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Insel-Bote

15. Dezember 2017 | 15:24 Uhr

Ferienhäuser gefragt als Altersvorsorge

vom

Preise in vergangenen Jahren um bis zu einem Drittel gestiegen

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | Die Deutschen kaufen immer mehr Ferienhäuser, bevorzugt in der Heimat. Und jeder zweite Käufer setzt dabei auf die Küste. Hier ist in den vergangenen drei Jahren die Zahl der neu erworbenen Ferienhäuser am stärksten gestiegen: um 12,8 Prozent an der niedersächsischen Nordsee, gefolgt von den Ostsee-Inseln (11,1 Prozent) und der Ostsee Schleswig-Holsteins (7,4 Prozent). Favoriten waren Timmendorfer Strand und Scharbeutz.

Für die Studie hat das Maklerunternehmen "Engel & Völkers" mit dem Online-Ferienhausvermieter "Home Away FeWo-direkt" 2700 Eigentümer von Ferienimmobilien befragt. "Das Ferienhaus profitiert vom Trend, dass sich Reisende auch im Urlaub wie zu Hause fühlen wollen", sagt Tobias Wann von "Home Away". Marc Euler, Sprecher der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein bestätigt: "Bei Touristen sind Ferienhäuser extrem beliebt. Man kann sich selbst versorgen, sein Haustier mitbringen, hat vielleicht sogar einen kleinen Garten für die Kinder."

Laut Studie ist der Anteil der Ferienhausnutzer allein im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent gestiegen. Kehrseite des Trends sind höhere Preise. In den vergangenen zehn Jahren seien Ferienhäuser an der Nordsee um 33 Prozent, auf den Ostsee-Inseln um 26 Prozent teurer geworden. Für ein Ferienhaus auf einer Nordsee-Insel legten Käufer zuletzt durchschnittlich 295 000 Euro auf den Tisch, auf den Ostsee-Inseln waren es 230 000 Euro. An der Ostsee kosteten Objekte durchschnittlich 160 000, an der Nordsee 150 000 Euro.

Motiv für den Kauf: Das Haus gilt nicht nur als selbstgenutztes Urlaubsziel, sondern als Kapitalanlage und Standbein der Altersvorsorge. Grundsätzlich werde es als krisensicherer Sachwert gesehen, mit dem noch Geld verdient werden könne, sagt Kai Enders, Vorstand bei "Engel & Völkers".

Volker Sindt vom Eigentümerverband "Haus & Grund" in Kiel mahnt zu Besonnenheit: "Eine Ferienwohnung ist nicht die beste Altersvorsorge. Dauerhaft vermietete Immobilien in Städten rentieren sich besser." Auf ganz Deutschland bezogen ist der Boom bei den Ferienhäusern bereits überschritten. Er war im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge leicht rückläufig.

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