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Treffen in Alkersum : „Eine Insel mit großer Initiativkraft“

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Umweltminister Robert Habeck diskutierte mit Föhrern im Museum Kunst der Westküste. Dabei lobte er deren Bemühen um erneuerbare Energien.

„Von der Insel geht eine große Initiativkraft aus“. Dies konstatierte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck im Verlauf seines Besuches auf Föhr, bei dem er sich mit den unterschiedlichsten Aktivitäten der Insulaner befasste. Dieser Wille zur Gestaltung, so seine Überlegung, könne im besonderen Lebensraum, abgeschnitten vom Festland, begründet sein.

Das Bemühen, sich selbst zu helfen, lernte der Minister auch im Alkersumer Museum Kunst der Westküste kennen, wo er sich mit Vertretern der Föhrer Energiegenossenschaft traf. „Beim Strom sind wir auf dem Weg, und wir wissen im Prinzip, wo es lang geht“, erklärte Robert Habeck. In Fragen der Wärme und des Verkehrs sei das Land noch nicht so gut aufgestellt. In Schleswig-Holstein habe man bei der Wärme die Strategie geändert und setze verstärkt auf den Ansatz der erneuerbaren Wärme. Die Ursache dieses Wandels beruhe auf der Erkenntnis, dass bei Gebäudesanierungen selten eine Null-Emission erreicht werden könne. Selbst wenn man die Häuser noch so gut isoliere, bleibe ein Restwert beim Wärmebedarf. Dazu komme noch, wie in der Diskussion eingeworfen wurde, das Problem der späteren Entsorgung der Dämm-Materialien.

„Zum Schutz des Klimas heißt die Strategie weg von der Einzelbefeuerung der Häuser und dafür hin zum Ausbau von Nah- und Fernwärmesystemen“, so Habeck. In Skandinavien werde die Wärmeversorgung zu 50 Prozent aus erneuerbarer Energie gewährleistet. In Schleswig-Holstein liege das Verhältnis bei zwölf bis 15 Prozent, womit das Land noch über dem Bundesdurchschnitt liege.

Bei seinem Plädoyer für den Ausbau der Wärmenetze, die zum Rückgang des Kohlendioxid-Ausstoßes beitragen, stieß Robert Habeck vor allem bei Süderendes Bürgermeister Christian Roeloffs und dessen Oldsumer Amtskollegen Hark Riewerts auf offene Ohren. Die beiden Gemeinden sind auf dem Weg, ein gemeinsames Wärmenetz erstellen zu lassen. Man habe jetzt das Stadium erreicht, bei dem Fragen rund um die Verwirklichung des Vorhabens beantwortet werden müssen. Dabei geht es unter anderem um mögliche Förderungen und den Einsatz von Planern. Minister Habeck verwies die Bürgermeister auf Unterstützung durch Fachleute. „Sollte alles nicht funktionieren, hoffe ich, dass Sie mir Bescheid sagen, bevor sie die Flinte ins Korn werfen“, machte Robert Habeck den Insulanern Mut.

Auch in seiner Funktion als Landwirtschaftsminister war Habeck in Alkersum gefragt. Dabei ging es um die Fraßschäden durch Gänse, wobei der Gast aus Kiel durchaus Verständnis für die Probleme der Landwirte zeigte. Es sei auch eine Frage des Geldes, wie weit Entschädigungen bezahlt werden können, so Habeck, der in diesem Zusammenhang auf die Ausweitung des Vertragsnaturschutzes hinwies.

 

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erstellt am 20.Aug.2015 | 14:00 Uhr

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