Nordfriesische Inseln : Expedition vor der eigenen Haustür

Eifrig beugten sich die Teilnehmer der Föhrer Auftaktveranstaltung über die „Leerkarte“.
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Eifrig beugten sich die Teilnehmer der Föhrer Auftaktveranstaltung über die „Leerkarte“.

Sie werden von Insulanern für Insulaner und Gäste erarbeitet: Die Uthlande sollen auf speziellen Wanderrouten erkundet werden.

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15. Januar 2018, 12:00 Uhr

An Flyern zu unterschiedlichsten Themenbereichen der Insel ist auf Föhr eigentlich kein Mangel. Dennoch hat sich die Insel- und Halligkonferenz (IHKo) als Projektträger die Erstellung eines Wanderführers auf die Fahnen geschrieben. Eine Broschüre für Wanderer soll aber nicht nur für Föhr, sondern für alle Inseln und Halligen der Uthlande erstellt werden.

„Diese Wanderbroschüre soll ein Gemeinschaftsprojekt der Uthlande-Bewohner werden und dabei viel Wissens- und Erlebenswertes zusammenfassend dokumentieren.“ Dies betonte Natalie Eckelt, Geschäftsführerin der IHKo, jetzt bei einem Auftakt-Workshop im Amtsgebäude in Wyk, an dem Vertreter der unterschiedlichsten insularen Organisationen teilnahmen. Eckelt verwies darauf, dass bereits auf Amrum und einigen Halligen das Projekt „Expedition Uthlande“ vorbereitet wird. Es kam auf Vorschlag von Ole Dierßen, Regionalmanager der Aktiv-Region Uthlande, zustande. Dierßen hatte diese Idee von der Schwäbischen Alb mitgebracht.

„Unser Wanderführer soll keine Konkurrenz zu anderen Flyern darstellen“, betonte Eckelt. Vielmehr solle er Themen wie Natur, Kultur, Geschichte und Mythen, aber auch Informationen zu regionalen Produkten zusammenfassen, wobei die Bewohner aufgerufen sind, ihre Ideen und Vorschläge in den Text mit einzubringen. „Wandern liegt im Trend, wenn Föhr auch nicht unbedingt eine typische Wanderregion ist“, erklärte Natalie Eckelt. Hier sollen zwei Routen mit je einer Länge zwischen acht und 15 Kilometern von den Bewohnern der Region entwickelt werden. Dabei sollen keine zusätzlichen Schilder aufgestellt, sondern die Wegstrecke mit Hilfe der Broschüre erforscht werden. Es handelt sich also tatsächlich um eine kleine Expedition, in deren Verlauf kleinere Aufgaben zu lösen sein werden.

Zur technischen Abwicklung des Projektes erklärten Natalie Eckelt und Ole Dierßen, dass bis Mitte dieses Jahres die Routen in einer Rohfassung vorliegen sollen. Dies bedeutet, dass die Teilnehmer der Gruppe bis dahin ihren Vorschlag einmal abgewandert und die entsprechenden Texte zu den markanten Punkten entwickelt haben müssen. Diese Texte aus der gesamten Region Uthlande – einschließlich der Hochseeinsel Helgoland – sollen dann von einer Fachfirma bearbeitet und in die endgültige Form gebracht werden.

Zur Saison 2019 sollen die „Expeditionen Uthlande“ dann vorliegen, wobei noch nicht endgültig geklärt ist, ob alle Insel-Routen zusammen in einer Box oder ob die Wanderkarten auch als Einzelexemplare abgegeben werden. Auch über den Preis dieser Broschüre konnten die Initiatoren noch keine endgültige Auskunft geben.

Bei der Auftaktveranstaltung in Wyk wurde nicht nur theoretisiert. Vielmehr bekamen die Teilnehmer die Gelegenheit, selbst erste Vorschläge zu erarbeiten. Dazu lagen „Leerkarten“ der Insel vor, die es mit Inhalten zu füllen galt. Dabei zeigte sich wieder einmal, dass Föhr eine ganze Menge an Interessantem zu bieten hat.

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