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Konzerte auf Föhr und Amrum : Englischer Folk und friesische Klänge

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Duo „Broom Bezzums“ begeistert auf beiden Inseln. Dritte im Bunde: Die Ur-Föhrerin Keike Faltings.

Englischer Folk trifft auf friesische Klänge: Auf ihrer Nordseetournee machte die Folk-Band „Broom Bezzums“ („Ginsterbesen“) auch auf Amrum und Föhr Station. Ein höchst willkommener Besuch, wie die Resonanz der Zuschauer im Norddorfer Gemeindehaus und im Wyker Kurgartensaal eindrucksvoll belegte. Diesjährige Begleitung des Duos: Keike Faltings, Ur- Föhrerin, Sängerin der erfolgreichen Band „Kalüün“ und Hauskünstlerin der FolkBaltica 2016.

„Wat as det net, waler üüb Feer tu weesen“ (Wie schön ist es, wieder auf Föhr zu sein), verriet Faltings eingangs, und auch Mark Bloomer und Andrew Cadie machten keinen Hehl aus ihrer Liebe zum Meer. Die beiden gebürtigen Engländer, die aus familiären Gründen heute in Rheinland-Pfalz leben, bemängelten dann auch gleich den Shantymangel in ihrer neuen Wahlheimat. „Dieser Shanty kommt aber aus der Pfalz“, versprach Cadie und fügte verschmitzt hinzu: „Weil ich da war, als ich ihn komponierte.“ Und das Publikum bekam einen ersten Vorgeschmack der Professionalität der Folk-Band. Eigenkompositionen wechselten sich mit Traditionellem, Gesangliches mit Instrumentalstücken.

Die etwas rauchige Stimme von Mark Bloomer (Gitarre, Mandoline, Gesang) ergänzt perfekt die energiegeladene von Andrew Cadie (Geige, Gitarre, Gesang, Northumbria Pipe) und die weiche, harmonische weibliche Stimme von Keike Faltings (Geige, Gesang). Während sich das Publikum mit einem Potpourri von traditionellen keltischen Stücken auf den Weg in ein früheres Jahrhundert macht, bestätigt Cadie, während er auf der Northumbria Pipe (Sackpfeife) ein altes Liebeslied spielt, dass man dort angekommen sei. Im nächsten Moment werden die Zuhörer allerdings sofort wieder ins Jetzt katapultiert und mit einem unfassbar schnellen Geigenspiel und einsetzendem Bass-Drum nahezu mitgerissen. Das Mitklatschen geschieht eigentlich automatisch.

Selbstverständlich fehlten auch friesische Lieder nicht. Beeindruckend interpretierte das Trio „A toochter san frei“ (Die Gedanken sind frei) oder das tragische Stück der drei Lämmer im eisigen Frost. Sie hätten bis vor Kurzem nicht gedacht, witzelten Cadie und Bloomer, dass es diese Sprache tatsächlich gebe – sie hielten sie für eine „Eigenart“ Faltings’. Die Reaktionen aus dem Publikum auf Amrum und Föhr hätten sie aber überzeugt. Der feine, trockene Humor der britischen Folk-Band passte hervorragend zum Programm, so dass auch in den musikalischen Pausen die Zuhörerseele unterhaltsam auf ihre Kosten kam.

Standing Ovations und kräftiger Applaus hatten der Folk-Band bereits auf Amrum einige Zugaben entlockt und auch auf Föhr gab es mehrere Extra-Stücke. Die wiederum einen milden Sommerabend „groovig“ in Erinnerung bleiben lassen.

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erstellt am 16.Jun.2016 | 12:30 Uhr

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