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WTB-Jubiläum : Eine gut funktionierende Struktur

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Floorball: Michael Cornils ist Trainer, Manager und Fahrer in Personalunion. Rund 30 Spieler sind derzeit unter seiner Führung in der Sparte aktiv, die 2004 ins Leben gerufen wurde.

Wenn am 22. September die neue Floorball-Saison beginnt, wird der Wyker Turnerbund (WTB) mit drei Mannschaften vertreten sein. Neben dem ausschließlich mit Föhrer Spielern besetzten U 13-Team hat Spartenleiter Michael Cornils eine U 15 gemeldet, die mit vier Amrumer Aktiven komplettiert wird. Sieben insulare Spieler laufen zudem in der U 17-Spielgemeinschaft mit Tetenbüll und Wesseln auf.

Auf gut 30 Spieler kann Cornils zurückgreifen, der die Sparte 2011 von Tim Burmester übernahm. Unter dessen Leitung war das Team im Sommer 2004 gegründet worden, als Reaktion auf die überaus erfolgreich von Hauke Kretschmann geführte Floorball-AG des Wyker Gymnasiums. Im Frühjahr hatte die Schulmannschaft seinerzeit die Landesmeisterschaften im Mixed für Schulen gewonnen und in den Reihen der Spieler war die Idee entstanden, auch als Vereinsmannschaft anzutreten. Aus der Idee wurde Realität und bereits im Herbst stellte sich mit der Landesmeisterschaft im Mixed der erste sportliche Erfolg ein.

Mit acht Spielern habe man begonnen, berichtet Burmester, in den besten Zeiten hätten rund 35 Kinder und Jugendliche am Spielbetrieb teilgenommen – in den Altersstufen U12, U15 und U18 sowie bei den Erwachsenen im Herren- und Damenbereich. Eine breite Ausrichtung, die möglich wurde, da Spielerinnen wie Ina Jensen und Judith Burmester als 15-Jährige das Training der U12-Mannschaft übernahmen und sich später auch Aktive wie Helmut Hobje, Lars Petersen, Tabea Stammer oder Kisa Reck als Übungsleiter engagierten. Sportlich war die Sparte überaus erfolgreich, die zwischen 2004 und 2009 im Nachwuchsbereich, bei den Damen und Herren sowie im Mixed insgesamt neun Landesmeistertitel gewinnen konnte.

Als herausragenden Spieler aus den Reihen des WTB nennt Tim Burmester Helmut Hobje, der 2010 mit dem Bundesligisten ETV Hamburg Deutscher Pokalsieger im Floorball wurde. Herausragende Spielerinnen waren in den Augen des ehemaligen Trainers die Nationalspielerinnen Judith Burmester (U 19-WM 2008 in Polen, WM der Damen 2010 in Schweden), Ina Jensen (WM 2010 in Schweden und aktuelle Nationalspielerin) sowie Kisa Reck (U19-WM 2012 in der Slowakei).

Damals wie heute sind die Spieler eine wichtige Stütze für den Trainer. So setzt Michael Cornils Justin Obojiagbe oder Lea Deterding auf Föhr sowie Momme Klüßendorf auf Amrum für das Training der Neun- bis Zehnjährigen ein. Ohnehin hat der Coach, abgesehen von den erweiterten Trainingszeiten, nichts verändert, der nach eigenen Worten eine gut funktionierende Struktur übernommen hat. Unterstützung bei den Fahrten zu den Auswärtsspielen, die Cornils derzeit als alleiniger Fahrer bewältigt, wäre allerdings willkommen. Und auf der Suche nach Anwärtern für die Schiedsrichter-Lehrgänge ist er ebenfalls.

Die Unparteiischen, erläutert der Spartenleiter, die jeder Verein stellen müsse, seien ein wichtiger Faktor. Und ein Problem, wie bereits zu Zeiten Tim Burmesters. Denn die Anzahl der Kinder und Jugendlichen würde die Bildung von vier Mannschaften ermöglichen, die Schiedsrichter aber fehlen. Zwei Tage dauert der Lehrgang mit anschließender Prüfung – ein Zeitaufwand, der oft gescheut werde.

Anders stellt sich die Situation im Bereich des Spielernachwuchses dar, die dem Trainer keine Sorgenfalten auf die Stirn treibt. In der Eingangsstufe (U 9/U11) sind derzeit zehn Kinder dabei und Potenzial sieht Cornils auch bei seinen Aktiven. Neben Kisa Reck, die bereits als 16-Jährige an den U 19-Weltmeisterschaften teilnahm und mittlerweile diverse A-Länderspiele vorweisen kann, sind dies Leistungsträgerinnen wie Derya Gökmen (U 15), mit 37 Punkten in der abgelaufenen Saison bestes Mädchen in der U 15-Scorerliste, oder Lea Deterding (U 15 und U 13). Und mit Momme Klüßendorf, Justin Obojiagbe und Simon Schmidt gehörten drei WTB-Spieler zum erweiterten 50-er-Kader der neu gebildeten Nordauswahl, die mit dem Jahrgang U 17 startet und vom Verband als Aufbaumechanismus geplant ist. 15- und 16-jährige Jugendliche werden auf die U 19 und in der Folge auf die Nationalmannschaft vorbereitet. Im Juni nahm Obojiagbe mit der U 17-Nordauswahl an der Sommer-Trophy in Wernigerode teil, wo die WTB-Spieler den dritten Platz belegen konnten.

„Nur wenige Mannschaften sind in Schleswig-Holstein aktiv“, blickt Michael Cornils in die sportliche Zukunft. Die nächste in Flensburg, wo einige Jugendmannschaften am Start seien, in Tetenbüll, wo eine sehr gute Nachwuchsarbeit geleistet werde, und in Heide, wo der ABC Wesseln 85 aktive Mitglieder zähle. Dennoch: „Es wird bei uns im Norden schwer, sportlich weiter zu kommen“, sieht der Coach ein erhebliches Leistungsgefälle zwischen dem Norden und dem Süden der Republik. Von dem Föhr und Amrum besonders betroffen seien, denn „wie alle anderen Sportarten auf der Insel leidet auch der Floorball unter dem Weggang der Jugendlichen, wenn das Studium oder die Berufsausbildung ansteht“.

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erstellt am 03.Sep.2013 | 08:00 Uhr

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