zur Navigation springen
Insel-Bote

23. Oktober 2017 | 21:27 Uhr

Wyk : Erbpacht kann die Lösung sein

vom

Finanzierung des Wohnprojektes Boldixumer Straße offen.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 08:18 Uhr

WYK | Gerade mal sechs Wohnungen sollen im ersten Bauabschnitt entstehen, rund 60 Interessenten waren zu einer Informationsveranstaltung ins Amtsgebäude gekommen. Offensichtlich besteht auf Föhr nicht nur Bedarf an günstigem Wohnraum, sondern auch an barrierefreien Wohnungen für ältere Menschen, auch wenn die richtig Geld kosten. Denn, "wo bleiben wir Alten, wenn so etwas nicht angeboten wird", lobte eine der Anwesenden diese Initiative der Stadt.

Diese Wohnungen sollen - wie bereits berichtet - an der Boldixumer Straße in unmittelbarer Nachbarschaft der Behinderteneinrichtung entstehen. Die wird im Untergeschoss des Hauses ihren Verwaltungstrakt einrichten, außerdem will dort ein Pflegedienst sein neues Domizil beziehen. Und in den Stockwerken darüber soll es die seniorengerechten Wohnungen geben, Wohnungen, die mit 85 bis 135 Quadratmetern nicht nur Platz für alles, was sich in einem Menschenleben angesammelt hat, bieten, sondern auch für den Besuch von Kindern und Enkeln.

Bauherr wird der Liegenschaftsbetrieb der Stadt, finanzieren sollen den Bau aber die künftigen Bewohner selbst. Und das wird nicht gerade billig. Man gehe von Kosten in Höhe von 4000 Euro je Quadratmeter aus, berichteten der Chef des Liegenschaftsbetriebes, Christian Stemmer, und Bürgermeister Heinz Lorenzen den Interessenten. Die, so die ursprüngliche Idee der Bauherren, ihre Einfamilienhäuser verkaufen, sich in Höhe der Erstellungskosten mit einem zinslosen Darlehen an die Stadt in das neue Wohnprojekt einkaufen und ihren Beitrag über einen Zeitraum von 50 Jahren "abwohnen". Sollte jemand eher ausziehen, bekäme er lediglich den Restbetrag zurück, sein Nachfolger müsste sich dann neu einkaufen.

Angesichts der Höhe der Baukosten, so Lorenzen am Informationsabend, sei man inzwischen aber zu der Überzeugung gekommen, dass dieses Modell, bei dem das Geld der Bewohner irgendwann weg wäre, nicht praktikabel sei. Stattdessen überlege man nun, eine Erbpachtregelung zu finden.

Nicht nur die Kosten waren an diesem Abend Thema, es ging vielen der Besucher auch um Größe und Zuschnitt der Wohnungen. Dabei wurde deutlich, dass offenbar mehr Bedarf an kleineren Wohnungen besteht, als von den Bauherren gedacht. "Was soll man mit soviel Wohnraum anstellen. Mir würden auch 50 oder 60 Quadratmeter reichen", brachte Jann Corinth auf den Punkt, was offenbar einige dachten. Noch sind die Wohnungen im frühen Planungsstadium, so dass die beiden größten auch geteilt werden könnten, berichtete Stemmer. Bis zum 10. Mai können sich Interessenten an kleinen Wohnungen bei der Stadt melden, bei entsprechendem Bedarf würde dann umgeplant.

Es gab an diesem Abend nicht nur wohlwollendes Interesse, sondern auch Kritik an dem Projekt. "Wenn sich Leute dort einkaufen, verkaufen sie ihre Häuser an den Meistbietenden und wir haben noch mehr Ferienwohnungen anstatt der Dauerwohnungen, die wir brauchen", monierte etwa Dierk Jochim. Ein Effekt, der nach Ansicht von Heinz Lorenzen so oder so eintreten würde, wenn diese Häuser irgendwann vererbt werden. "Das ist hier gängige Praxis", so der Bürgermeister.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen