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Insel-Bote

18. August 2017 | 11:22 Uhr

Auf Amrum : Eine hoch motivierte Truppe

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bei der Jugendfeuerwehr gibt es noch mehr Bewerber als Vorstandsposten. Elf neuen Mitgliedern standen letztes Jahr und nur zwei Abgänge gegenüber.

Es beginnt immer mit der korrekten Zeit, was den Kiddies unglaublich wichtig ist. Um 18 Uhr und 2 Minuten eröffnete Jugendfeuerwehrwart Norman Peters die Jahresversammlung der Amrumer Jugendfeuerwehr. Auf dem Programm standen, nach Jahres- und Kassenbericht, die offizielle Aufnahme neuer Mitglieder auf Probe und – immer spannend bei den Jüngsten – die Wahlen für die Jugendgruppenleiterspitze, den Kassenwart und die Schriftführung. 161 Dienststunden wurden vom Nachwuchs im vergangenen Jahr geleistet, plus 65 Stunden, die dem Jugendraum zugute kamen. Elf neue Mitglieder, zwei Abgänge, was eine tolle Bilanz ist, wie Norman Peters befand.

Neu aufgenommen und mit Handschlag für ein Jahr auf Probe begrüßt wurden Joshua Martinen, Moritz Ingwersen und die Brüder Lukas und Jonas Ponek. Den vieren wünschte Norman Peters „viel, viel Spaß“. Ihr Probejahr erfolgreich abgeschlossen haben zwölf Jungs, die nun in die Jugendfeuerwehr aufgenommen wurden: Lewin Theus, Moje Genzel, Mads Hansen, Tade Hansen, Leif Peters, Tim Ziegler, Mathies Lutz, Hannes Drews, Ole Sturm, Joke Kümmel, Mats Prieg und Jakub Warpechowscy.

Als es um die Wahlen ging, bewarben sich die Kids aktiv um Posten und die Kandidaten wurden nachdrücklich von Vorschlagsliste zu Vorschlagsliste weitergereicht. Das stellte auch Sabine Grochla vom Amt Föhr-Amrum fest: „Diese Bereitschaft und dieser Elan sind ja toll.“ Bei der Wahl zum Jugendgruppenleiter vereinte der bisherige Amtsinhaber Tom Isemann einstimmig alle 17 Stimmen auf sich. Mads Hansen wurde mehrheitlich zum Stellvertreter gewählt. Die Kassenwärter-Wahl musste in eine zweite Runde, die Tade Hansen für sich entschied. Neuer Schriftführer wurde Tim Ziegler.

Wenn alles gut geht, enthält das für Biike am Wegrand bereitgelegte Brennmaterial im nächsten Jahr keine (Rosen)–Dornen und Nägel, weil diejenigen, die es da hinlegen begriffen haben, dass sich Kinder- und Erwachsenenhände dran verletzen können. Ein Dank hingegen ging an die Amrum-Touristik, die für die Biikeholz-Abfuhr einen Trecker plus Anhänger gestellt hatte.

Noch einiges mehr wurde gespendet: Sehr großzügig, wie Peters hervorhob, war die Hosen-Jacken-und-Helm-Spende in Höhe von 1000 Euro der Ambronia-Loge. „Das ist ganz toll, das man uns so unterstützt“, bedankte sich Peters. Von den vier Inselwehren gab es einen Umschlag mit Spenden, von den drei Gemeinden auch, und die Amrumerin Hilke Blome hatte Bücher verkauft und ließ das dafür eingenommene Geld der Jugendfeuerwehr überbringen.

Mit einem „Feuer frei“ leitete Peters zu den Grußworten über. Die Bürgermeister von Wittdün (Jürgen Jungclaus) und Nebel (Bernd Dell Missier) lobten das für eine Insel so wichtige Engagement der Jugendlichen. Sibylle Franz, Norddorfs Vize, ermunterte die Runde, sich auch nach Mädchen umzuschauen (feuerwehrtechnisch).

Die Feuerwehrchefs legten nach: Wittdüns stellvertretende Wehrführerin Petra Müller bedankte sich für die Hilfe von der Nachbarinsel Föhr bei der Feuerwehrübung und wünschte gemeinsam mit Nebels Wehrführer Oliver Ziegler allen Gewählten eine gute Hand. „Danke, dass ihr für uns da seid“, sagte Norddorfs Feuerwehr-Chef Andreas Knauer. „Ihr seid unser Nachwuchs, wir schätzen euch sehr.“ Ralf Klein von der Polizei hob die Wichtigkeit der Jugendarbeit hervor.

Ein Blick auf den neuen Dienstplan mit rund 20 Terminen zeigt, wie vielseitig so ein „Job“ bei der Jugendfeuerwehr ist: Geräte- und Knotenkunde, Erste Hilfe, Lagerfeuer, Seenotretter-Besuch, Wasserschlacht, Feuerkunde, Schere und Spreizer, Leiterklettern und Wettkämpfe.

Abschließend sprach sich Süddorfs Wehrführerin Claudia Motzke nachdrücklich für einen LKW-Führerschein für Jugendfeuerwehrwart Norman Peters aus. Peters, der dieses Amt seit sechs Jahren mit unglaublichem Engagement verfolge, sei bisher darauf angewiesen, dass ihm Kameraden das Auto zu seinen Übungsdiensten mit den Jugendlichen fahren.

Der Antrag auf eine Fahrerlaubnis, die nach Peters Angaben etwa zwei Wochen Festlandseinsatz und 4000 bis 5000 Euro kosten würde, war im letzten Haushalt mit der Begründung abgelehnt worden, dass die Wehren Nebel und Süddorf über Fahrer mit entsprechender Lizenz verfügen. Allerdings, so Peters, habe das in der Vergangenheit zeitlich nicht immer gepasst oder sei nur mit großem Organisationsaufwand schaffbar gewesen. Außerdem sei das Fahrzeug, was Peters bedienen dürfe, für die Jugendarbeit nicht wirklich geeignet. „Da ist nicht viel drauf, was man zeigen kann, und die Pumpe zum Beispiel ist viel zu schwer für die Kinder“, ergänzt Petra Müller. Will man dem Nachwuchs aber ein ordentliches Handling beibringen, ginge das sinnvoll nur mit einem Wagen, der von technischer Hilfe über Sprungrettung bis Brandbekämpfung alles habe. Solch ein Löschfahrzeug darf Peters aber nicht bewegen. Innerhalb der Inselwehren hofft man hier auf ein positives Signal von Amtsseite.



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