Am Wyker Südstrand : Erfolgreicher Stapellauf der PS Föhr

Teamwork war gefragt: Alle mussten nicht nur gemeinsam, sondern auch in eine Richtung ziehen.
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Teamwork war gefragt: Alle mussten nicht nur gemeinsam, sondern auch in eine Richtung ziehen.

In einer Gemeinschaftsaktion falteten Insulaner und Gäste mit dem Kölner Künstler Frank Bölter ein Boot aus Papier.

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08. Juli 2015, 09:00 Uhr

Föhr hat sein eigenes Papierboot: In einer Gemeinschaftsaktion faltete Frank Bölter, einer von zehn Künstlern, die die noch bis zum 12. Juli laufende Ausstellung „Papermania! Papier als Medium in der zeitgenössischen Kunst“ im Museum Kunst der Westküste (MKDW) gestalten, mit bis zu 500 Helfern die PS „Föhr“. Vorausgegangen war eine stundenlange Einzelaktion des Künstlers, der, mit einer Heißluftpistole bewaffnet, aus vier Papierrollen eine neun Meter breite und 18 Meter lange Gesamtfläche geschaffen hatte. „Das Material ist faltfähig, aber ein gewisses Risiko bleibt“, hatte Bölter schließlich befunden, der in den vergangenen zehn Jahren mehr als 20 Papierbootfaltaktionen initiiert hat.

Nach der Begrüßung durch Professor Ulrike Wolff-Thomsen, Direktorin des Alkersumer Museums, und Jochen Gemeinhardt, Geschäftsführer der Föhr Tourismus GmbH, wurden die Helfer auf das Kommende vorbereitet. Zunächst sollte das Papier ausgerollt und dann gefaltet werden. Jeden Handgriff veranschaulichte Frank Bölter anhand eines Din-A4-Blattes und die Helfer, ob Kinder oder Erwachsene, begriffen schnell und arbeiteten Hand in Hand. Womit der 46-jährige Kölner eines seiner Ziele bereits erreicht hatte. Denn Bölter geht es vor allem darum, Menschen zusammenbringen, die zuvor nichts miteinander zu tun hatten, die sich auf eine gemeinsame Aktion einlassen und als Team funktionieren müssen. Und so zogen vor dem Stapellauf der PS „Föhr“ alle an einem Strang. Gelang das nicht, riss das Papier oder wurde in die falsche Richtung gezogen, musste neu verschweißt werden. Das hielt auf, stärkte aber den Teamgeist.

Der wurde schließlich mit dem Stapellauf belohnt. Zuvor hatte Museumsleiterin Ulrike Wolff-Thomsen das Boot auf den Namen PS „Föhr“ getauft und die Akkordeon-Gruppe „Die Flotten Tasten“ spielte maritime Lieder. Frank Bölter, in schwarzem Anzug nun ganz Kapitän, ließ sich von zwei kräftigen Männern ins Boot hieven und wählte zwei Kinder als „Besatzung“ aus.

Rund eineinhalb Stunden dauerte die Fahrt in der Nordsee, die zur Sicherheit von Surfern und anderen Wassersportlern aufmerksam begleitet wurde. Mit zunehmender Zeit konnten die Zuschauer vom Strand aus beobachten, wie die PS „Föhr“ immer mehr Schlagseite bekam und nur noch mühevoll das Ufer erreichte.

Das Föhrer Papierboot wird in einer der nächsten Ausstellungen im MKDW zu sehen sein, vermutlich bereits in der am 4. Oktober beginnenden Schau „Das Meer“. Gezeigt werden soll es dann zusammen mit einem Videofilm, der die Aktion dokumentiert und als Gemeinschaftsarbeit von Frank Bölter mit dem Museum Kunst der Westküste (Mitarbeiter Bjørn Wenner als Kameramann) nun noch geschnitten wird.

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