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Benefizkonzert in Nieblum : Entertainment auf höchstem Niveau

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Ein grandioser Abend: Bei einem Benefizkonzert In der St.-Johannis-Kirche treffen Professionalität und Spielfreude aufeinander.

shz.de von
erstellt am 05.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass sich der Föhrer Rotary-Club gründete. Zu einem der Höhepunkte des Jubiläumsjahres hatten die Rotarier nun zu einem Benefizkonzert zu Gunsten des Projektes „Wasser für Ghana“ in die St.-Johannis-Kirche nach Nieblum eingeladen.

Auf dem Spielplan stand eine Premiere, denn erstmals spielten das Collegium musicum der Kreismusikschule Nordfriesland unter Leitung von Henning Bock gemeinsam mit der Nordic Bigband, die seit ihrer Gründung 2012 Joseph Antoš, Lehrer an der Föhrer Bezirksstelle der Kreismusikschule Nordfriesland, unter seinen Fittichen hat. Zwei komplette Orchester also, die mit mehr als 80 Akteuren und entsprechender Ausrüstung fast die Hälfte der Kirchenfläche einnahmen.

Vor der Kür kam allerdings die Pflicht: Der amtierende Rotary-Präsident Dr. Hannsjochen Ziegler dankte in seiner Begrüßungsrede in den ausverkauften Kirchengemäuern allen, die das Projekt „Wasser für Ghana“ des Kinderhilfswerks Plan unterstützen. Dieses biete Hilfe zur Selbsthilfe und die Nachhaltigkeit der Unterstützung sei oberstes Gebot. So könne 19 Gemeinden und Schulen im Osten Ghanas geholfen werden, ihre elementaren Lebensgrundlagen durch den freien Zugang zu Wasser zu verbessern. „Musik überschreitet Grenzen – genauso wie unsere Hilfe. Und die Musik zeigt beispielhaft, wie aus den Einzelleistungen vieler ein Ganzes entstehen kann, das funktioniert“, sagte Ziegler und gestand, dass mit der Zusammenführung dieser beiden Musikgruppen ein persönlicher Wunsch in Erfüllung gehe.

Und „presto furiant“ (begeisternd rasend) ging es los: Vielleicht mit einem kollegialen Augenzwinkern in Richtung Bigband-Leiter Antoš, der aus Tschechien stammt, eröffnete Henning Bock mit Konzertmeisterin Natalie Gärtner und dem Orchester den Abend mit der Nummer acht der Slawischen Tänze von Landsmann Antonin Dvorák und begeisterte von der ersten Sekunde an durch die voluminös vorgetragene Art dieses Werkes. Russisch ging es weiter mit Aram Chatschaturjans Adagio aus dem Ballett „Spartacus“, einem Stück, das bekannt ist für seinen sukzessiven Aufbau und das sich bis zum Ende geradlinig steigert. Es folgten drei Filmmusiken von John Williams, der für seine Zusammenarbeit mit Steven Spielberg weltberühmt ist. Aus seinem unendlichen Fundus wurden an diesem Abend Melodien aus „Harry Potter“, „A.I.“ und „The Patroit“ gespielt.

Zu diesem Zeitpunkt übernahm Joseph Antoš das Podium und den virtuellen Taktstock, um die ersten gemeinsamen Stücke der beiden Musikgruppen anzuleiten. Mit zwei Songs von Michael Bublè wurden „Swinging times“ in St.-Johannis eingeläutet und das Publikum swingte mit. Sänger Mathias Grütz konnte mit seiner butterweichen Solostimme überzeugen, auch beim folgenden Klassiker „Save the Last Dance for me“ und schließlich bei „Soldier of Fortune“ der britischen Rockband Deep Purple. Für „Go Gentle“ von Robbie Williams und „Lady in Red“ von Chris de Burgh zog Josef Antoš noch einen weiteren tschechischen Trumpf aus seinem Ärmel: Freund und Studienkollege Jirí Halada, seines Zeichens professioneller Solosaxofonist, war angereist und übernahm mit Alt- und Tenorsaxofon die Singpassagen beider Lieder. Beherzter Zwischenapplaus war die Folge und nach zwei Sekunden hatte das Publikum einen Lieblingsmusiker. Begeistert waren die Zuhörer allerdings auch von der Harmonie des Zusammenspiels von Orchester und Band, denen die Spielfreude anzumerken war.

Weiter ging es mit „Back to Black“ von Amy Winehouse. Angenehm, dass Sängerin Josepha Magaard gar nicht erst versuchte, Winehouse zu imitieren. Vielmehr machte sie mit ihrer sanften Stimme das Lied zu ihrem eigenen. Mathias Grütz trug nachfolgend noch einen Roger-Cicero-Song vor und gemeinsam mit Josepha Magaard zelebrierte er den wohl zweistimmigsten Song der Welt: „Something Stupid“ von Carson Parks. Natürlich musste noch eine Zugabe her und Jirí Halada konnte abschließend mit einem Saxofonsolo im Song „Hot Dog“ glänzen.

Wie alle Beteiligten, zeigte sich auch Josef Antoš überaus zufrieden: „Spielerisch war alles super und ich freue mich riesig über diese Premiere“. Für einen kleinen Wermutstropfen hätte allerdings die Vielzahl der Musiker im technischen Bereich gesorgt. „Das Schlagzeug der Bigband ist vom Podium fast 30 Meter entfernt und daraus ergeben sich tonale Verzögerungen. Wir haben versucht, hier elektronisch gegenzuwirken, aber es gab Stellen, da hört das geübte Ohr das Problem“, meinte Antoš. Stimmt – aber dies war wirklich nur eine Nebensächlichkeit. Das Konzept „Swinging Church“ jedenfalls ist an diesem Abend voll aufgegangen.

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