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Auf Amrum : Familien-Idyll am Inselstrand

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Auf der Insel hat die Kegelrobben-Wurfsaison begonnen. Strandspaziergänger sollten von den Raubtieren Abstand halten.

Nachdem auf Helgoland die Kegelrobbenpopulation schon stark zugenommen hat, kann der Öömrang Ferian jetzt auch für Amrum die erste Geburt vermelden. Am Freitag in den frühen Morgenstunden kam die junge Kegelrobbe zur Welt.

Sie wird etwa drei Wochen am Amrumer Strand verweilen und in dieser Zeit ihr Körpergewicht von zirka zwölf Kilogramm auf 50 Kilo steigern. Nach dem Fellwechsel von flauschig weiß zu wasserabweisend grau wird die dann eigenständige Kegelrobbe auf Fischfang gehen.

Bereits in den letzten Tagen hatten Mitarbeiter des Norddorfer Naturzentrums bei ihren täglichen Kontrollgängen am Kniepsand immer wieder männliche und weibliche Kegelrobben in der Brandung beobachtet. „Es war nur eine Frage der Zeit, wann das erste Jungtier auftauchen würde“, so der Leiter des Naturzentrums, Christian Vogel.

Die Naturschutzvereine appellieren an alle Strandbesucher, von dem Robbenbaby genügend Abstand zu halten. Die Jungtiere würden bei zu großer Störung in das Wasser flüchten und das könnte für die junge Kegelrobbe den Tod bedeuten, da das weiße Babyfell noch nicht wasserabweisend ist. Es würde sich vollsaugen und könnte dann keinen ausreichenden Kälteschutz mehr gewährleisten.

Außerdem sei zu beachten, dass der Weg zwischen Wasser und Jungtier für die erwachsenen Kegelrobben immer frei bleiben muss. Denn die Robbenkinder bleiben in den ersten Tagen nach der Geburt an Land und liegen dann oft stundenlang allein am Strand oder in den Dünen. Ihre Mütter unternehmen nämlich regelmäßig ausgedehnte Jagdausflüge. Wenn man also ein Kegelrobbenkind allein am Strand beobachtet, heißt das nicht, dass es verlassen wurde. Die Mütter kommen regelmäßig – oft auch während der Dämmerung oder nachts – zurück, um ihre Kinder zu säugen.

Hunde sind am Strand, auch zu ihrem eigenen Schutz, an die Leine zu nehmen. Denn trotz ihres knuffigen Aussehens: Kegelrobben sind die größten in Deutschland frei lebend vorkommenden Raubtiere, die bis zu 300 Kilogramm schwer werden. Und wenn ein solcher Koloss, weil er Gefahr für sein Junges wittert, wütend wird, ist nicht mit ihm zu spaßen.

Das Jungtier wird durch den Öömrang Ferian tagsüber beobachtet; wer Fragen hat, kann die Naturschützer jederzeit ansprechen.

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erstellt am 12.Dez.2016 | 07:50 Uhr

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