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In Wyk : Einstimmig beschlossen – und dann?

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Grünen erinnern in der Stadtvertretersitzung an mehrere „Altlasten“. Außerdem sagt die Ökopartei Laubbläsern den Kampf an.

„Ich habe jetzt so viel geredet und werde von nun an kein Wort mehr sagen“. Mit dieser Ankündigung beendete Till Müller, Sprecher der Grünen in der Wyker Stadtvertretung, seine Ausführungen zu einer ganzen Phalanx von Anträgen und Anfragen seiner Fraktion, die zu Beginn der eigentlichen Sitzung (wir berichteten) abzuarbeiten waren.

Eröffnet wurde der Reigen mit dem „runden Tisch“ zur geburtshilflichen Versorgung der Inseln und Halligen, den der nordfriesische Kreistag vor genau einem Jahr einstimmig beschlossen hat. „Diesen klaren und unmissverständlichen Auftrag hat Landrat Harrsen bis heute nicht umgesetzt“, berichtete Müller. Der Landrat habe seine Untätigkeit damit begründet, er wolle zunächst die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Geburtshilfe abwarten, die bis heute aber nicht vorliegen. Um dem Warten eine Ende zu bereiten, beantragten die Grünen einen Appell an die Kreistagsabgeordneten, die Umsetzung ihres einstimmigen Beschlusses vom Landrat endlich einzufordern. „Dass der Landrat hier schmerzfrei ist, ist uns schmerzvoll bewusst“, so Till Müller. Die Wyker Kommunalvertreter stellten sich einstimmig hinter diesen Antrag, den sie dahingehend änderten, dass Paul Raffelhüschen als Kreistagsabgeordneter eine entsprechende Initiative starten mögen. Raffelhüschen informierte dazu, dass er das Thema im Finanzausschuss des Kreises angesprochen habe, aber dabei nur von einer einzigen SPD-Abgeordneten Unterstützung bekommen habe. „Alle anderen Kreistagsabgeordneten sind dabei immer sehr ruhig“, so Raffelhüschen.

Der nächste Antrag der Grünen, die Verwaltung möge mit der Überprüfung beauftragt werden, ob der Einsatz geräuschintensiver Laubbläser und -sauger in Wyk ganzjährig verboten werden könne, wurde bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung an den Ausschuss für öffentliche Einrichtungen zur weiteren Bearbeitung überwiesen.

Lars Schmidt (CDU) erschien dieser Antrag lächerlich, schon angesichts der Tatsache, dass die Frist für Musik eine Stunde nach hinten geschoben wurde. Dem wurde entgegnet, dass Musik und die Geräusche von Laubbläsern nicht zu vergleichen seien. Des weiteren hätten Insekten und Kleinlebewesen beim Einsatz dieser Geräte keine Überlebenschance. Schließlich wurde auf das Aufwirbeln von Feinstaub, Pilzsporen und Bakterien verwiesen.

Die Regelung des Einsatzes von Mehrweggeschirr wurde erneut von Till Müller angesprochen, wobei der Wunsch vorgebracht wurde, dieses Thema durch eine Satzung zu regeln. Bürgermeister Raffelhüschen erklärte zwar, solch eine Satzung sei angesichts der Abfallsatzung des Kreises Nordfriesland nicht möglich. Diese Aussage stieß jedoch auf Unglauben angesichts der Tatsache, dass zahlreiche Kommunen über eine Mehrweg-Satzung verfügen. Otto-Eberhard Schaefer (KG) erinnerte dabei an das Spülmobil, das eine große Erfolgsgeschichte geschrieben habe, bevor sein Einsatz Stück für Stück aufgeweicht wurde.

Zur Feststellung, beim Wyker Hafenfest sei kein Mehrweggeschirr genutzt wurde, machte der Chef des Hafenbetriebes. Ulrich Koch, deutlich, dass dies keine Veranstaltung seines Betriebes, sondern der Föhr Tourismus GmbH (FTG) gewesen sei. „Wir haben uns auch darüber gewundert, dass der Veranstalter kein Hinweisschreiben zu Einweggeschirr bekam“, so Koch, der sich mit Nachdruck gegen die Unterstellung wehrte, der Hafenbetrieb habe hier einen Fehler gemacht.

Schließlich erkundigte sich Müller nach dem Sachstand des Projektes Badestraße 111. Seit Jahren wird schon daüber diskutiert, wie der Standort der ehemaligen Südstrand-Kurverwaltung direkt am Strand in Zukunft genutzt werden kann. Man sei sich völlig unklar über den zeitlichen Ablauf und die gesamte Entwicklung dieses Vorhabens, so Müller.

Amtsdirektorin Renate Gehrmann konnte hier etwas Licht ins Dunkle bringen mit dem Hinweis, dass das Nationalpark-Haus sowie die Schutzstation Wattenmeer an diesem Projekt beteiligt seien, das inzwischen beim „ITI-Wettbewerb“ gewonnen und damit Aussicht auf Fördermittel habe. Gleichwohl bat Till Müller um eine schriftliche chronologische Aufarbeitung des ganzen Projektes, um schließlich auch noch auf den Internetauftritt der Stadt Wyk zu sprechen zu kommen, der nicht nur seiner Überzeugung nach dringend neu gestaltet werden muss. Zur Erinnerung: Bereits vor drei Jahren hatte die Stadtvertretung einstimmig beschlossen, dass eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern aller Fraktionen sich Gedanken über eine Neugestaltung der Seite machen und dann einen Fachmann beauftragen sollte.

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erstellt am 21.Dez.2016 | 17:45 Uhr

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