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Naturschützer schauen voraus : Föhr noch stärker in den Fokus rücken

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Plastikmüll am Strand und im Meer wird längst bekämpft. Nächstes Projekt des Insel-BUND: Erhalt typischer Vegetationsarten.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2017 | 12:30 Uhr

Vorstandswahlen waren ein wichtiges Thema bei der Mitgliederversammlung der Inselgruppe Föhr-Amrum des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Wyk, hatte doch die langjährige Vorsitzende Annemarie Lübcke die Insel verlassen. „Mein Lebensmittelpunkt ist jetzt die Hallig Hooge und nicht mehr die Insel Föhr“, betonte Annemarie Lübcke, als sie dennoch zur Wiederwahl vorgeschlagen wurde. Doch die Mitglieder votierten trotz allem einmütig für die alte und neue Vorsitzende. Mit Karin Graff als Lübckes Stellvertreterin und Dr. Manfred Hinrichsen hat der insulare BUND einen Vorstand, der im kommenden Jahr die Arbeit noch stärker auf die Insel Föhr konzentrieren will.

„Der BUND hat in den vergangenen Jahren eine Menge erreicht“, konnte Annemarie Lübcke in ihrem Rechenschaftsbericht konstatieren. Sie erinnerte unter anderem an den Wiesenvogelschutz, die Aktion „Plastikfrei wird Trend“ und das Engagement, den Eintrag von Schutzfäden der Fischernetze ins Meer – der sogenannten Dolly Ropes – zu beenden.

Durch die Einführung eines regelmäßigen Newsletters und die Überarbeitung des Online-Auftritts ist es auch gelungen, die Kommunikation zu verbessern. Die Resonanz auf die BUND-Aktionen sei gut, so Annemarie Lübcke weiter, die die Hoffnung äußerte, dadurch weitere Mitglieder gewinnen zu können. Die zunehmenden Aktivitäten der Föhrer Organisation ließen es nicht mehr zu, nur mit ehrenamtlich Tätigen zu agieren. Mit Angela Ottman habe die Inselgruppe eine hauptamtliche Kraft bekommen, die zu finanzieren nicht ganz nicht einfach sei. Auch stehe der Inselgruppe eine Kraft im freiwilligen ökologischen Jahr zur Verfügung. An Förderprogrammen zur Finanzierung bestimmter Projekte teilhaben zu können, erfordere einen langen Vorlauf, betonte Lübcke, die auf dem steinigen Feld der Antragstellung eine absolute Fachfrau ist. Auf Nachfrage eines Mitgliedes musste die Vorsitzende feststellen, dass der BUND-Landesverband gerade der Westküste wenig Unterstützung zukommen lasse.

Im kommenden Jahr werde man sich noch stärker auf Föhr beziehen, kündigte die Vorsitzende an, wobei sie auf das Naturschutzprogramm verwies. Ziele seien der Erhalt oder die Wiederherstellung typischer Vegetationsarten auf Föhr, zum Beispiel Trocken- und Feuchtheiden aber auch das Straßen-Begleitgrün. Des Weiteren ist vorgesehen, die Entstehung von Streuobstwiesen zu unterstützen. Auch das Wiesenvogelprogramm, bei dem ehrenamtliche Gebietsbetreuer zum Schutz speziell der Uferschnepfen aktiv sind, soll fortgeführt werden.

Mit dem Projekt „Plastikfrei wird Trend“ ist der BUND auf große Resonanz gestoßen. Darauf verwies Angela Ottmann in ihrem Tätigkeitsbericht. Sie verwies auf die Strandmüllboxen, die inzwischen auf 13 Exemplare aufgestockt werden konnten. Ermöglicht wurde ihre Beschaffung durch Spenden. Die Gemeinden sorgen regelmäßig für die Entleerung dieser Boxen, in denen am Strand gefundener Plastikmüll deponiert werden kann.

Möglichst plastikfrei zu werden, haben sich mittlerweile auch viele Vermieter auf die Fahne geschrieben. In einem gemeinsam vom BUND und Föhr Tourismus GmbH angestoßenen Projekt wurden mittlerweile 217 insulare Unterkünfte ausgezeichnet. „Es gibt viele Möglichkeiten, Einwegverpackungen zu vermeiden“, so Angela Ottmann, die darüber hinaus auf die Mehrweg-Kaffeebecher verwies, die auf Föhr die Wegwerf-Behältnisse ersetzen sollen. Leider habe der für die Hauptsaison geplante Probelauf auf den Herbst verschoben werden müssen.

Im Rahmen seines Berichtes verwies Kassenwart Manfred Hinrichsen darauf, dass der Eingang nicht zweckgebundener Spenden recht gering sei. „Der Sperrgutbasar schreibt schwarze Zahlen, womit die laufenden Kosten immer gedeckt werden können“, konstatierte der Kassenwart erfreut.

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