Föhrer Nationalspieler : Eine unerwartete Erfolgs-Geschichte

Die Grundelemente des Spiels stehen ebenso im Mittelpunkt wie das soziale Miteinander.
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Die Grundelemente des Spiels stehen ebenso im Mittelpunkt wie das soziale Miteinander.

Basketball-Hochburg Föhr: Viele Jahre war die Sparte des Wyker Turnerbundes auf Titel abonniert

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21. November 2013, 07:30 Uhr

Die Insel Föhr war lange Jahre eine Hochburg des Basketball, und insbesondere die Spielerinnen der Sparte des Wyker Turnerbundes (WTB) waren geradezu auf den Gewinn von Meisterschaften und Titeln abonniert. Auch heute noch sind Aktive mit „WTB-Wurzeln“ im Kader der deutschen Nationalmannschaft und in festländischen Bundesligavereinen im Einsatz.

Die Erfolgsstory des Basketball begann im Jahr 1974, als sich Pastor Joachim Reinhardt, Geschichts- und Religionslehrer am Wyker Gymnasium, mit Uwe Barnert zusammentat und beide das erste Jungenteam aus der Taufe hoben. Joachim Reinhardt hatte Erfahrungen mit diesem Spiel aus dem Ruhrpott mitgebracht und konnte ganz offensichtlich Barnert, der eigentlich Leichtathlet war, mit dem Basketball-Virus infizieren. Dieser eignete sich das Wissen über die Technik und Taktik autodidaktisch an und nahm die Spielerinnen der Jahrgänge 1959 bis 1961 unter seine Fittiche.

Bereits im ersten Jahr ihres Bestehens wurde diese Mädchenmannschaft schleswig-holsteinischer Landesmeister. „Uwe Barnert legte von Anfang an viel Wert auf Spieltechnik und ließ die Mädchen ein intensives, leistungsorientiertes Training absolvieren.“ Nach Überzeugung von Karen Dwyer, die heute den Nachwuchs trainiert, war dies die stabile Grundlage für eine viele Jahre währende Erfolgsgeschichte. Dank der das Interesse des Nachwuchses am Basketball weiterhin anhielt. Und die Zahl der Talente war nicht gering, sodass es in den 1980-er Jahren weiter bergauf ging: Der 1964-er Jahrgang gewann 1981 für den WTB die Deutsche Meisterschaft sowie Jugend trainiert für Olympia und im Laufe der folgenden Jahre ging dieser Siegeszug des WTB ungebrochen weiter. Uwe Barnert wurde von Peter Schaper als Co-Tainer unterstützt. Zwar standen die Basketballerinnen im Mittelpunkt des Geschehens, doch auch die Jungen bildeten ab 1994 mit Sonja Barnert als Trainerin wieder ein neues Team, dem ebenfalls viele Talente angehörten.

Dann absolvierte allerdings eine große Zahl der Spielerinnen das Abitur und viele begabte Spielerinnen verließen die Insel – eine Entwicklung, die für die WTB-Sparte eine tiefe Zäsur bedeutete.

Mit ersten Trainingseinheiten bemühte sich Karen Dwyer im Jahr 2001, diese Lücke wieder zu schließen. In den USA aufgewachsen, hatte sie Basketball quasi mit der Muttermilch eingesogen und wurde, nachdem sie dann auf Föhr war, die erste Nationalspielerin des WTB und spielte auch auf Bundesliga-Ebene. Ihre männliche U-18-Mannschaft konnte wieder erfolgreich bei Spielen antreten und mittlerweile trainiert Karen Dwyer auch eine Basketball-AG der Eilun-Feer-Skuul, in der Mädchen und Jungen ab der fünften Klasse vertreten sind. Darüber hinaus arbeitet die Trainerin mit einer gemischten U-14-Mannschaft, die mit dem TSV Husum ein Wettkampf-Team bildet.

„Die Technik ist beim Basketball ungeheuer wichtig“, erklärt Karen Dwyer ihr Trainingsprinzip. Das schrecke zwar manchen Neuling ab, aber ohne Wurf- und Dribbeltechnik gehe es nun einmal nicht, wolle man im Wettkampf erfolgreich sein. Legt Dwyer einerseits großen Wert auf das Üben der Grundelemente des Spieles, stehen andererseits die sozialen Aspekte oben an. „Besonders wichtig ist mir die Förderung des Teamgeistes. Wir wollen als Mannschaft etwas gemeinsam erreichen.“ Dieses Gemeinschaftsgefühl und die Freude über den Erfolg mache die Motivation aus, „auch am Wochenende morgens auf der Matte zu stehen, wenn es zu Turnieren auf das Festland geht“.

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