Jazz goes Föhr 2015 : Eine Woche im Zeichen des Swing

Die Saxofonistin Karolina Strassmayer kommt mit ihrem Quartett Klaro auf die Insel.
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Die Saxofonistin Karolina Strassmayer kommt mit ihrem Quartett Klaro auf die Insel.

Das Festival geht am Sonntag mit einer bunten Musik-Mischung in die 18. Saison. Bis einschließlich Freitag ist für jeden Geschmack etwas dabei.

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24. Juli 2015, 13:00 Uhr

Zum 18. Mal soll die Insel vom kommenden Sonntag, 26. Juli, bis zum Freitag, 31. Juli, swingen. Das Festival Jazz goes Föhr verspricht auch in diesem Jahr eine bunte Mischung hervorragender Jazz-Interpreten und Wolfgang Philipp, künstlerischer Leiter des jährlichen Spektakels, kündigt an, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Den Auftakt macht mit der „Tidenhup Bigband“ ein Eigengewächs der Föhrer Musikschule. Ältere Schüler, die es vor einigen Jahren einfach wissen wollten und sich in der von Philipp gegründeten Formation zusammenfanden. Längst hat die Band das Anfängerstadium hinter sich gelassen und in der Vergangenenheit mit Auftritten in Norddeutschland und Dänemark begeistert.

Die Berliner Band „The Toughest Tenors“ üben sich am Montag in der langen und legendären Tradition der „Saxofon-Battles“ und wandeln damit auf den Spuren genialer Tenorsaxofonisten der 1950-er und 1960-er Jahre wie Dexter Gordon und Wardell Gray oder Johnny Griffin und Eddie „Lockjaw“ Davis. Das alles präsentieren Bernd Suchland und Patrick Braun (beide Tenorsaxofon) sowie Sebastian Wittstock (Klavier), Lars Gühlke (Kontrabass) und Ralf Ruh (Schlagzeug) ohne falsche Nostalgie, sondern mit geballter Energie, ungebremster Spielfreude und schlagfertigem Humor.

„Vilou goes Swing and Gipsy“ ist der Dienstag überschrieben. Kristofer Vio (Violine), der auch an der Föhrer Musikschule unterrichtet, ist mit der Sängerin Lou das Herz der Band. Geboten werden Songs von Sonne und Wind, von Ebbe und Flut – traditionell und modern, heimisch und international. Stücke aus eigener Feder wechseln sich mit bekannten, von der Band arrangierten Cover-Versionen ab.

Seit 2004 ist die aus Österreich stammende Saxofonistin Karolina Strassmayer als erste und einzige Frau Mitglied der weltweit geachteten WDR-Bigband. Nach Föhr kommt Strassmayer am Mittwoch mit ihrem Quartett „Klaro“, das sie gemeinsam mit ihrem musikalischen Partner, dem New Yorker Schlagzeuger Drori Mondlak, leitet. Der musikalische Bogen der Gruppe, die durch Stefan Bauer (Vibrafon) und Ingmar Heller (Kontrabass) komplettiert wird, reicht von einfühlsamen Balladen bis hin zu kraftvollem Swing.

Die Brüder Roman (Klavier) und Julian Wasserfuhr (Trompete) galten seit ihrem Debüt-Album im Jahr 2005 als Ausnahmeerscheinungen des Young German Jazz. Heute, drei erfolgreiche Alben später, zählen sie zu den renommiertesten Jazz-Musikern in Deutschland. Ihr Markenzeichen sind schlichte Melodien – ganz nach dem Motto „Reichtum durch Reduktion“ –, die sich wie ein roter Faden durch den Abend ziehen. Mit dabei am Donnerstag sind Benjamin Garcia Alonso (Bass) und Oliver Rehmann (Schlagzeug).

Für den krönenden Abschluss sorgen am Freitag die „Sultan’s of Swing“. Seit knapp 20 Jahren ist die Band aktiv, die mittlerweile zu den erfolgreichsten Formationen Norddeutschlands zählt. „Mit vier Bläsern und einer Rhythmusgruppe bringen sie den Bigband-Sound der 1930-er Jahre auf die Bühne“, schwärmt Wolfgang Philipp von den Musikern, die ihre Festival-Premiere feiern. In der Tat klingen die Musiker dank maßgeschneiderter Arrangements oft wie eine komplette Bigband. Ein Erfolg des Gitarristen und Bandleaders Jens „Doc“ Köhler, der es versteht, das Können der Großmeister mit künstlerischem Geschick an die Besonderheiten einer Combo anzupassen. Eine Premiere gibt es auch nach dem Konzert: Besucher haben die Möglichkeit, eine Schiffsverbindung nach Dagebüll zu nutzen.

Die Tidenhup-Bigband spielt am Sonntag um 15 Uhr im Musikpavillon, alle anderen Veranstaltungen finden im Kurgartensaal statt und beginnen um 20 Uhr. Auch in diesem Jahr treffen sich Besucher und Künstler nach den Konzerten zur Jam-Session im Kulturtreff in der Feldstraße. Bei den Jazz-Nights ab 22.30 Uhr ist jeder, der ein Instrument beherrscht, eingeladen.

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