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Leere Kassen : Föhr-Card ist wieder im Gespräch

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mit der elektronischen Kurkarte sollen die Kontrolle der Gäste verbessert und die Einnahmen erhöht werden.

Über zehn Jahre sind es nun her, dass dem Beispiel der Norderney-Card folgend die Möglichkeit diskutiert wurde, mehr Ehrlichkeit bei der Kurabgabe walten zu lassen. Die Idee war, dass kein Urlauber die Insel verlassen konnte, ohne seinen Obolus entrichtet zu haben. Auch auf Amrum war dies ein Thema, wurde dort, wie auch auf Föhr auf Eis gelegt. Das Ergebnis einer Untersuchung hatte gezeigt, dass die Unehrlichkeit der Amrumer Urlauber geringer sei, als eigentlich angenommen wurde.

Nun ist aber das Thema Amrum-Card wieder aktuell und ihr Für und Wider ausführlich diskutiert worden. Angesichts knapper Kassen sind auch auf Föhr Überlegungen angestellt worden, mit Hilfe einer elektronischen Kurkarte die Quelle möglichst optimal zu nutzen. Bei einer gemeinsamen Sitzung des Fachausschusses Föhr unter Leitung von Heidi Braun und des Zweckverbandes Tourismusverband Föhr unter Leitung von Till Müller (Grüne) erläuterte Heinrich Feddersen vom Amt Föhr-Amrum den Stand und die Entwicklungsmöglichkeiten der Abgabe auf der Insel. „Wir sollten den Weg zur Optimierung der Kurabgabe weiter verfolgen – und das möglichst zügig“, so der anschließende Kommentar von Till Müller.

Auch Frank Timpe, Vorstand der Amrum-Touristik, war zu dieser Versammlung ins Wyker Amtsgebäude gekommen, um die Ergebnisse der Diskussionen auf der Nachbarinsel vorzustellen. Deutlich wurde dabei, dass die Vermieter beim Konstruieren von Sicherheitslücken sehr kreativ gewesen sind. Als Beispiel nannte Timpe die Frage, wie Gäste erfasst werden können, die über den Wattwanderweg nach Amrum kommen. „Wer sich mit einem Trolley durch das Watt gekämpft hat, darf von mir aus auch ohne Kurabgabe auf der Insel sein“, so Amrums Tourismuschef dazu.

Mit den „Feinheiten“ der Finanzierung von Tourismusaufwendungen machte Heinich Feddersen vertraut. Auf ganz Föhr fallen jährlich rund 7,8 Millionen Euro für den Fremdenverkehr an, wobei die Einnahmen aus der Kurabgabe 35 Prozent dieses Betrages abdecken. Feddersen erläuterte weiter die Grundlage für die Berechnung dieser Abgabe, wobei er deutlich machte, dass, anders als auf Amrum, auf Föhr keine einheitlichen Sätze der Kurabgabe existieren. Für jede einzelne Gemeinde müsse eine individuelle Kalkulation erstellt werden. Erschwerend komme unter anderem noch dazu, dass unterschiedliche Saisonzeiten gelten. „Will man eine Vereinheitlichung der Kurabgabe, müssen alle zwölf Satzungen der Kommunen entsprechend geändert werden“, machte der Mitarbeiter der Amtsverwaltung deutlich. Nur durch einheitliche Vorschriften könne man die Finanzierungsquelle möglichst optimal nutzen. Die Voraussetzung dafür sei aber eine politische Entscheidung. Zur Verbesserung der Abwicklungs- und Kontrollmöglichkeiten wäre nach Feddersens Überlegung eine Stärkung des elektronischen Meldescheins sinnvoll. Deshalb sollte die entsprechende Sitzungsvorlage vom 8. November 2012, die vor mehr als drei Jahren zurückgestellt worden war, weiter behandelt werden.

Sollte eine neue Regelung zum 1. Januar 2017 in Kraft treten, müssten nach Feddersens Zeitplan die Gemeinde- und Stadtvertretungen bis zum Juli die entsprechenden Nachtragssatzungen verabschiedet und das Amt bis zum November die Gebührensatzung gebilligt haben.

Zur Amrum-Card machte Frank Timpe unter anderem deutlich, dass auf seiner Insel die Voraussetzungen für ihre Einführung einfacher sind. „Die Basis-Voraussetzung ist, dass die Reederei ihre Daten, soweit dies zulässig ist, zur Verfügung stellt.“ Die Kontrolle der Gäste soll nach der Planung durch die Freischaltung des Barcodes bei der Abreise erfolgen, wobei keine Doppelkontrolle durch Reederei und Kurbetrieb stattfinden sollte. Neben allen Vorteilen sieht Timpe aber auch die Gefahr eines Imageverlustes für seine Insel. Schließlich werbe man mit dem Slogan: Kleine Insel – große Freiheit“.

Generell war die Stimmung zugunsten des Vorschlages für eine Optimierung des Einzuges der Kurabgabe. „Die Entscheidung ist überfällig“, betonte Peter Schaper (SPD). Er forderte deshalb eine Grundsatzentscheidung, damit man an die Arbeit gehen könne. „Eine einheitliche Lösung ist möglich, man muss es nur wollen“, so Till Müller. Friedrich Riewerts war allerdings nicht ganz so optimistisch. Die Einführung einer entsprechenden Karte werde komplizierter als auf Amrum sein, wobei er unter anderem auf die Kontrolle der Tagesgäste verwies. „Die Stolpersteine sind noch nicht ausgeräumt“, so der Nieblumer Bürgermeister abschließend.

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erstellt am 07.Apr.2016 | 09:00 Uhr

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