Wyk : Flugplatz ist nicht gefährlich

Der Absturz einer Cessna am Ostermontag 2016 auf dem im Bau befindlichen Kartbahngelände machte jetzt ein Gutachten nötig.
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Der Absturz einer Cessna am Ostermontag 2016 auf dem im Bau befindlichen Kartbahngelände machte jetzt ein Gutachten nötig.

Ein Gutachter sieht kein Risiko für die Benutzer der benachbarten Kartbahn. Im Bauausschuss kochten trotzdem noch einmal alte Diskussionen hoch.

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12. Januar 2018, 09:00 Uhr

Seit dem Sommer 2016 ist die Kartbahn neben dem Wyker Flugplatz in Betrieb – jetzt musste der Bauausschuss sich noch einmal mit dem Bebauungsplan für das Gelände befassen. Eigentlich eine Formalie, doch schnell gingen die alten Diskussionen über das umstrittene Projekt wieder los, versuchten die Gegner der Bahn, erneut mobil zu machen.

Doch der Reihe nach: Im Jahr 2014 hatte die Stadt den Bebauungsplan für das Gelände abgesegnet, einige Zeit später wurde eine Baugenehmigung erteilt. Doch dann – die Kartbahnbetreiber hatten bereits mit dem Bau der Anlage begonnen – stürzte am Ostermontag 2016 beim Landeanflug auf den benachbarten Flugplatz eine Cessna auf die Wiese neben dem Kartbahnareal. Prompt gingen Diskussionen darüber los, ob es nicht viel zu gefährlich sei, auf diesem Gelände die Elektroflitzer fahren zu lassen. Um auf der sicheren Seite zu sein, musste die Stadt dazu von einem Gutachter eine Risikoanalyse erstellen lassen. „Sonst wäre uns die Genehmigung wieder entzogen worden“, so Bürgermeister Paul Raffelhüschen. Der Gutachter, der, wie die Ausschuss-Vorsitzende Silke Ofterdinger-Daegel berichtete, sonst für Großflughäfen wie München oder Frankfurt tätig sei, gab in seiner 30 000 Euro teuren Untersuchung für Wyk Entwarnung. Er habe eine Unfallwahrscheinlichkeit berechnet, so Ofterdinger-Daegel, nach der durch einen Flugzeugabsturz auf dem Kartbahngelände alle 300  000 bis eine Million Jahre ein Mensch zu Tode käme. Ein vernachlässigbares Risiko, weshalb der bereits geltende Bebauungsplan in seiner ursprünglichen Form noch einmal beschlossen werden könne.

„Ich bin nach wie vor gegen diesen Standort“, erklärte daraufhin Erland Christiansen (CDU) und kündigte an sich, „weil die Bahn bereits gebaut ist“, der Stimme zu enthalten. Otto-Eberhard Schaefer, ebenfalls erklärter Kartbahn-Gegner, berichtete von Anwohnerbeschwerden wegen quietschender Reifen und forderte, dass die Stadt als Verpächter des Geländes für Abhilfe sorgen solle. „Der Fluglärm ist wesentlich schlimmer, als die Reifen“, meinten Holger Frädrich (SPD), sowie Claudia Andresen und Lars Schmidt (beide CDU). „Wir sollten die alten Diskussionen nicht mehr aufwärmen“, setzte Till Müller (Grüne) der Debatte ein Ende. „Es geht heute nur darum, dass wir damals im Bebauungsplanverfahren einen Aspekt vergessen haben. Jetzt haben wir den in einem Gutachten, geklärt, und darum stimme ich jetzt für den Bebauungsplan, obwohl ich den Standort immer noch für verkehrt halte“. Dem schlossen sich (bis auf Christiansen) die anderen Ausschussmitglieder an.

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