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Föhrer Museen gut besucht : Entspannter Tag mit vielen Führungen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Internationaler Museumstag zieht auch in diesem Jahr viele Besucher an. Beste Unterhaltung mit Live-Musik und spannenden Ausstellungen.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2016 | 12:30 Uhr

„Es verläuft alles ganz entspannt und fröhlich“, so lautete gestern der Kommentar der Leiterin des Museums Kunst der Westküste, Professor Ulrike Wolff-Thomsen, zum Verlauf des Internationalen Museumstages in Alkersum. Bereits zum 39. Mal feierten die Museen diese Präsentation, die in diesem Jahr unter dem Motto „Museen in der Kulturlandschaft“ stand. Eine Zahl, mit der das Alkersumer Haus allerdings noch nicht aufwarten kann. Doch seit seiner Premiere im Jahr 2009 öffnet das MKDW aus diesem Anlass ebenso wie das Wyker Dr.-Carl-Haeberlin-Friesenmuseum regelmäßig seine Tore für kleine und große Kunstliebhaber.

Wenn dieser Tag für die die Besucher auch sehr entspannt ablief, so war er doch für die Museumsleiterin und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Veranstaltung, die gut vorbereitet werden musste und von allen Beteiligten viel Einsatz erforderte. Zwar wurde den Interessierten ausreichend Gelegenheit geboten, das Museum und seine verschiedenen Ausstellungen auf eigene Faust zu erkunden. Doch bereits nach der offiziellen Begrüßung durch Wolff-Thomsen wurden die Führungen durch die Räume gestartet. Dabei galten die Informationen nicht nur der Kunst allein. Vielmehr konnten Insulaner und vor allem auch Urlauber von Katrin Petersen alles Wissenswerte über das Museum selbst erfahren. Dabei ging es naturgemäß zunächst um den Stifter Dr. Frederik Paulsen und dessen familiäre Verbundenheit mit der Insel Föhr, um die Architektur des Gebäudes, das sich in die Umgebung einfügen sollte, und schließlich auch um den Garten zwischen den Ausstellungsräumen und „Grethjens Gasthof“.

Bei schönstem Wetter konnten sich die Besucher an den besonderen Spiegelungen entlang des Glasganges erfreuen und auch die „Pferdeäpfel“ im Gras wurden zunächst kritisch beäugt, bis die Betrachter gewahr wurden, dass in diesem Falle die Rösser unschuldig waren. Vielmehr waren es die künstlerischen Produkte von Thomas Judisch. Dessen Arbeiten wurden beim „Artist Talk“ thematisiert, wobei dieses Gespräch mit der Museumssprecherin Dr. Christiane Morsbach schließlich im Wyker Modenhaus Ehlers endete, wo Kleider – fotografiert und dennoch täuschend echt – auf ganz besondere Weise präsentiert wurden.

Mit Ulrike Wolff-Thomsen konnte die Kunst von Max Liebermann und vielen seiner Zeitgenossen erlebt werden, die Museums-Volontärin Karin Hippel führte zu den Höhepunkten der Ausstellung „Lipadusa“ mit Fotos des italienischen Fotografen Calogero Cammalleri von der Insel Lampedusa, und mit Kuratorin Christiane Morsbach ging es um die Schönheit der Leere. Fotografiert, gemalt oder als Objekte gebaut, wirkte diese Leere besonders eindrucksvoll und der Gang endete in einem abgedunkelten Raum, vor dessen Fenstern fahrende Autos zu beobachten waren. Dazwischen gab es dann noch das bunte Badeleben auf Fanö zu erforschen.

Nicht nur die bildende Kunst, auch die Gesangskunst stand beim Museumstag in Alkersum auf dem Programm: Der Männergesangverein Föhr-West hatte sich zu einem Auftritt angesagt, bei dem auch die sprachliche Vielfalt auf der Insel präsentiert wurde. Hark Riewerts, Vorsitzender der Sangesbrüder, verwies einleitend darauf, dass der reine Männerchor bereits vor 120 Jahren an dieser Stelle gesungen habe. Man sei dem Museum Kunst der Westküste sehr dankbar, dass es die Sänger in seinen Räumen regelmäßig willkommen heiße. Im Museum habe der Chor, dessen Mitglieder zwischen 20 und 81 Jahren alt sind, auch seine CD aufgenommen. Unter Leitung von Roluf Hennig wurde das Publikum in besondere Klangwelten geführt.

Wer sich aber selbst künstlerisch betätigen wollte, war in der Werkstatt der Museumspädagogik bestens aufgehoben. Dabei zeigten hier nicht nur die Kleinsten, sondern auch Erwachsene ihre Freude am Gestalten. „Wir haben die Ausstellung besucht und sind dann schließlich hier in der Werkstatt gestrandet“, erklärte ein Besucher, der gemeinsam mit Frau und Tochter kreativ geworden war.

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