. „Wibadiwum“ ist ein Abkömmling des Hamburger Competence Centers technische Dienste (CCTD) und verfolgt, wie sein Geschäftsführer Jobst Büscher informierte, das Ziel, Ideen und Initiativen auf dem Weg zu einem effektiven Klimaschutz zusammen- und voranzubringen.

Bei einer Informationsveranstaltung in den Räumen des Kindergartens äußerte die Amtsvorsteherin des Amtes Föhr-Amrum und Vorsitzende der AWO, Heidi Braun, die Hoffnung, dass die Ergebnisse der drei Wochen dauernden energetische Untersuchung des über 40 Jahre alten Gebäudes zu konkreten Maßnahmen führen kann. Energetische Einsparungen, so die Rechnung von Heidi Braun, tragen letztlich auch dazu bei, dass das Amt und die AWO Geld einsparen können.

Als Gast und Redner des Abends konnte Jobst Büscher Dr. Gerhard Knies begrüßen. Der Physiker verfügt als Hauptinitiator der Desertec-Foundation und als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für den Club of Rome über fundiertes Wissen über den Klimawandel und dessen Folgen.

„Die Menschen sind zur Zeit dabei, den Ast abzusägen, auf dem sie sitzen“, betonte Dr. Knies zu Beginn seiner Ausführungen. Seine selbst gestellte Frage, was Föhr mit der Welt zu tun hat, beantwortete Knies mit dem Hinweis, dass die Insel durch die sich verändernde Höhe des Meeresspiegels ganz direkt betroffen ist. Das Schmelzen des Eiskappen und der Grönlandgletscher könne zum Anstieg von mehreren Metern führen.

„Die Menschen leben auf Pump oder Zerstörung“, so der Physiker, der darauf aufmerksam machte, dass als Ausgleich des ökologischen Fußabdruckes, der alle Ressourcen aufzählt, die für den Alltag benötigt werden, rechnerisch 1,5 Erden nötig wären. Als Folge des weiteren Bevölkerungswachstums hauptsächlich in den unterentwickelten Ländern wären in 40 Jahren sogar drei Erden nötig.

Eine wichtige Option, dem Klimawandel entgegenzusteuern, ist die Reduzierung der Nutzung fossiler Energien. Dabei sind die Industrieländer die Hauptverursacher des CO2-Ausstoßes und die Menschen der nicht-industrialisierten Länder die Opfer. Gerhard Knies sagte voraus, dass dies zu einer weltweiten Migration mit riesigen Problemen führen werde. „Die Technik und das Geld, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind da, aber die Zeit wird knapp.“ Das Geld, so Knies’ Überlegung, das weltweit für das Militär und die Rüstung ausgegeben werde, könnte für die Rettung der Erde sorgen. Auch ließ er keinen Zweifel daran, dass der Klimawandel zu großen Teilen nur dem Profit der fossilen Energieindustrie geschuldet ist. „Diese Industrie aber wird sich auch nicht so einfach vom Acker machen.“

Gerhard Knies forderte deshalb einen neuen Denkansatz für die Rettung der Erde, denn der Fehler stecke im System und lasse sich nicht durch die Operation an kleinen Teilen beseitigen.

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