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Föhrer Literatursommer : Eine abwechslungsreiche Lese-Saison

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Ob verheerende Sturmflut oder mystischer Krimi: Die Veranstaltungsreihe verspricht auch in diesem Jahr beste Unterhaltung.

von
erstellt am 29.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Von dieser Woche an können sich Gäste wie Einheimische erneut auf einen abwechslungsreichen „Literatursommer Föhr“ freuen. Bereits die Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 1. Mai, verspricht mit dem Erstlingswerk des Autors Jörg Thiessen, „Den Fluten zum Trotz“, Spannung pur, in deren Mittelpunkt die Burchardiflut steht. Der verheerenden Sturmflut, die in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 1634 die Nordseeküste verwüstete, fielen mehr als 10 000 Menschen zum Opfer. Am schwersten traf es Nordfriesland, wo unter anderem große Teile der Insel Alt-Nordstrand im Meer versanken.

Unsägliches Leid verursachte die zweite „Grote Mandränke“ auch auf Föhr. Der historische Roman, dargeboten von Michael Steuer und Torsten Tews, beschreibt das Leben nach diesem apokalyptischen Ereignis, den entstehenden Wohlstand durch den Walfang, das Leid durch die Gefahren im Nordmeer sowie den Insel-Alltag. Das Oldsumer Bauernhaus, Wohnort Jörg Thiessens auf Föhr, inspirierte den Autor zu seiner spannend-dramatischen und gut recherchierten Erzählung.

Prägende Jahre auf Föhr verbrachte auch Henning Boëtius. Der Schriftsteller schrieb in dem Buch „Ich ist ein anderer“ aus Sicht Arthur Rimbauds die Erinnerungen einer der faszinierendsten Persönlichkeiten der Literaturgeschichte nieder. Die Rezitation von Michael Steuer und Torsten Tews wird musikalisch von Annamaria Cserepka am Klavier begleitet.

Neue Wege bestreitet indes die Fernsehrichterin Barbara Salesch. Nach mehr als zwölf Jahren TV-Karriere erfand sich die Juristin neu, hat heute als Malerin und Bildhauerin Erfolg und beschreibt in ihrem Buch, wie sehr Veränderungen im Leben den Einzelnen weiterbringen können.

Felicitas findet auf ihrem Hamburger Dachboden Liebesbriefe, die allesamt auf Föhr geschrieben wurden. Doch von wem? Sie besucht die Insel und lernt dort zwei Brüder kennen… Eine beschwingte Geschichte von Gabriella Engelmann, die von der Musik der Föhrerin Norma Schulz begleitet wird.

Eine gute Bekannte ist die Journalistin und Autorin Hatice Akyün. Geboren in Anatolien und aufgewachsen in Duisburg, beschreibt die „Quotentürkin“ in „Ich küss dich, Kismet“ ihren spontanen Aufbruch von Berlin nach Istanbul. Die Autorin erzählt amüsant und mit viel Feingefühl von einem Kulturschock auf der Suche nach ihrem türkischen Ich. Mit seinem Ich im Reinen ist der Radio- und Fernseh-Moderator Fritz Egner. In seiner Musikbiographie „Mein Leben zwischen Rhythm & Blues“ nimmt er das Publikum auf eine unterhaltsame Reise durch vier Jahrzehnte gelebte Musikgeschichte mit.

Zu kurz kommen auch die kleinen Zuhörer nicht. So erzählt Thomas von Abel von „Claras Traum“ und Rainer Strecker verleiht dem Jugendbuch „Skullduggery Pleasant“ des irischen Schriftstellers Derek Landy seine Stimme. Für Spannung sorgt überdies Heike Denzau mit ihrem Mystery-Thriller „Todesengel von Föhr“ und die Lachmuskeln strapazieren Dora Heldt, Rainer Strecker und Dorit Meyer-Gastell.

Auch in diesem Jahr bringen Steuer und Tews mit den Erlebnissen Jens Jacob Eschels’ die Lebensbeschreibungen eines alten Seemannes näher, Konrad Lorenz und das Trio Hafennacht laden mit dem „Dwarsläufer“ auf eine einfühlsam-deftige Zeitreise ein und Jacqueline Roussetty erzählt, begleitet von dem Rockpoeten Marcel Krüßmann, geheimnisvolle Familiengeschichten und sonderbare Begebenbeiten.

Weniger mysteriös, dafür amüsant und ebenso spannend, berichtet der Sänger, Schauspieler, Autor und Liedermacher Klaus Hoffmann aus seinem Leben. Von seiner Kindheit im Nachkriegs-Berlin und seiner von den 1968-ern geprägten Jugend. Bei seinen ersten Schritten als Sänger in Berliner Szenekneipen hatte er sich vors Publikum gestellt und gesungen, „als wenn es gar nichts wär“.

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