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Auf Föhr : Flugzeugträger im Wyker Hafen

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Am Wochenende musste ein Sportflugzeug auf der Sandbank Japsand notlanden. Nun brachte die „Catjan“ die Maschine nach Föhr.

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erstellt am 08.Jun.2016 | 08:30 Uhr

Ein seltenes Bild bot sich gestern Nachmittag im Wyker Hafen, als die „Catjan“ mit einer ungewöhnlichen Fracht in den Wyker Hafen einlief. An Bord des Schiffes befand sich das einmotorige Sportflugzeug, das am Sonntagnachmittag auf Sylt gestartet war und kurz darauf mit einem Motorschaden auf der Sandbank Japsand vor der Hallig Hooge notlanden musste. Der Pilot, seine 31-jährige Begleiterin und ein Hund waren dabei unverletzt geblieben.

Dass sein Schiff als Flugzeugträger fungiere, sei eine Premiere, berichtete Schiffseigner Jan Christiansen, der mit dem guten Verlauf der Bergungsaktion zufrieden war. Die war gemeinsam mit der Bergungsfirma „Porta Air Service“ aus Porta Westfalica erfolgt, deren technischer Leiter Torsten Matz nicht weniger zufrieden war. Mit schiffseigener Winde und Kran hatte die Crew die Maschine an Bord des Frachtschiffes gehievt. Mit Hilfe einer vom Wyker Sportboothafen ausgeliehenen Traverse, in die die rund eine Tonne wiegende Beechcraft wie ein Boot eingehängt werden konnte.

Die sollte auch beim Abladen zum Einsatz kommen, hier mussten sich alle Beteiligten allerdings in Geduld üben. Die Maschine sollte zum Wyker Flugplatz gebracht werden. Doch die Genehmigung für den Transport über Wyks Straßen, darunter Landes- und Kreisstraße, lag nicht vor. „Die ganze Aktion hat super geklappt, und an der letzten Etappe – eigentlich eine Kleinigkeit – scheitert es“, zeigte sich Jan Christiansen entsprechend enttäuscht.

Für ein fast glückliches Ende sorgte schließlich Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen. Der war über die missliche Situation informiert worden und entschied auf dem kuren Dienstweg: „Transport genehmigt“. Allerdings war das Stadtoberhaupt nicht zuständig, weshalb die Wyker Polizei das Ganze wieder abblies und der herbeigeeilte Tieflader leer blieb. Zuständig für die Genehmigung sei der Kreis, sagte Michael Lorenzen von der Wyker Polizeistation, für die Koordinierung das Landespolizeiamt in Kiel. „Auf diesem Dienstweg muss die Genehmigung hängengeblieben sein“, so der Beamte.

Trecker und Tieflader sollen nun heute zum Einsatz kommen und der Odyssee der Beechcraft auf dem Gelände des Wyker Flugplatzes ein vorübergehendes Ende bereiten. Hier soll die Maschine, die keinen Kratzer davongetragen hat und wegen eines Motorschadens notlanden musste, repariert werden. Dann will der Pilot von Föhr aus den Heimflug antreten – hoffentlich ohne weitere Vorkommnisse.

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