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Geplantes Wyker Luxus-Hotel : Föhr: Baubeginn weiterhin ungewiss

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Im Januar, so hatte Investor Bernd Rathenow den Wyker Stadtvertretern im vergangenen September versprochen, werde mit den Bauarbeiten auf dem ehemaligen Gelände des Haus Schöneberg an der Gmelinstraße begonnen.

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erstellt am 06.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Im Januar, so hatte Investor Bernd Rathenow den Wyker Stadtvertretern im vergangenen September versprochen, werde mit den Bauarbeiten auf dem ehemaligen Gelände des Haus Schöneberg an der Gmelinstraße begonnen – zuerst mit den Appartementhäusern, anschließend mit dem LuxusHotel. Doch inzwischen ist Februar und auf dem Grundstück hat sich noch nichts getan.

Und das wird auch die nächsten Monate so bleiben. Der Baubeginn wurde auf den Herbst verschoben. Zwar liegt inzwischen eine Baugenehmigung für das komplette Vorhaben vor, doch gegen die haben Nachbarn umgehend Widerspruch beim Kreis Nordfriesland eingelegt. Und der ist bislang nicht bearbeitet worden, weil der zuständige Sachbearbeiter in der Kreisverwaltung längere Zeit krank war.

Der Bauantrag für das Hotel mit Tiefgarage (84 Einstellplätze) ist nach Auskunft von Kreis-Pressesprecher Hans-Martin Slopianka am 9. August 2012 in Husum eingegangen. Von Anfang an, so Slopianka, hätten schalltechnische Bedenken wegen der geplanten „Eventfläche“ und dem Zu- und Abfahrtsverkehr für die gesamte Anlage bestanden. Das entsprechende Schallgutachten sei mehrfach überarbeitet worden, da die Immissionsschutzbehörde die Bedenken des Kreises bestätigt habe. Eine genehmigungsfähige Fassung habe dann erst am 17. Mai 2013 in Husum vorgelegen. Die dann immer noch erforderlichen Klärungen einzelner Fachfragen sowie die Abarbeitung der zu diesem Zeitpunkt bereits vorliegenden Bedenken der Nachbarn hätten dazu geführt, dass die Baugenehmigung erst am 24. September erteilt werden konnte. Hiergegen hätten dann Nachbarn fristgerecht Widerspruch erhoben.

Der Bauantrag für die neun Appartementhäuser sei bereits am 19. Juli 2012 beim Kreis eingegangen. Auch hiergegen hätten schon im Verfahren Nachbarn Bedenken bezüglich des Zu- und Abfahrtsverkehrs geäußert. Auch zu den Appartementhäusern habe es eine umfangreiche, insbesondere schalltechnische Prüfung gegeben, die letztendlich dazu geführt habe, dass die Baugenehmigung erst am 2. Mai vergangenen Jahres erteilt werden konnte. Auch gegen diese Genehmigung sei fristgerecht Widerspruch erhoben worden.

Diese Widersprüche der Nachbarn lägen dem Fachdienst Recht der Kreisverwaltung vor, aufgrund eines langen krankheitsbedingten Ausfalls hätten sie aber bisher nicht beschieden werden können. Wegen anderer aufgelaufener Rückstände und vordringlicher Verfahren und Termine werde der zuständige Sachbearbeiter voraussichtlich Anfang März dazu kommen, die Angelegenheiten weiter zu bearbeiten, kündigt Slopianka an.

Eine Verzögerung, die auch Thema im Wyker Bauausschuss war und dort auf Unverständnis stieß. Es könne nicht sein, dass ein Millionenprojekt nicht umgesetzt werden könne, weil ein Behördenmitarbeiter krank sei, monierte Otto Eberhard Schaefer (Kommunale Gemeinschaft): „Das sind Zustände wie in einer Bananenrepublik.“

Allerdings – umgesetzt werden könnte das Projekt bereits, denn die Nachbarwidersprüche, so betont der Kreis-Sprecher, hätten keine aufschiebende Wirkung. „Der Bauherr kann mit der Ausführung der genehmigten Vorhaben beginnen – allerdings auf eigenes Risiko“, betont Slopianka.

Ein Risiko, das dieser offenbar nicht eingehen will. Bernd Rathenow habe ihm gegenüber Anfang Januar erklärt, dass er im kommenden Herbst mit dem Bau beginnen möchte, berichtete Bürgermeister Paul Raffelhüschen im Gespräch mit dem Insel-Boten. Raffelhüschen äußerte Verständnis dafür, dass der Investor nicht anfangen wolle, solange er keine Rechtssicherheit habe.

Rathenow selbst war nicht bereit, sich gegenüber unserer Zeitung zum aktuellen Stand zu äußern. Anders die Sprecherin der Hotelkette Steigenberger, Iris Kujas. Investor Rathenow hatte im vergangenen Herbst Steigenberger als potenziellen künftigen Hotelbetreiber genannt. „Wir sind in den letzten Verhandlungen über einen Vertrag“, hatte er damals gesagt. Verhandlungen, die sich nun offenbar doch noch länger hinziehen. „Da hat sich noch nichts Neues ergeben. Es werden weiter Gespräche geführt und es gibt ein beiderseitiges Interesse an dem Projekt“, sagte Kujas jetzt.

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