Von Föhr nach Amrum : Eine filmreife Anreise

Ein Kutter als „Wassertaxi“.
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Ein Kutter als „Wassertaxi“.

Physiotherapeuten-Fortbildung auf Amrum: Föhrer kamen mit dem Kutter.

Spätestens, wenn in auf Föhr oder Amrum gedrehten Fernsehfilmen (vorzugsweise von Privatsendern) die Protagonisten die Eilande nur mit Frachtkähnen oder Fischkuttern ansteuern können – während oft im Hintergrund die großen Fähren der Wyker Dampfschiffs-Reederei zu sehen sind – schalten Insulaner genervt ab. Doch jetzt hat die Realität die Fiktion eingeholt.

Bei einer Fortbildung für Physiotherapeuten war das, die auf Amrum stattfand, und an der auch Föhrer teilnahmen. Jeden Tag waren sie mit der Fähre „zwischengefahren“, doch am letzten Seminartag machte ihnen der Ostwind einen Strich durch die Rechnung – wegen des niedrigen Wasserstandes fuhr am Morgen keine Fähre von Föhr Richtung Amrum. Aber schnell war eine Lösung gefunden. Durch einen privaten Kontakt eines Föhrer Kursteilnehmers wurde kurzerhand ein Fischkutter gechartert, der die Gruppe zur Nachbarinsel fuhr. „Ein tolles Abenteuer! Es war zwar furchtbar kalt, aber ein Traumwetter. Wir waren alle von dieser besonderen Überfahrt begeistert“, so ein Teilnehmer stellvertretend für die kleine Sonderreisegruppe.

Bereits vor einem Jahr hatten Ernst Pohlmann und Dagmar Biegel, Physiotherapeutin auf Amrum, die Idee, eine Fortbildung auf der Insel zu organisieren. Pohlmann ist Physiotherapeut, Heilpraktiker auf dem Gebiet der Physiotherapie, Masseur und medizinischer Bademeister sowie Fachbuch-Autor. Seit über 30 Jahren ist er begeisterter Amrum-Fan und regelmäßig im Urlaub auf der Insel. Dadurch haben sich viele langjährige Kontakte entwickelt, aus denen nun die Idee für das Seminar entstand. Der Fortbildungstermin stand bald fest und auch bei der Suche nach geeigneten Räumen gab es keine Probleme. Helmut Splinter vom „Amrum Spa“ in Wittdün stellte seine Räumlichkeiten und diverse Behandlungsbänke zur Verfügung. „Das mache ich für die Amrum-Föhrer-Freundschaft. Denn sonst hätten alle Therapeuten zur Fortbildung auf das Festland reisen müssen“, sagte Splinter sichtlich zufrieden. Ebenso zufrieden waren alle Teilnehmer mit der Rundum-Versorgung, denn nach den anstrengenden Übungen kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Birgit Martinen, Physiotherapeutin auf Amrum, sorgte an den drei Tagen für leckere Mittagsmahlzeiten, die frisch angeliefert wurden.

Ernst Pohlmann ist als Referent und anerkannter Fachbuchautor mit seinen Vorträgen und Fortbildungen unterwegs in ganz Deutschland. Er schrieb bereits mehrere Bücher, und betreibt in Wagenfeld in Nordrhein-Westfalen seine eigene Praxis. Das Thema der Fortbildung hieß wie Pohlmanns Buch: „Atlastherapie und Behandlung der Körperfehlstatik“, und gearbeitet wurde nach dem Pohlmann-Konzept. „Ich zeige den Teilnehmern die Behandlung der Fehlstatik von der Halswirbelsäule, dem Kiefergelenk bis hin zu den Füßen“, erläuterte der Dozent und berichtete, dass es ihn besonders freue, dass seine Tochter und Kollegin Jana Jeutes ihn auf Amrum als Kursassistentin unterstützt hat.

Insgesamt nahmen an dieser Veranstaltung 20 Physiotherapeuten von Amrum, Föhr und auch vom Festland teil. Praxis und Theorieunterricht wechselten miteinander ab, und neu Gelerntes konnte direkt in Gruppenarbeit praktisch umgesetzt und geübt werden. „Für mich ist es definitiv ein Highlight, hier eine Fortbildung geben zu dürfen. Ich treffe immer wieder neue und interessante Menschen, und oft vertiefen sich hierbei auch manche Kontakte“, sagte Ernst Pohlmann.

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