wyker südstrand : Erweiterung ja – aber nur in Maßen

Als Containerlandschaft mit Platzproblemen präsentieren sich derzeit die Strandbars am Südstrand.
Als Containerlandschaft mit Platzproblemen präsentieren sich derzeit die Strandbars am Südstrand.

Bauausschuss-Mitglieder sind sich einig: Die Restaurationen der beiden Surfschulen sollen lediglich der Strandversorgung dienen.

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09. Mai 2015, 10:00 Uhr

Ist für die beiden Surfschulen am Wyker Südstrand eine Verdoppelung der bisherigen Grundfläche von 96 Quadratmetern notwendig und sollte die Terrasse künftig ein Ausmaß von 450 Quadratmetern haben? Fragen, über die der Bauausschuss nicht das erste Mal beriet und die auch auf der jüngsten Sitzung kontrovers diskutiert wurden. Die geplante Änderung des Bebauungsplanes (B-Plan) sieht diese Größenordnungen vor, weshalb Ulrich Koch, Chef des Wyker Hafenbetriebes, zuletzt vorgeschlagen hatte, sich im Ausschuss zwei Versionen aufzeigen zu lassen. Eine größere Variante gemäß der angedachten B-Plan-Änderung und eine kleinere, die nur die Hälfte der möglichen Erweiterung nutzt. Zwei Planungen, die der Architekt Jan Lorenzen dem Ausschuss nun präsentierte.

Auf 200 Quadratmetern basiert die „große“ Version, bei der das Gebäude um 104 Quadratmeter je zur Hälfte beidseitig erweitert und die Problembereiche somit deutlich entzerrt würden. Gemeint sind die sanitären Einrichtungen und Personalräume sowie Küche, Lager- und Kühlräume. Insbesonder in den Spitzenzeiten im Sommer stehen die Betreiber hier vor Problemen.

Doch die Variante hat einen Haken: Der Baukörper würde an den Ecken über die derzeit bestehende Bastion ragen. Gebaut werden müsste eine entsprechende Konstruktion aus Holz, um das Gebäude zu tragen und das Herumgehen zu ermöglichen.

Dass ein solcher Umlauf auch in der kleineren Ausführung installiert werden müsste, erfuhr der Ausschuss im Anschluss. Die Alternative hatte Lorenzen um die Hälfte reduziert, jeweils 26 Quadratmeter würden hier pro Seite angebaut. Vorteil: Die derzeitige versiegelte Fläche würde für den Baukörper ausreichen.

Dass die angedachten Maße für die Außenterrasse aus seiner Sicht jeden Rahmen sprengen, daraus machte Lorenzen keinen Hehl. Und Ulrich Schmidt wies darauf hin, dass dieses Vorhaben auch vom Kreisbauamt kritisch gesehen wird. Entstehen würden befestigte Flächen, die im Winter nicht wieder abgebaut könnten, so der Leiter des Bauamtes. Bisher aber habe es auch bei kleineren Flächen stets die Auflage des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) gegeben, dass genau dies geschehen müsse. Zudem sei zu prüfen, ob diese Dimensionen überhaupt erforderlich und entsprechend begründbar seien. Eine wichtige Frage vor dem Hintergrund, dass beide Einrichtungen der Strandversorgung dienen, und nicht als neue Attraktion in bester Lage Gäste von den Landgemeinden und aus anderen gastronomischen Betrieben zusätzlich anlocken sollen.

Argumente, die es nicht gebraucht hätte. Zwar gab es hier und da geteilte Meinungen, Konsens aber herrschte in der Beurteilung der Terrassen. Ein Monster würde entstehen, bemerkte Eberhard Schaefer (KG). Die vierfache Größe des Status Quo sei geradezu unvorstellbar, warb er dafür, „überall ein bisschen zugeben, aber stark reduziert halten“.

Pragmatisch sah es Claudia Andresen (CDU). Die Nachfrage regele sich über die Sitzplätze und über das Angebot. Wenn also Lager- und Kühlmöglichkeiten sowie die vorgehaltenen Toiletten nicht reichen würden, müssten Sitzplätze und Angebot verringert werden. Der angepeilte Außenbereich aber lasse eher das Gegenteil annehmen. „Werden immer mehr Plätze angeboten, können wir vergrößern wie wir wollen, es wird nie reichen.“

Dass die Seite der Versorgung völlig ausreiche, befand auch Lars Schmidt (CDU). Nötig seien allerdings auch vernünftige Entsorgungsmöglichkeiten, weshalb ein größerer Sanitärbereich wünschenswert wäre. Eine Mischung aus beiden Vorschlägen, so Schmidt, wäre ideal. So sieht es auch Jan Lorenzen, der der großen Lösung den Vorrang geben würde, ohne allerdings alle Möglichkeiten auszureizen, die der B-Plan hergäbe.

So gab es am Ende doch einen Konsens für die künftige Marschrichtung, bei der die Terrasse in der geplanten Größe wohl keine Rolle mehr spielen wird. Mit acht Ja- und einer Nein-Stimme sowie einer Enthaltung bekam die kleine Version grünes Licht. Wobei versucht werden könnte, den eigens zu bauenden Umlauf aus Holz zu umgehen. Einen entsprechenden Vorschlag hatte Dirk Hartmann (Grüne) gemacht, der anregte, das Gebäude nicht rechteckig, sondern wie den Unterbau trapezförmig zu gestalten. Mit dem charmanten Effekt, dass man ohne Anbau um das Gebäude gehen und zudem noch einige Quadratmeter gewinnen könnte.



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