WM-Flair in Wyk : Fairplay und keine Hooligans

Bei den jüngeren Schülern wurde Brasilien souverän Weltmeister.
1 von 2
Bei den jüngeren Schülern wurde Brasilien souverän Weltmeister.

Auf dem Helu-Platz: Förderverein, Eltern und Rüm-Hart-Schule organisierten zum vierten Mal eine Schüler-Weltmeisterschaft.

shz.de von
15. Juni 2018, 16:15 Uhr

Sollte die kleine Wyker Fußball-Weltmeisterschaft als Spiegel für die große WM in Russland dienen, so gibt es viele gute Nachrichten: Nur Fairplay, weder Gelbe noch Rote Karten, begeisterte Zuschauer und keine Hooligans. In jeder Mannschaft müssen zudem zwei Mädchen sein. Der Weltmeister kommt allerdings aus Brasilien oder dem Senegal. Das von der Rüm-Hart-Schule und dem hauseigenen Förderverein initiierte Turnier wird – wie die richtige WM auch – alle vier Jahre durchgeführt, ist ebenfalls ein sportliches Großereignis und findet jeweils zum Start der WM statt.

Zwölf Mannschaften aus zwei Jahrgangsstufen (erste/zweite und dritte/vierte Klasse) spielten auf dem Helu-Sportplatz für ein Land, das sich auch tatsächlich für die WM qualifiziert hat. Wie im richtigen Leben konnten sich die kleinen Kicker ins Viertel-oder Halbfinale durchkämpfen oder für den Siegerpokal Tore schießen. So setzten sich im Finale die kleinen Brasilianer gegen die Schweden sowie die etwas größeren Fußballer aus dem Senegal gegen die Australier durch, aus den jeweiligen Fankurven kamen motivierende Anfeuerungsrufe. Dritte und Vierte wurden bei den Kleinen Südkorea und England, bei den Großen Island und Portugal. Souverän geleitet wurden die Spiele von einigen Zehntklässlern der Eilun-Feer-Skuul, die für diesen Vormittag freigestellt worden waren.

Bereits am Abend zuvor hatten sich Eltern, Lehrer, Mitglieder der Flüchtlingshilfe und der Förderverein kulinarisch auf den Ansturm nach der Vorrunde Gedanken gemacht und ein leckeres Buffet vorbereitet, das Kräfte freisetzen sollte. Dem Förderverein sind auch die ansprechenden Pokale zu verdanken, die weißen Trikots spendete eine Föhrer Bau-Firma. Die Nationalfarben hatten die Schüler selbstverständlich in Eigenregie auf die Vorderseiten gemalt. Sowas stärkt den Teamgeist schon im Vorwege.

Eine diesjährige Besonderheit war das DFB-Mobil, das seit 2010 Schulen und Vereine besucht, Trainer qualifiziert oder Lehrer unterstützt, Fußball im Sportunterricht anzubieten. Lothar Rath, der auf eine lange Trainingserfahrung zurückblicken kann, zeigte sich nach einer Trainingseinheit begeistert von den jungen Kickern: „Das ist eine ganz tolle Sache hier auf Föhr!“

Das schulische Großereignis, so Schulleiter Christoph Steier mit einem Dankesblick auf die Cheforganisatorin und Lehrerin Tina Peterzumplasse, erfordere natürlich auch eine gute Vorbereitung. Die hatte mit diversen Projekten zum Thema „Sei fair, sei fit“ bereits im Mai begonnen, unter anderm mit einer gemeinsamen Fahrt zu einem Kinderkonzert „Mit dem Fußball um die Welt“ des Schleswig-Holsteinischen Musikfestivals in Flensburg.

Echte Freude an einem Sieg herrschte übrigens nicht nur bei den Kindern: „Die Lehrer haben eins zu null beim Traditionsspiel gegen die Eltern gewonnen“, frohlockte Lehrerin Stefanie Path und ergänzte schmunzelnd: „durch unseren Schulleiter.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen