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spezial-training : Fahrtüchtigkeit unter Beweis gestellt

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Föhrer Feuerwehrleute nahmen an Sicherheitstraining teil – Notbremsungen und Slalomfahrten standen im Mittelpunkt des praktischen Teils.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2014 | 09:00 Uhr

Besonders jugendliche Autofahrer überkommt manchmal die Lust, die Grenzen ihrer Fahrkünste sowie die Möglichkeiten ihrer fahrbaren Untersätze auszutesten. Nicht nur erlaubt, sondern geradezu gefordert wurde jetzt von den Maschinisten einer Reihe Föhrer Feuerwehren, ihre Fahrtüchtigkeit zu erproben, und auf dem Parkplatz beim Wyker Wellenbad waren dabei eindrucksvolle Fahrten zu beobachten.

„Sicherheitsprogramm für Einsatzfahrzeuge“ lautete das Motto eines eintägigen Spezialtrainings, zu dem der Kreisausbilder für Sicherheit, Lutz Boysen, von der Feuerwehr Humptrup nach Wyk gekommen war. Der nordfriesische Kreisfeuerwehrverband bietet, übrigens als Vorreiter in ganz Schleswig-Holstein, dieses spezielle Übungsprogramm schon seit einiger Zeit an, doch wäre es für die Insulaner zu kostspielig geworden, mit ihren großen Wagen aufs Festland zu fahren. Deshalb sagte sich Joachim Christiansen, Amtswehrführer des Amtes Föhr-Amrum, dass es sich doch anbiete, den Spieß umzudrehen, und den Ausbilder auf die Insel zu holen. Lutz Boysen ließ sich nicht lange bitten, packte seine sieben Sachen und reiste nach Föhr.

Bevor seine Schützlinge mit ihren gewichtigen Fahrzeugen auf die „Piste“ durften, galt es zunächst für sie, sich auf den Hosenboden zu setzten und Theorie zu pauken. Lutz Boysen, der beim niedersächsischen Landesverband der Feuerwehr eine Ausbildung zum Sachverständigen für Sicherheit absolviert hat, machte dabei deutlich, dass gerade die Fahrer der schweren Feuerwehrfahrzeuge besonders gefordert sind. Müssen sie doch im Stress eines Ernstfalles ihre Wagen beherrschen können und auf alle Möglichkeiten vorbereitet sein.

Zwar haben alle Führerscheininhaber während ihrer Ausbildung gelernt – und rasch wieder vergessen – welche Kräfte bei zunehmender Geschwindigkeit auf ein Fahrzeug einwirken. Dies erfuhren die Föhrer Maschinisten nicht nur in der Theorie, sondern am Nachmittag auch in der Praxis. Allerdings durften sie sich erst ans Steuer ihrer Wagen setzen, nachdem sie Lutz Boysen über die korrekte Sitzhaltzung und die richtige Entfernung zum Lenkrad informiert sowie noch einmal auf die Anschnallpflicht hingewiesen hatte.

Auf einen ganz besonderen Gefahrenpunkt, der wohl wenig Aufmerksamkeit genießt, machte Boysen aufmerksam: Wo soll der Helm während der Einsatzfahrt verstaut werden. „Ich halte überhaupt nichts davon, dass der Fahrer ihn auf dem Kopf behält, da sein Sichtwinkel eingeschränkt wird“, so Boysen. Diese Kopfbedeckung könnte aber im Fall einer Notbremsung auch zu einem tödlichen Geschoss werden, wenn sie nirgends befestigt ist.

Notbremsungen gehörten dann zu den Übungen, die auf dem Wellenbadparkplatz zu absolvieren waren. Nicht zum Üben von Aquaplaning, wie einige Zuschauer vermuteten, sondern zum Schutz der Reifen war dafür die Fahrplan unter Wasser gesetzt worden. Zunächst mussten die Fahrer aus einem Tempo von 20 Kilometern in der Stunde eine Totalbremsung hinlegen, wobei die Geschwindigkeit im Laufe der Touren gesteigert wurde. Auf dem Trainingsprogramm standen außerdem Slalomfahrten und die Teilnehmer mussten ihre Fahrkünste beim Ausweichen vor Gefahrenquellen beweisen.

Lutz Boysen, der sehr zufrieden mit dem überaus motivierten Einsatz seiner Schüler war, machte deutlich, dass nicht jeder Fahrer ein Niki Lauda sein muss. „Wichtig ist für die Sicherheit, dass die einzelnen Fahrer ihre Grenzen erkennen“.

Dieses Sicherheitstraining soll übrigens fortgesetzt werden. Bereits am 15. November kommt der Kreisausbilder für Sicherheit erneut nach Wyk und dann sollen auch die Amrumer Maschinisten die Möglichkeit bekommen, ihre Fahrzeuge bei einer Totalbremsung zu testen.

 

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