Insel-Autorin : Entdeckungstour mit Ole Hannsen

Derzeit auf Heimaturlaub auf „ihrer“ Insel: Sabine Nielsen.
Derzeit auf Heimaturlaub auf „ihrer“ Insel: Sabine Nielsen.

Nach einer Föhrer Familiensaga und einem Buch über deutsche Auswanderer in Australien hat Sabine Nielsen nun ein Kinderbuch mit Illustrationen von Judith Sodemann veröffentlicht.

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27. Mai 2015, 14:00 Uhr

Mit „Ole Hannsen steuert zur Insel Föhr“ hat die Föhrer Autorin mit Wohnsitz in Australien, Sabine Nielsen, ein Kinderbuch veröffentlicht, das den Auftakt einer Serie bildet. Illustriert von Judith Sodemann, einer in Hamburg lebenden gebürtige Nieblumerin, wird in Text und Bildern die Überfahrt der Fähre von Dagebüll nach Föhr geschildert, wie ein kleiner, aufgeweckter Junge sie erlebt.

Komplettiert mit detaillierten Zeichnungen, richtet sich das Buch an Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren und erklärt alles, was auf dem Schiff passiert, vom Ablege- bis zum Anlegemanöver. Dabei werden die Mannschaft vorgestellt und die Funktionen der verschiedenen Decks bis hin zum Maschinenraum, das Auf- und Zufahren des Visiers oder die Rettungsboote beschrieben.

Begleitet wird die Geschichte von der Möwe Erwin. Die kann von den Kindern auf jeder Seite entdeckt werden, denn sie reist gemeinsam mit Ole. Für den Vierjährigen wird die Reise zu einem besonderen Abenteuer. Denn es gelingt ihm, auf die Brücke vorzudringen, wo ihn der Kapitän prompt zum Schiffsjungen ernennt. Richtig spannend wird es, als Ole einen Schiffbrüchigen entdeckt.

Weitere Bücher sind geplant: Dann sollen unter anderem eine „Piratenfahrt“ oder eine Fahrt auf eine der Halligen oder auf einem der Kutter beschrieben werden. Und in jedem Buch erlebt Ole Hannsen ein kleines, besonderes Abenteuer. Dass seine Mutter allerdings immer irgendwie verpasst, so dass es ein Geheimnis bleibt – zwischen Ole und dem Leser.

Frau Nielsen, wie ist die Idee zu Ole Hannsen entstanden?

Schon vor vielen Jahren, als mein Sohn Ashley noch klein war. Wir kamen damals regelmäßig zum Heimaturlaub aus Australien nach Föhr und ich konnte sehen, wie ein Kind die Insel erlebt. Wieder in Australien, fehlte mir dann immer ein solches Bilderbuch, um das Erlebte mit meinem Sohn nachzuempfinden.

Judith Sodemann hat die Illustrationen für die Geschichte geliefert. Wie kam es zu diesem Kontakt?

Über eine Anzeige habe ich eine Illustratorin gesucht, die Föhr gut kennt. Judith lebt in Hamburg, stammt aber aus Nieblum. Wir haben uns dann getroffen und für das gemeinsame Projekt entschieden.

Wenn sie an ihre eigenen Fährfahrten als Kind zurückdenken, was erinnern sie? Damals waren die Überfahrten noch nicht ganz so komfortabel.

Mein Vater hat diese Fahrten für uns zu etwas ganz Besonderem gemacht, hat uns über das Schiff und in den Maschinenraum geführt. Geblieben sind Gefühle von Aufregung und Abenteuer, zu denen auch die Angst vor der Fahrt mit dem Auto auf das Schiff über die damals noch üblichen Holzplanken gehörte. Insgesamt eine tolle Erinnerung.

Die Zeiten haben sich verändert, die Fähren sind größer geworden. Mehr Menschen werden transportiert, die zudem häufig von der Anreise gestresst sind. Ist da für Kinder noch Platz für das Gefühl von Abenteuern?

Ich glaube, Kinder erleben das trotzdem immer noch. Es lässt sich an ihrer Neugierde erkennen: Sie wollen alles wissen und stellen während der Überfahrt viele Fragen.

Wieviel Zeit verging von der ersten Textzeile bis zur Veröffentlichung?

Inklusive der Suche nach einem Verleger und der Fertigstellung der Zeichnungen zirka drei Jahre.

Wie haben sie aus Australien die Fakten über die Fähre recherchiert?

Ich habe mich während eines Föhr-Aufenthaltes mit dem früheren Kapitän der Wyker Dampfschiffs-Reederei, Ocke Drewsen, getroffen. Von dem habe ich die Details erfahren. Sehr hilfreich war auch die Reederei, etwa mit Fakten über die Doppelendfähren. Eine wichtige Hilfe, denn die Geschichte sollte authentisch sein. Kein Fantasie-Schiff, denn Kinder sind sehr aufmerksam und würden das sofort bemerken.

Sie haben eine Familiensaga geschrieben, ein Buch über Auswanderer und nun ein Kinderbuch. Beschreiten sie damit neue Wege oder sind Kinderbücher eher eine Abwechslung?

Letzteres. Ich empfinde es als angenehm, auch ein anderes Publikum anzusprechen und auf eine andere Art zu schreiben. Aber auch für Romane gibt es weitere Ideen.

In der Familiensaga mussten die Protagonisten das eine oder andere Rätsel lösen. Auch Ocke Hannsen erlebt auf der Fahrt nach Föhr Spannendes, das gleichzeitig ein Geheimnis vor der Mutter ist. Braucht ein Kinderbuch einen solchen Spannungsbogen?

Ich glaube schon. Es beflügelt die Fantasie und lässt die Kinder nachdenken. Gerade das Unerwartete regt an, zu sagen, es kann ja auch mal etwas Aufregendes passieren.

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