Bei der Arbeiterwohlfahrt : Feuerwehren simulieren den Ernstfall

Mit der Drehleiter wurden die „Verletzten“ in Sicherheit gebracht.
Mit der Drehleiter wurden die „Verletzten“ in Sicherheit gebracht.

Mit einer gemeinsamen Übung demonstrierten die Wyker und Wrixumer Brandbekämpfer ihre Schlagkraft. Dabei galt es auch, verletzte Personen zu bergen.

shz.de von
27. Juni 2014, 11:45 Uhr

Die Freiwilligen Feuerwehren aus Wyk und Wrixum halten vier bis fünfmal pro Jahr spezielle Übungen an und in größeren Gebäuden ab. Ziel ist es, für den Fall eines Einsatzes schon einmal vor Ort gewesen zu sein, um neuralgische Punkte zu kennen – auch wenn der Notfall nie komplett simuliert werden kann. Solch einen „Notfall“ gab es kürzlich in der Wohnanlage des Föhrer Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Linge.

Einsatzleiter Thies Krüger, Wrixumer Wehrführer, beschrieb die Eckpunkte: „Wichtig ist für uns, Erkenntnisse über das Gebäude und die Arbeitsabläufe beider Wehren zu bekommen, sowie das Zusammenspiel junger Kameraden und alter Hasen, ausgehend vom Notruf bis zum Eintreffen aller Kräfte“.

Um 19.15 Uhr hatte Krüger per Funk Alarm ausgelöst, kaum vier Minuten später traf das erste Einsatzfahrzeug am AWO-Gebäude ein – ohrenschonend ohne Martinshorn. Der Trupp befragte „die verwirrte Zeugin“ und verschaffte sich einen Überblick. Dann ging es flott: Insgesamt zehn Einsatzfahrzeuge, mit dabei auch die große Drehleiter und ein Tanklöscher, fuhren vor und sorgten in der Linge für Aufmerksamkeit. Hilfsbereit bot ein Anwohner sogar den eigenen Gartenteich zum Abpumpen an.

Die Situation vor Ort war schnell klar: Rauchentwicklung im Waschkeller, Ausbreitung von Bränden und mehrere, teils schwer verletzte, ohnmächtige Personen, die rasch geborgen werden mussten. 53 Feuerwehrmänner, einige mit schwerem Atemgerät, machten ihren Job. Weitere drei Kollegen taten Dienst in der Zentrale. Natürlich würde es im Ernstfall weitere Absperrungen geben, Polizei und Hubschrauber wären präsent. Und auch das Adrenalin aller Einsatzkräfte würde spürbar ansteigen. Doch sinnvoll war diese Übung allemal – sehr wichtig, das Areal angefahren und erkundet zu haben.

„Verletzte“, nicht ansprechbare Dummies wurden per Drehleiter in Sicherheit gebracht und erstversorgt. Weitere AWO-Bewohner evakuierte die Feuerwehr geordnet durch den Hauptausgang. Am Rande wurde zwar gescherzt, dennoch konnte man sich gut vorstellen, wie fordernd ein echter Alarm ist. Nach 30 Minuten war der „Brand“ unter Kontrolle. Aufräumen und Einpacken liefen routiniert ab.

Thies Krüger betonte: „Wir merken bereits erste Auswirkungen des demografischen Wandels und freuen uns über Nachwuchs bei der Feuerwehr“. Nach rund einer Stunde war die Übung beendet und die Mannschaften begaben sich geschlossen nach Wrixum. Bei Grillwurst und Gemütlichkeit übte man erste Manöverkritik .

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