Erfolgreiche Gilde : Finanziell sehr gut aufgestellt

Weggebrochene Giebelwände, wie hier in Oevenum, und abgedeckte Dächer: die Stürme „Christian“ und „Xaver“ hatten 2013 für beachtliche Verwüstungen gesorgt.
Foto:
1 von 2
Weggebrochene Giebelwände, wie hier in Oevenum, und abgedeckte Dächer: die Stürme „Christian“ und „Xaver“ hatten 2013 für beachtliche Verwüstungen gesorgt.

Gebäudeversicherungsgilde für Föhr, Amrum und die Halligen: Rekordbilanzgewinn folgt auf Rekordschäden. Das erfuhren die Mitglieder in der Jahresversammlung.

shz.de von
02. Juli 2015, 20:45 Uhr

Nach den Rekordschäden im Jahr 2013 folgte nun ein Rekordbilanzgewinn in 2014. Auf diesen einfachen Nenner lässt sich die Situation der Gebäudeversicherungsgilde für Föhr, Amrum und die Halligen bringen. Möglich ist diese Entwicklung nur durch die konservative Rückversicherungspolitik, die zwar den Großteil der Versicherungsprämien frisst, dafür aber das selbst zu tragende Risiko im überschaubaren Rahmen hält. So mussten im Jahr 2014 Schäden im Gesamtumfang von zirka 400  000 Euro reguliert werden, davon allerdings nur rund 50  000 Euro aus der eigenen Kasse, den großen Rest mussten die Rückversicherer übernehmen.

Diese Zahlen präsentierten der stellvertretende Vorsitzende Hark Martensen und der Geschäftsführer der Gilde, Christian Christiansen. Letzterer stellte den Mitgliedern für 2016 auch wieder eine Rückerstattung von Beiträgen in Höhe von 12,5 Prozent in Aussicht, allerdings unter dem Vorbehalt, dass in 2015 keine größeren Schäden auftreten werden. Bisher liege man mit 149 Schäden und einer Schadenssumme von 123  000 Euro gut im Rennen. Sehr gut liege man im Vergleich mit anderen Versicherungen im Bereich der Verwaltungskosten, erläuterte Christiansen nicht ohne Stolz. Die sogenannte Brutto-Kostenquote lag 2014 bei nur 5,4 Prozent. Zum Vergleich: Der letztveröffentlichte Branchendurchschnitt für 2013 lag bei immerhin 25,4 Prozent.

Insgesamt konnte ein Jahresüberschuss in Höhe von 243  000 Euro erwirtschaftet werden, der zum größten Teil in die 2013 arg gebeutelte Schwankungsrücklage überführt wurde. Zusammen mit der Aufstockung der Verlustrücklage um 50  000 Euro und der anvisierten Beitragsrückerstattung steht die Gilde wirtschaftlich glänzend da. Das wurde auch von den Wirtschaftsprüfern so gesehen, die versicherungstechnisch vorsichtig formulierten: „Insgesamt erkennen wir keine Risiken, die ein Fortbestehen der Gebäudegilde in Frage stellen oder deren Vermögens- und Ertragslage nachhaltig beeinträchtigen können.“ So verwundert es nicht, dass Geschäftsführer Christiansen einstimmig in seinem Amt bestätigt und dem Vorstand Entlastung erteilt wurde.

Nach vielen Jahren wurde die Gilde wieder einmal durch das Bundesaufsichtsamt für Finanzen überprüft. Dazu nahmen sich zwei Spezialisten eine Woche lang Zeit, um sämtliche Zahlen, Formulare, Belege und Abrechnungen kritisch zu prüfen. Dabei waren nur Kleinigkeiten zu verbessern und die Aufnahmeformulare an den neuesten Stand anzupassen. Immer wieder ging es um die Risikoanalyse bei der Versicherung von größeren Projekten. Doch genau diese scheint ja in der Vergangenheit richtig gemacht worden zu sein, was die niedrige Schadensquote und die geschickte Rückversicherung beweisen.

Damit sieht sich die Gilde als verlässlicher und servicefreundlicher Regionalversicherer gut aufgestellt und hofft auf 50 bis 60 neue Mitglieder in diesem Jahr.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen