herbstlich : Erste Sturmflut trifft Föhr und Amrum

In Wyk waren Gummistiefel das geeignete Schuhwerk, um in das Hafengebiet zu spazieren.
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In Wyk waren Gummistiefel das geeignete Schuhwerk, um in das Hafengebiet zu spazieren.

Während in Wyk lediglich das Hafengebiet unter Wasser stand, waren an Amrums Nordspitze erneut Sandverluste zu beklagen.

shz.de von
23. Oktober 2014, 09:00 Uhr

Knapp eineinhalb Meter über normal zeigte der Pegel gestern im Wittdüner Seezeichenhafen und im Wyker Hafen an. Nicht spektakulär, doch im Norden Amrums sorgte der aus Nordwest blasende Sturm dafür, dass die Gewalt der Wassermassen erneut an dem Strandabschnitt vor dem Landschulheim Ban Horn nagte.

Mit jeder Welle räumten die anrollenden Brecher den erst in diesem Frühjahr mühsam herangefahrenen Sand wieder ab. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass die kommenden Stürme dem Sandpuffer, der den gebeutelten Dünenabschnitt schützen soll, nicht zu stark zusetzen. Den Gästen Amrums bot der Sturm ein besonderes Schauspiel. Entsprechend viele Leute wagten sich von Wind und Regen unbeeindruckt bis an den Flutsaum und inspizierten die Abbruchkante der Dünen aus der Nähe.

Auch in Wyk war Ungewöhnliches zu beobachten, wo Strandkörbe abgefahren und der Hafenbereich gesichert wurden. Da das Wasser sehr langsam aufgelaufen war und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) lediglich einen Wasserstand von einem bis anderthalb Meter über normal angekündigt hatte, war hier die Stöpe nicht geschlossen worden. „Das Tor wird erst bei einer Warnung ab anderthalb Meter geschlossen“, berichtete Hafenamtsmitarbeiter Gerd Jakobsen. Dennoch wurde die Einbahnstraßenregelung der Hafenstraße aufgehoben und das Schild „Stöpe geschlossen“ aufgestellt, um den Autofahrern die Fahrt durch das Salzwasser zu ersparen.

Pünktlich gegen 13 Uhr war der Höchststand erreicht und das Wasser begann abzulaufen. Und die weiteren Vorhersagen seien moderat, so Jakobsen: „Bei vier bis fünf Windstärken in den kommenden Tagen ist nichts Besonderes zu erwarten.“

Beeinträchtigt durch die hohen Wasserstände waren gestern auch die Fährverbindungen der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR). Bis zum Nachmittag mussten sich die Passagiere zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum auf Verspätungen und Ausfälle einstellen, und die 17.35-Uhr-Fähre von Schlüttsiel zu den Halligen fuhr lediglich Langeneß an.

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