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in wyk : Feste Anlaufstelle für die Hospiz-Initiative

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Geplant ist ein „Minizentrum“ mit festen Öffnungszeiten in der Boldixumer Straße. Ein weiteres Projekt ist die Verlegung des „Treffpunktes für Trauernde“ vom evangelischen Gemeindehaus in der Wyker St. Nicolai-Straße nach Nieblum.

1375 Stunden ihrer Zeit verschenkten die ehrenamtlichen Mitglieder der Hospiz-Initiative Föhr-Amrum im vergangenen Jahr für Fortbildungen und die Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase und deren Angehörigen. Dies berichtete der Vorsitzende Jörg Weißbach bei der Jahresversammlung des Vereins. Weißbach informierte weiter über Aufgaben und Projekte der Hospiz-Initiative.

Konkret geplant ist ein „Minizentrum“ mit festen Öffnungszeiten für Gespräche, Informationen, Kontakte und Beratung. Das Büro im Blumenladen von Birte Jacobsen auf dem Gelände des Lebensmittelmarktes an der Boldixumer Straße wurde dem Verein kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ingeborg Meis wird als ausgebildete Koordinatorin dort anzutreffen sein.

Ein weiteres Projekt ist die Verlegung des „Treffpunktes für Trauernde“ vom evangelischen Gemeindehaus in der Wyker St.  Nicolai-Straße nach Nieblum. Dort wird als Gastgeberin Elke Schultz an ihrem Ruhetag montags von 15.30 bis 17 Uhr ihr „Altes Landhaus“ als „Trauercafé END-LICH“ zur Verfügung stellen. Ehrenamtliche ambulante Hospizbegleiterinnen werden dann diese Nachmittage mit den Gästen gestalten.

Die Hospizinitiative, die im Jahr 2008 gegründet wurde, kann derzeit bereits den vierten Ausbildungskurs für Hospizhelferinnen anbieten. Er begann mit zwölf engagierten Teilnehmerinnen im März. Es gebe bereits wieder eine Warteliste für einen Folgekurs, berichtete der Vorsitzende. Dank der Unterstützung durch Mitgliedsbeiträge und Spenden seien weiterhin Aktivitäten des Vereins wie Fortbildungen, Supervisionen und Projekte möglich.

Für weitere zwei Jahre wurden Jörg Weißbach als Vorsitzender, Elke Schultz als zweite Vorsitzende, Susanne Campbell als Schriftführerin, sowie Petra Hansen-Stritzke und Maiken Dethlefs als Beisitzerinnen gewählt.

Neben den Mitgliedern füllten weitere Interessierte den Galerieraum des Reedereigebäudes am Hafen beim anschließenden Vortrag zum Thema Sterbebegleitung, Sterbehilfe und ärztlich assistiertem Suizid. Martin Mommsen-von Geisau, Klinikseelsorger im Malteser Krankenhaus in Flensburg und Vorsitzender des klinischen Ethik-Komitees, erläuterte anhand konkreter Fallbeispiele unterschiedliche Begrifflichkeiten und die aktuelle Rechtslage. Er begann sein Referat mit der Frage: „Was brauche ich, wenn nichts mehr geht, wenn der Mensch den letzten Weg nicht gehen kann?“. Unterstützung der Authentizität sei wichtig. Geborgenheit, Vertrauen und Sicherheit müssten geschaffen werden. Die Seele könne der medizinischen Entwicklung nicht folgen. Das Leben sei ein Geschenk, so Mommsen-von Geisau. „Kann man es abgeben, zurückgeben, selbstbestimmt?“, fragte der katholische Seelsorger.

Die Patientenverfügung setze Werte fest. Die „passive Sterbehilfe“ beziehe sich auf das Unterlassen, Begrenzen und Beenden lebenserhaltender Maßnahmen. Doch wann ist der Zeitpunkt für einen Behandlungsabbruch gekommen? Mit wem wird der Zeitpunkt besprochen?

Die „indirekte Sterbehilfe“ beschreibe eine Lebensverkürzung als Nebenwirkung einer Therapie zur Minderung des Leidens und ist ebenfalls zulässig. „Aktive Sterbehilfe“ mit Tötung auf Verlangen ist dagegen verboten. Die „Beihilfe zum Suizid“, das Bereitstellen des Mittels für den Selbstmord, ist durch das ärztliche Berufsrecht verboten.

Der Vortrag endete mit der Frage: Was bleibt zu tun? „Lasst uns Vertrauen schaffen und gnädig sein mit uns und den uns umgebenden Menschen und lasst uns dafür sorgen, bereitzustellen was gebraucht wird“, so der Referent.



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erstellt am 30.Apr.2015 | 09:00 Uhr

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