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Schöne Geste : Farbtupfer für die Föhrer Gemeinden

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

10 000 Narzissen-Zwiebeln verteilt: Hospiz-Initiative Föhr-Amrum bedankt sich auf besondere Weise.

von
erstellt am 13.Okt.2017 | 12:30 Uhr

Mit einem besonderen Projekt drückt der Hospiz-Verein Föhr-Amrum im zehnten Jahr seines Bestehens Gemeinden und freiwilligen Helfern seinen Dank aus: Die Sterbebegleiter überreichten den Gemeinden 10  000 Blumenzwiebeln, die stellvertretend von den jeweiligen Feuerwehren in Empfang genommen wurden. Von der ursprünglichen Idee, einen inselweiten Pflanztag zu organisieren, hatte die Initiative allerdings abgesehen – zu groß wäre der logistische Aufwand gewesen. So legen die Gemeinden nun selbst den Zeitplan fest. Elke Clausen, Maiken Dethlefs und Inken Hinrichsen von der Hospiz-Initiative hoffen, dass bei den Pflanzaktionen witzige Fotos entstehen, „dann machen wir noch einen Bilderbogen“, versprach Clausen im Feuerwehrgerätehaus am Rebbelstieg, wo die Wehren aus Wyk, Boldixum und Wrixum die Narzissenzwiebeln in Empfang nahmen. Zuvor waren bei zwei Ortsterminen die Föhrer Ost- sowie die Westgemeinden bedacht worden.

Man könne auf diese Art die Insel verschönern und wolle ein Zeichen setzen, erläutert Elke Clausen den Hintergrund der Idee. Sehr viele Menschen würden hier gemeinnützig arbeiten und die Aktion sei für all jene gedacht, die sich über schöne Blumen freuen.

Über das ganze Jahr verteilt zeigt die Hospiz-Initiative im Jubiläumsjahr Präsenz, mit Fortbildungen, monatlichen Vorträgen, einer Feier in Alkersum und einer Kino-Vorführung am morgigen Sonnabend (14.), dem Welt-Hospiztag („Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, Kino am Sandwall, 18.30 Uhr). Ein wichtiger Tag für die Initiative, betont Clausen: „Wir fühlen uns zugehörig. Seit 50 Jahren gibt es den Hospiz-Gedanken in Deutschland, seit zehn Jahren auf Föhr. Das finde ich beachtlich“. Gut aufgestellt sei die Initiative auf der Insel, fügt sie an. Und das sei nötig, denn: „Wir kriegen das Kinderkriegen auf der Insel schon nicht hin, deutschlandweit werden die Geburtskliniken geschlossen, und mit dem Sterben werden die Menschen auch noch allein gelassen. Wir sind ausgebildete Sterbebegleiter und können die Traurigkeit in den Arm nehmen“.

Um selbst loslassen zu können, sei die Supervision das geeignete Mittel. Vier Mal im Jahr kommen die Ehrenamtlichen unter fachlicher Anleitung in diesen Genuss und reflektieren Erlebtes. In monatlichen Arbeitstreffen werden zudem Manöverkritik geübt sowie künftige Aufgaben und gemeinsame Fahrten besprochen. So wollen die Ehrenamtlichen zu einem Friedhofsbesuch nach Hamburg fahren, das Krematorium in Flensburg und das Hospiz in Niebüll wurde bereits besucht. Und Elke Clausen spricht für die Initiative, wenn sie sagt: „Im Mittelpunkt steht immer die Frage, wie mit Menschen umzugehen ist, die im Sterben liegen“.

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