zur Navigation springen
Insel-Bote

12. Dezember 2017 | 04:30 Uhr

Insel-Klinik : Existenz ist gesichert

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der ärztliche Direktor und der Verwaltungsleiter berichteten dem Förderverein über die Situation des Föhr-Amrumer Krankenhauses. Das ist die zweitkleinste Klinik Deutschlands.

„Ohne ihren Förderverein wäre die Inselklinik Föhr-Amrum heute ganz anders aufgestellt.“ Mit diesen Worten würdigte der ärztliche Direktor des Krankenhauses, Dr. Jörn Harder, bei der Mitgliederversammlung des Vereins dessen Einsatz in den vergangenen 25 Jahren. Harder erinnerte aber auch daran, dass es eigentlich politisch gewollt sei, dass die kleinen Krankenhäuser verschwinden. Doch dank des jährlich neu zu verhandelnden Sicherstellungszuschlages, in früheren Jahren Inselzuschlag genannt, sei die Existenz des Hauses weiterhin gewährleistet.

In seinem Situationsbericht erwähnte der ärztliche Direktor, dass im vergangenen Jahr 1475 stationäre Fallzahlen registriert wurden. Diese Zahl sage aber über das Geld nichts aus, da sie die unterschiedlichsten Krankheitsfälle beinhalte. Generell sei jedoch eine kürzere Liegezeit festzustellen, was für das Personal eine Zunahme der Arbeit bedeute.

Die Zahl der Verlegung von Patienten mit dem Hubschrauber in größere Kliniken hat nach Harders Feststellung erheblich zugenommen. Geschuldet sei dies dem medizinischen Fortschritt sowie der besseren Ausstattung des Krankenhauses. Als Beispiel nannte der Arzt den Einsatz des Computertomographen bei Patienten mit Verdacht auf einen Schlaganfall. „Wir können heute schneller diagnostizieren und so gewährleisten, dass die Betroffenen schneller eine Spezialbehandlung erhalten.“

Das Wyker Krankenhaus ist für Insulaner und Urlauber nicht nur für stationäre, sondern auch für ambulante Behandlungen von Bedeutung. Gezählt wurden im vergangenen Jahr genau 6913 ambulante Patienten, von denen vier Fünftel auf den Bereich der Chirurgie entfielen.

Zur Personalsituation berichtete Jörn Harder, dass zwei Arztstellen unbesetzt seien, man sich hier aber mit guten Honorarkräften über Wasser halte. Im Pflegebereich habe man eine Stellenreduktion hinnehmen müssen und verfüge nun exakt über 13,5 Stellen. „Die Hauptschwierigkeit bei der Besetzung von Arztstellen ist die Wohnraumsituation auf der Insel“, so der Chefarzt. Viele junge Assistenzärzte würde zwar gerne im Wyker Krankenhaus arbeiten, resignierten jedoch angesichts der hohen Mieten.

Abschließend lud Dr. Harder die Anwesenden zu einem fotografischen Streifzug durch das Haus ein, bei dem er all die Geräte und Einrichtungsgegenstände vorführte, die dem Förderverein Föhr-Amrumer Krankenhaus zu verdanken sind.

Christian Volquardsen, der als Verwaltungsleiter für die vier nordfriesischen Krankenhäuser verantwortlich ist, verwies darauf, dass die Inselklinik Föhr-Amrum nach dem Borkumer Krankenhaus die kleinste Einrichtung dieser Art in ganz Deutschland sei. Auch er vertrat die Überzeugung, dass das Wyker Haus vom Förderverein ganz erheblich profitiere, denn der Sicherstellungszuschlag sorge lediglich für die Finanzierung des laufenden Geschäftes. Dennoch könne kein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden.

Der Verwaltungsleiter konnte aber auch feststellen, dass weder das Land noch die Krankenkassen die Notwendigkeit der Inselklinik in Zweifel ziehen. Nicht zuletzt die demographische Entwicklung sorge dafür, dass dieses Haus für die Insulaner von ungeheurer Bedeutung sei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen