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Bis Sonntag : Eine Zeitreise ins Mittelalter

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Beim Markt auf dem Gelände des Friesenmuseums steht alte Handwerkskunst im Vordergrund. Die Besucher dürfen mitmachen.

Auch wenn man ab und zu das Vorbeifahren eines Autos hören kann – wer durch den Bogen aus Walfischkieferknochen das Gelände des Dr.-Carl-Häberlin-Friesenmuseums betritt, hat das Gefühl, eine Zeitreise in die Vergangenheit gemacht zu haben. Derzeit wird dieser Effekt noch verstärkt, denn zum vierten Mal hat ein kleiner, aber feiner Mittelaltermarkt seine Zelte dort aufgeschlagen.

Der Geruch von Feuer führt automatisch zum Schmied Barny Kurjuweit, bei dem man in kurzer Lehrzeit die Fähigkeit erwirbt, sein eigenes Messer herzustellen. Nicht das einzige alte Handwerk, das den Besuchern im Museumsgarten präsentiert wird. So kann die weibliche Bevölkerung die Herstellung von Schmuck-Lederbändern versuchen, oder das Filzen von Schafwolle.

Denn das, was im modernen Alltag eher verärgert, nämlich den Wollpullover durch zu hohe Temperaturen in der Waschmaschine zum Einlaufen und Verfilzen gebracht zu haben, wird hier ausdrücklich gewünscht. Mit geschickten Händen taucht Marianne Moll die Wolle in heißes Wasser und bearbeiten sie mit viel Seife, bis sie filzt. „Ich nehme dazu gerne Olivenölseife, weil die die Hände nicht austrocknet“, berichtet sie. Hat Moll ihn fertig bearbeitet, ist der Wollstoff nahezu wasserdicht – so stellten unsere Vorfahren auch ohne Kunststoff-Fasern oder chemische Imprägniersprays wetterfeste Kleidung her, die außerdem noch toll aussah.

Nicht nur an, auch hinter den Ständen gibt es mittelalterliche Marketender-Atmosphäre. Denn die Handwerker haben auf dem Gelände des Friesenmuseums auch ihre Zelte aufgeschlagen, möbliert mit mit Fellen ausgeschlagenen Hochbetten. Wie in alten Zeiten eben.

„Für uns ist das eine Belebung des Museumsgartens“, freut sich Museumsleiterin Jutta Kollbaum-Weber darüber, dass die Marktleute eine eingeschworene Truppe sind, die alle Jahre wieder gemeinsam nach Föhr kommt.

Wer Lust hat, sich in den Museumsgarten zu setzen, sich von der milden Herbstsonne verwöhnen zu lassen und dabei gleichzeitig die ruhige Atmosphäre der noch nicht motorisierten Vergangenheit zu genießen, kann dies noch bis einschließlich kommenden Sonntag. Der Markt ist bis dahin jeweils zu den Öffnungszeiten des Museums, von 10 bis 17 Uhr, geöffnet.

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