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Insel-Bote

20. August 2017 | 02:25 Uhr

Auf Amrum : Fleisch direkt vom Erzeuger

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Süddorfer Landwirts-Familie Martinen setzt jetzt auf Direktvermarktung. Mit Sohn Oke ist schon die vierte Generation am Ball.

Insulare Aufzucht, heimischer Anbau und regionaler Vertrieb, so könnte in kurzen Worten gesagt sein, was die Familie Martinen in ihrem Hofladen in Süddorf umgesetzt hat. „Die Idee, das eigene Fleisch auf Amrum zu vermarkten, war schon länger da“, sagt Landwirt Irk Martinen, doch der Weg musste noch gesucht werden. Mit der Familienfleischerei Beier aus Niebüll wurde ein Partner gefunden. „In Eigenleistung haben Oke und seine Freunde den Hofladen gebaut“, berichtet Birgit Martinen stolz. Fleisch aus der eigenen Rinderzucht gibt es dort in familiengerechten Portionen zu kaufen, tiefgekühlt und vakuumiert: Rouladen, Gulasch, Rumpsteak, Filetsteak, Bratwurst, Suppen- und Beinfleisch vom Rind.

Seit 1919 wird der Hof von der Familie Martinen bewirtschaftet – mit Oke jetzt in der vierten Generation. „Ein anderes Leben kommt für mich gar nicht in Frage. Schon seit ich denken kann, bin ich mit dabei und wir lieben die Landwirtschaft. Es ist ein hartes und sehr arbeitsreiches Leben, doch wir machen das mit Leidenschaft“, sagt der Jungbauer, der nach seiner abgeschlossenen Lehre zum Landwirt jetzt noch zwei Jahre weiter zur höheren Landwirtschaftsschule geht und seinen Meister machen will.

Hand in Hand arbeitet er mit seinem Vater Irk zusammen, der sich ein bisschen zurückziehen möchte in der nächsten Zeit, „den Weg frei machen für die nächste Generation“. Sie bauen das Futter für ihre Rinder selber an – neben Heu, Gras-Silage und Mais-Silage werden auch Rüben, Gerste, Hafer und Roggenschrot aus eigener Produktion verfüttert. Mineralstoffe und zertifiziertes Schrot wird noch zugekauft für die Fleischrinderkreuzungen aus Limousin, Fleckvieh und Blaubelgiern. „Die Futterbasis selbst anzubauen und das Fleisch selbst zu vertreiben, regionaler geht es nicht“, erklärt Irk Martinen, der auch die neuen und alten Schwierigkeiten in der Landwirtschaft sieht und die aktuelle Situation der Bauern mit früher vergleichen kann. „Meine Eltern haben von zehn Milchkühen leben können, es wurde gemolken und verkauft. Heute ist die Büroarbeit manchmal zeitraubender, als ein Feld zu bestellen“, erklärt er.

Oke Martinen hat in seiner Lehre viele neue Eindrücke bekommen und vor allem sich auch mit anderen Jungbauern austauschen können: „Hier auf Amrum haben wir durch die Boden- und Witterungsverhältnisse ganz andere Schwierigkeiten, dazu kommen die Insellage und die Abhängigkeit von der Fähre.“ Trotz allem möchte er nichts anderes tun. „Das ist mein Leben und wir freuen uns, mit dem Hofladen wieder einen neuen Abschnitt erreicht zu haben mit dem Ziel insulare Aufzucht, heimischer Anbau und regionaler Vertrieb.“ Neben dem Fleisch sollen demnächst saisonal auch Kartoffeln angeboten werden.

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erstellt am 23.Jul.2017 | 12:30 Uhr

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